Nachrichten VogtlandVersteckter Stadtbach kehrt zurück ans Tageslicht: 1,7 Millionen Euro Fördermittel für die Syra in Plauen

alle Fotos: Screenshot Video Stadt Plauen
Mitten in der Plauener Innenstadt soll ein Stück Natur zurückkehren, das seit Jahrzehnten unter Asphalt und Beton verborgen liegt. Die Syra wird zwischen Melanchthonstraße und Theaterstraße auf rund 125 Metern Länge freigelegt und naturnah gestaltet. Für das ambitionierte Projekt erhält die Stadt Plauen insgesamt rund 1,7 Millionen Euro Fördermittel vom Freistaat Sachsen. Bis Ende 2027 soll aus der heute versiegelten Fläche eine grüne Oase mit offenem Bachlauf entstehen.

Am vergangenen Donerstag übergab Béla Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen, den finalen Fördermittelbescheid an Plauens Oberbürgermeister Steffen Zenner. Damit steht die Finanzierung des rund 1,9 Millionen Euro teuren Projektes weitgehend. 90 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt der Freistaat Sachsen über die Förderrichtlinie Gewässer/Hochwasserschutz.

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Ein erster Förderbescheid über rund 1,2 Millionen Euro war bereits am 19. Juni 2026 ergangen. Mit der nun bewilligten Aufstockung steigt die Unterstützung für das Projekt auf insgesamt rund 1,7 Millionen Euro. „Dieses wichtige Signal, dass wir eine weitere Aufstockung der Fördermittel erreichen konnten, unterstreicht, wie relevant das Projekt ist und dass dies auch durch die Landesdirektion mitgetragen wird“, erklärte Oberbürgermeister Steffen Zenner bei der Übergabe.

125 Meter Stadtbach werden wieder sichtbar

Derzeit fließt die Syra in diesem Teil der Innenstadt weitgehend unsichtbar unter versiegelten Flächen. Das soll sich grundlegend ändern. Zwischen Melanchthonstraße und Theaterstraße wird der Bach auf einer Länge von etwa 125 Metern ans Tageslicht geholt.

Dafür werden Asphalt- und Betonflächen entfernt und der Bachlauf anschließend naturnah gestaltet. Geplant sind begrünte Ufer sowie neue Bäume und Sträucher. Statt einer technisch-geraden Wasserführung soll die Syra künftig einen natürlichen, leicht geschwungenen Verlauf erhalten. „Wo heute noch versiegelte Flächen liegen, wird künftig wieder Natur entstehen. Mitten im Stadtzentrum lädt dann eine grüne Oase zum Erholen ein“, sagte Bélafi.

Bei dem Vorhaben geht es allerdings nicht allein um eine optische Aufwertung der Innenstadt. Die Freilegung soll auch neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen und die Artenvielfalt fördern. Unterschiedlich tiefe Bereiche des Bachbettes sowie kleine Wasserbecken sollen verschiedene ökologische Nischen entstehen lassen. Gleichzeitig wird durch die Entsiegelung eine bislang stark vom Asphalt geprägte Fläche ökologisch aufgewertet.

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Altlasten einer ehemaligen Tankstelle bereits beseitigt

Eine wichtige Voraussetzung für das Projekt wurde bereits geschaffen. Auf dem Gelände befanden sich Altlasten einer ehemaligen Tankstelle. Diese wurden inzwischen beseitigt. Die Sanierung konnte mit Unterstützung durch Fördermittel der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen umgesetzt werden. Auch wenn sie im Zentrum kaum noch zu sehen ist, gehört die Syra fest zur Topografie Plauens. Das Syratal zieht sich aus westlicher Richtung bis durch das Stadtgebiet und ist insbesondere in seinen offenen Abschnitten ein wichtiger Naherholungsraum. Im dicht bebauten Zentrum verschwindet der Bach dagegen größtenteils unter der Erde. Erst am Neustadtplatz erreicht die Syra schließlich die Weiße Elster, in die sie dort mündet.

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