Titelfoto & alle Fotos: Stephanie Rössel
Erst Asphalt, dann Dreck. Das Motorrad quer in die Kurve stellen, wieder aufrichten, springen, landen – und weiter. Die Internationale Deutsche SuperMoto-Meisterschaft hat am Wochenende das Schleizer Dreieck in eine Rennstrecke der etwas anderen Art verwandelt. Zwei Läufe der Königsklasse S1, zwei verschiedene Sieger und am Ende gerade einmal 0,651 Sekunden, die über den zweiten Triumph des Wochenendes entschieden.
Es war ein Motorsport-Wochenende am Schleizer Dreieck das ganz anders aussah als der klassische Straßenrennsport, mit dem die traditionsreiche Rennstrecke seit mehr als einem Jahrhundert verbunden ist. Für die SuperMoto-IDM konzentrierte sich das Geschehen auf den Start-Ziel-Bereich und die Boxengasse des Schleizer Dreiecks. Aus öffentlichen Straßen und einem eigens angelegten Offroad-Abschnitt entstand ein kompakter Kurs, auf dem die Fahrer ständig zwischen zwei Bereichen wechselten.
Die offiziell vermessene Rennstrecke war 1,262 Kilometer lang, rund 20 Prozent davon führten über Offroad-Terrain. Genau diese Mischung macht SuperMoto aus: hohe Geschwindigkeiten auf Asphalt treffen auf lose Untergründe, Sprünge und technisch anspruchsvolle Passagen. Schleiz war die fünfte Station der Saison 2026. Und gerade in der wichtigsten Klasse, der Internationalen Deutschen SuperMoto-Meisterschaft S1, hatte das Wochenende einiges zu erzählen.
Thomas Hiebl lässt im ersten Rennen niemanden vorbei
Im ersten S1-Rennen am Sonntag setzte Thomas Hiebl ein deutliches Zeichen. Der Gaststarter aus Teisendorf benötigte für die 13 Runden 17:41,823 Minuten und brachte seine Husqvarna mit mehr als 15 Sekunden Vorsprung ins Ziel.
Dahinter folgte der Österreicher Bernhard Hitzenberger auf Ducati. Platz drei ging an Peter Banholzer auf Husqvarna. Weil Hiebl als Gaststarter außerhalb der regulären Meisterschaftswertung antrat, erhielt er für seinen Laufsieg keine Meisterschaftspunkte. Die maximalen 25 Zähler gingen deshalb an Hitzenberger. Banholzer nahm 22 Punkte mit. Für Hiebl blieb neben dem Sieg noch eine weitere Bestmarke: Mit 1:14,815 Minuten fuhr er die schnellste Rennrunde des ersten Laufs.
Max Orbanz fährt zweimal auf Platz fünf
Aus regionaler Sicht richteten sich die Augen besonders auf Max Orbanz aus Hermsdorf im Erzgebirge. Der für den MSV Riesa im ADAC startende Honda-Pilot fuhr im ersten Rennen auf Rang fünf. Und dabei blieb es nicht: Auch im zweiten S1-Lauf landete er auf dem fünften Platz. Diese Konstanz zahlt sich im Kampf um die Meisterschaft aus. Nach fünf Saisonstationen liegt Orbanz mit 176 Punkten auf dem dritten Rang der S1-Gesamtwertung. Vor ihm stehen nur Peter Banholzer und Bernhard Hitzenberger.
0,651 Sekunden entscheiden den zweiten Lauf
Wer nach dem deutlichen Sieg Hiebls im ersten Rennen mit einer ähnlichen Entscheidung gerechnet hatte, bekam beim zweiten Durchgang ein vollkommen anderes Rennen. Diesmal schlug Jan Dominik Deitenbach zurück. Der Ducati-Pilot aus Geseke, der im ersten Lauf nur auf Rang 15 ins Ziel gekommen war, setzte sich im zweiten Rennen an die Spitze. Nach 13 Runden stoppte die Uhr bei 17:59,629 Minuten. Direkt dahinter: Bernhard Hitzenberger. Zwischen beiden lagen im Ziel gerade einmal 0,651 Sekunden.
Damit war der zweite Lauf nicht nur wesentlich enger als der erste – Deitenbach machte aus einem schwierigen ersten Rennen innerhalb weniger Stunden einen Laufsieg. Hitzenberger sicherte sich mit Rang zwei weitere 22 Meisterschaftspunkte. Thomas Hiebl kam diesmal als Dritter ins Ziel, gefolgt von Peter Banholzer und Max Orbanz. Die schnellste Runde des Rennens gehörte allerdings nicht dem Sieger. Hitzenberger umrundete den Schleizer Kurs in 1:16,335 Minuten und war damit in einer einzelnen Runde noch 65 Tausendstelsekunden schneller als Deitenbach.

Titelkampf bleibt nach Schleiz eng
Vor allem für die Meisterschaft hatte das Schleizer Wochenende Gewicht. Bernhard Hitzenberger führt die S1-Wertung nach fünf Stationen mit 214 Punkten an. Peter Banholzer folgt mit 206 Punkten – nur acht Zähler dahinter. Max Orbanz hält mit 176 Punkten Rang drei, Paul Müller folgt mit 170 Punkten auf Platz vier. Damit ist vor den verbleibenden Saisonstationen noch einiges offen. Nach Schleiz führt der Kalender die SuperMoto-Serie zunächst nach St. Wendel am 26. und 27. September, ehe Anfang Oktober in Wittgenborn der Saisonabschluss ansteht.
Von S1 bis Nachwuchs: Volles Programm am Schleizer Dreieck
Dabei bestand das Wochenende keineswegs nur aus der S1. In Schleiz gingen auch die Klassen S2, S3, S4 und S5 sowie Ü40, Youngster, Junioren und Rookies auf die Strecke. Der Deutsche Motorsport Bund führt S1 als Internationale Deutsche SuperMoto-Meisterschaft, S2 als Deutschen SuperMoto-Cup und S3 als Deutschen SuperMoto-Pokal. Damit bekam das Publikum über das Wochenende hinweg die gesamte Bandbreite der Szene zu sehen – vom Nachwuchs bis zur höchsten Meisterschaftsklasse.
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Asphalt, Dreck und 0,651 Sekunden: So war die SuperMoto-IDM 2026 am Schleizer Dreieck





































