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Seit Dienstagabend läuft bei Meßbach südlich von Plauen ein großangelegter Feuerwehreinsatz. Im Waldgebiet „Schwarzes Holz“ hatte sich ein Feuer zunächst auf mehrere Hektar ausgebreitet. Zwischenzeitlich waren mehr als sieben Hektar betroffen. Eine weitere Ausbreitung konnte inzwischen eingedämmt werden. Entwarnung gibt es jedoch noch nicht: Zahlreiche Glutnester, auffrischender Wind und das schwer zugängliche Gelände machen die Löscharbeiten weiterhin aufwendig.
Seit den Abendstunden sind Feuerwehren aus Plauen und zahlreichen Orten des Vogtlandes im Einsatz. In der Nacht wurde die Brandbekämpfung ohne Unterbrechung fortgesetzt. Am Mittwoch kamen zusätzlich Löschhubschrauber der sächsischen Polizei zum Einsatz.
Feuer bei Meßbach breitet sich auf mehr als sieben Hektar aus
Der Brand war am Dienstagabend im Bereich „Schwarzes Holz“ ausgebrochen. Anfangs wurde die betroffene Fläche mit rund vier Hektar angegeben. Im weiteren Verlauf wuchs das Brandgebiet auf mehr als sieben Hektar an.
Die Bedingungen vor Ort erschweren die Arbeit erheblich. Teile des Gebietes liegen in Hanglage, sind dicht mit Unterholz bewachsen und können mit Einsatzfahrzeugen kaum oder gar nicht erreicht werden. Feuerwehrleute müssen deshalb Schläuche und Ausrüstung über längere Strecken zu Fuß in das Gelände bringen.
In der Spitze waren rund 120 Einsatzkräfte beteiligt. Am Mittwoch waren zeitweise 115 Einsatzkräfte und 35 Fahrzeuge beziehungsweise Einsatzmittel vor Ort. Neben sämtlichen Plauener Feuerwehren wurden unter anderem Kräfte aus Oelsnitz, Pausa, Markneukirchen, Neumark und Zeulenroda eingesetzt.
Unterstützung kommt außerdem vom Technischen Hilfswerk, der Johanniter-Unfall-Hilfe, der Wasserwacht Pirk und der Polizei. Die Johanniter setzen Drohnentechnik ein, um das weitläufige Brandgebiet aus der Luft zu kontrollieren und die Entwicklung der Brandstellen zu beobachten.
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Offene Flammen eingedämmt – zahlreiche Glutnester im Boden
Am frühen Mittwochmorgen zeigte die Erkundung mit einer Drohne erste Erfolge der nächtlichen Löscharbeiten. Die offenen Flammen konnten deutlich zurückgedrängt und eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert werden.
Das größte Problem sind inzwischen die zahlreichen Glutnester im heißen Waldboden. Besonders bei auffrischendem Wind können verdeckte Brandstellen erneut aufflammen.
Am Vormittag teilte die Einsatzleitung nach einer Begehung des Gebietes mit, dass die Lage stabil sei. Die Löscharbeiten dürften dennoch mindestens den gesamten Mittwoch und voraussichtlich auch in der folgenden Nacht weitergehen. Dabei müssen bereits seit vielen Stunden eingesetzte Feuerwehrleute regelmäßig abgelöst werden.
Löschhubschrauber holen Wasser aus der Talsperre Pirk
Seit Mittwochmorgen wird die Brandbekämpfung auch aus der Luft unterstützt. Zum Einsatz kommen Hubschrauber der sächsischen Polizei, die Löschwasser aus der Talsperre Pirk aufnehmen und über dem Waldgebiet abwerfen.
Die eingesetzten Maschinen gehören zu den neuen Hubschraubern, die erst Ende Juni an die sächsische Polizei ausgeliefert wurden. Nach ihrem ersten Einsatz bei dem großen Waldbrand in der Gohrischheide absolvieren sie bei Plauen einen ihrer ersten Löscheinsätze.
Unter den Hubschraubern hängt ein sogenannter „Bambi Bucket“. Je nach Gewicht und Tankfüllung des Hubschraubers können damit etwa 500 bis 900 Liter Wasser pro Flug aufgenommen werden. Bereits während der ersten Einsätze wurden mehrere Tausend Liter über dem Brandgebiet abgeworfen. Das Wasser wird dabei fein über der betroffenen Fläche verteilt und soll vor allem den stark aufgeheizten Boden abkühlen.
Löschen aus der Luft allein reicht nicht
Entscheidend bleibt jedoch die Kombination aus Luft- und Bodenarbeit. Nach Angaben von Einsatzleiter Mario Wetzstein ist das Brandgebiet am Boden in mehrere Abschnitte gegliedert. Allein in zwei Bereichen arbeiteten am Mittwoch 52 Feuerwehrleute unmittelbar im Gelände.
Großtanklöschfahrzeuge fahren auf dem vorhandenen Wegenetz so nah wie möglich an die Brandstellen heran. Von dort werden lange Schlauchleitungen durch das Unterholz gelegt. Mit kleineren C- und D-Schläuchen suchen die Einsatzkräfte anschließend gezielt nach Glutnestern und löschen diese von Hand ab.
Die Arbeit von Hubschraubern und Bodenkräften muss dabei genau koordiniert werden. Kündigt sich ein Wasserabwurf an, verlassen die Feuerwehrleute aus Sicherheitsgründen vorübergehend den entsprechenden Bereich. Direkt danach rücken sie wieder vor und nutzen das abgeworfene Wasser, um den Boden weiter abzukühlen und versteckte Brandherde aufzuspüren.
Katastrophenschutzzüge lösen erschöpfte Feuerwehrleute ab
Im Laufe des Tages wurden weitere Kräfte zur Ablösung eingesetzt. Rund 25 Feuerwehrleute aus Muldenhammer und Ruppertsgrün unterstützen die Arbeiten im Rahmen der Katastrophenschutzzüge Löschen 1 und 2. Kreisbrandmeister Gerd Pürzel würdigte die Arbeit der Feuerwehrleute. Gerade die schlechte Erreichbarkeit, die langen Wege für Schläuche und Material sowie die Dauer des Einsatzes bedeuteten eine enorme körperliche Belastung. Umso wichtiger sei die regelmäßige Ablösung der Mannschaften. Auch der Vogtlandkreis stellte zusätzliches Material, darunter weitere Schläuche und Ausrüstungsgegenstände, zur Verfügung.
Landrat und Oberbürgermeister informieren sich vor Ort
Plauens Oberbürgermeister Steffen Zenner informierte sich bereits am Dienstagabend direkt am Einsatzort über die Situation und dankte den beteiligten Kräften für ihren Einsatz. Am Mittwoch machte sich auch Landrat Thomas Hennig ein Bild von der Lage. Er hob insbesondere die Zusammenarbeit der Feuerwehren und Hilfsorganisationen hervor. Gleichzeitig dankte er dem Freistaat Sachsen für die kurzfristige Bereitstellung der Hubschrauber.
Sperrungen rund um das Brandgebiet
Die Bundesstraße 173, die während der ersten Löscharbeiten im Bereich der Abzweigung Thiergarten zeitweise gesperrt werden musste, ist inzwischen wieder für den Verkehr freigegeben. Durch Einsatzfahrzeuge kann es allerdings weiterhin zu Behinderungen kommen.
Direkt rund um das Waldgebiet bestehen weiterhin Sperrungen. Betroffen sind unter anderem Bereiche an der Unterlosaer Straße/Am Schwarzen Holz, am Touristenweg, am Reuthhübel sowie in Unterlosa am Meßbacher Weg auf Höhe der Kreuzung Taltitzer Weg.
Die Stadt bittet Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer ausdrücklich darum, das gesamte Gebiet weiträumig zu meiden. Das dient nicht nur der eigenen Sicherheit: Personen im Einsatzgebiet können auch die Arbeit der Löschhubschrauber und der Bodentruppen behindern.
Auch Talsperre Pirk und Staumauer meiden
Besondere Vorsicht gilt derzeit außerdem an der Talsperre Pirk. Da die Löschhubschrauber dort regelmäßig Wasser aufnehmen und dabei unter anderem über den Bereich der Staumauer fliegen, sollen Besucher insbesondere die Staumauer meiden. Damit sollen Gefahren für Spaziergänger verhindert und die Flugbewegungen der Einsatzkräfte nicht beeinträchtigt werden.
Im Wald gilt grundsätzlich: Rauchen und der Umgang mit offenem Feuer sind tabu. Auch außerhalb von Waldflächen sollte derzeit besonders darauf geachtet werden, keine möglichen Zündquellen zu verursachen, durch die angrenzende Vegetation oder Waldflächen in Brand geraten könnten.
Löscharbeiten bei Meßbach dauern an
Trotz der sichtbaren Fortschritte bleibt der Einsatz im „Schwarzen Holz“ aufwendig. Die weitere Ausbreitung des Feuers konnte zwar gestoppt werden, doch der heiße Boden und zahlreiche versteckte Glutnester erfordern eine intensive Nachbearbeitung der gesamten Fläche. Die Einsatzkräfte setzen die Löscharbeiten und Kontrollen fort. Dieser Artikel wird entsprechend der weiteren Entwicklung der Lage aktualisiert.
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