Titefoto: Maxx Adrenalin – IBPM Supersport open – #49 Tim Holtz lässt nichts anbrennen
Das IBPM-Finale im Autodrom Most hielt bis zum letzten Rennen, was die Ausgangslage versprochen hatte: knappe Titelentscheidungen, taktische Duelle, überraschende Wendungen und Motorsport auf hohem Niveau. Insgesamt 16 Rennen standen beim großen Saisonabschluss auf dem Programm. Neben der Internationalen Bike Promotion Meisterschaft trugen auch der HR Cup, die Classic Superbike, der KTM 990 RC R Cup und der YAMALUBE Yamaha R7 Cup ihre letzten Saisonläufe aus.
Im Mittelpunkt standen jedoch die Entscheidungen in den verschiedenen IBPM-Klassen. Besonders bemerkenswert: Jennifer Lehmann schrieb als erste Titelgewinnerin in der Geschichte der Meisterschaft ein Stück Motorsportgeschichte.
IBPM-Finale im Autodrom Most bringt Entscheidung im BMW RR Cup
Im BMW RR Cup war die Meisterschaft vor dem Finalwochenende noch offen. Jennifer Lehmann hatte die Saison über weite Strecken dominiert, doch Maik Hornberger war ihr mit starken Ergebnissen zuletzt gefährlich nahe gekommen. Nach einem durchwachsenen Start übernahm Lehmann im ersten Rennen zunächst die Führung. Hornberger schloss jedoch auf, ging vorbei und setzte sich anschließend deutlich ab. Er gewann vor Lehmann und dem Dänen Erik Thomsen. Damit verkürzte Hornberger seinen Rückstand in der Gesamtwertung auf nur noch zwei Punkte – die Entscheidung wurde auf Sonntag vertagt.
Das abschließende Rennen nahm allerdings schon in der Startrunde eine unerwartete Wendung. Gastfahrer Pedersen wurde bei einem schweren Highsider von seinem Motorrad geschleudert. Das dicht folgende Feld musste ausweichen, wobei auch Maik Hornberger stürzte. Zudem wurde das Motorrad von Michael Kaufhold so stark beschädigt, dass eine Reparatur vor dem Neustart nicht möglich war. Hornberger und Kaufhold konnten nicht mehr antreten. Damit stand Jennifer Lehmann bereits als Gewinnerin des BMW RR Cups fest. Zurückhaltung war dennoch nicht ihre Sache: Sie lieferte sich mit Erik Thomsen ein enges Duell und setzte sich schließlich vor dem Dänen und Keven England durch. Mit ihrem Gesamtsieg wurde sie zur ersten Frau, die einen Titel in der Geschichte der IBPM gewann.
Gesamtwertung BMW RR Cup
| Platz | Fahrer/in | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Jennifer Lehmann (D), #92 | 267 |
| 2 | Maik Hornberger (D), #95 | 230 |
| 3 | Erik Thomsen (DK), #77 | 203 |
Hinweis: In der vorliegenden Ergebnisübersicht waren die Platzierungen von Jennifer Lehmann und Maik Hornberger offenbar vertauscht. Entsprechend dem Rennbericht und den Punkteständen ist Lehmann Gesamtsiegerin.

Sebastian Lorch entscheidet Advanced-Wertung für sich
In der Advanced-Wertung des BMW RR Cups reisten Michael Kaufhold und Sebastian Lorch punktgleich nach Most. Taktieren war damit praktisch ausgeschlossen. Kaufhold gewann den ersten Lauf vor Keven England und Sebastian Lorch und verschaffte sich einen Vorsprung von neun Punkten. Nach dem Unfallgeschehen am Sonntag konnte Kaufhold jedoch nicht mehr am Neustart teilnehmen. Lorch musste mindestens zehn Punkte holen, um die Meisterschaft noch für sich zu entscheiden. Hinter Keven England und Michael Buch fuhr er kontrolliert auf den dritten Rang der Advanced-Wertung, sammelte 24 Punkte und sicherte sich damit den Gesamtsieg.
Gesamtwertung BMW RR Cup Advanced
| Platz | Fahrer | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Sebastian Lorch (D), #150 | 209 |
| 2 | Michael Kaufhold (D), #773 | 194 |
| 3 | Michael Buch (D), #67 | 129 |
Tim Holtz ist Meister der Supersport Open
In der Supersport Open kam Tim Holtz mit 17 Punkten Vorsprung auf den dreifachen dänischen Supersportmeister Martin Simonsen nach Most. Den ersten Lauf gewann Holtz, Simonsen folgte auf Platz zwei. Nico Busch wurde Dritter und wahrte damit seine Chancen auf den dritten Rang der Meisterschaft. Im zweiten Rennen entwickelte sich ein enger Dreikampf. Holtz führte, wurde aber von Stefan Andersen und Martin Simonsen unter Druck gesetzt. Nach einem Sturz musste das Rennen in der fünften Runde abgebrochen werden. Da es keinen Neustart gab, erfolgte die Wertung nach Runde vier. Tim Holtz stand damit als Meister fest. Nico Busch sicherte sich den dritten Platz in der Gesamtwertung.
Gesamtwertung Supersport Open
| Platz | Fahrer | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Tim Holtz (D), #49 | 296 |
| 2 | Martin Simonsen (DK), #12 | 252 |
| 3 | Nico Busch (D), #127 | 248 |
Alan Kreimes verteidigt seinen Titel
Mit sieben Siegen und einem zweiten Platz reiste Alan Kreimes als Favorit in der Supersport Next Generation an. Sicher war der Titel dennoch nicht, denn Manfred Klincksiek hatte sich im Saisonverlauf kontinuierlich gesteigert und die Meisterschaft offen gehalten. Im ersten Rennen gelang es Klincksiek kurzzeitig, an Kreimes vorbeizuziehen. Der Titelverteidiger konterte allerdings umgehend und gewann mit 2,02 Sekunden Vorsprung. Damit war die Meisterschaft entschieden: Alan Kreimes verteidigte seinen Titel. Sebastian Dillner belegte Rang drei. Auch am Sonntag ließ Kreimes keinen Zweifel an seiner Form aufkommen. Er gewann erneut vor Manfred Klincksiek und Ulf Bauerochse. Dillner beendete sein Rennen im Kiesbett, behauptete aber trotzdem den dritten Platz der Gesamtwertung.
Gesamtwertung Supersport Next Generation
| Platz | Fahrer | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Alan Kreimes (D), #14 | 294 |
| 2 | Manfred Klincksiek (D), #75 | 249 |
| 3 | Sebastian Dillner (D), #790 | 169 |

André Krüger behält im Superbike-Finale die Nerven
In der Superbike Open setzte Norick Tschauder bereits im Training ein deutliches Zeichen. Mit einer rund halben Sekunde schnelleren Rundenzeit verwies er Tabellenführer André Krüger auf den zweiten Startplatz. August Wernig qualifizierte sich als Dritter. Krüger ging mit einem effektiven Vorsprung von 38 Punkten in das Finale, benötigte aber mindestens 23 weitere Zähler. Während Tschauder gewinnen musste, durfte sich Krüger keinen Ausfall leisten. Tschauder übernahm im ersten Lauf früh die Führung und fuhr einen klaren Sieg ein. Krüger vermied unnötige Risiken und verteidigte seinen zweiten Platz gegen August Wernig. Die dafür vergebenen 20 Punkte brachten ihn bis auf drei Zähler an den Titelgewinn heran.
Am Sonntag setzte Tschauder erneut alles auf Sieg. Er gewann souverän und fuhr mit 1:35,235 Minuten zugleich die schnellste Rennrunde des Wochenendes. Krüger blieb jedoch ruhig: Sein von RS Speedbikes vorbereitetes Motorrad brachte ihn sicher auf dem zweiten Platz ins Ziel – und damit zum Meistertitel. Nach dem Gewinn des BMW RR Cups im Vorjahr feierte Krüger somit den nächsten Gesamterfolg. Für ihn war es zugleich der Abschluss einer besonderen Saison: Im Team BF Endurance hatte er bereits das 24-Stunden-Rennen in Barcelona in der Stocksport-Klasse gewonnen. August Wernig beendete das Finale erneut als Dritter und sicherte sich diesen Rang auch in der Meisterschaft.
Gesamtwertung Superbike Open
| Platz | Fahrer | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | André Krüger (D), #44 | 287 |
| 2 | Norick Tschauder (D), #848 | 260 |
| 3 | August Wernig (A), #67 | 223 |
Einladung zur WildCardChallenge in Hockenheim
Die drei bestplatzierten Fahrer der Superbike Open erhalten eine besondere Gelegenheit: André Krüger, Norick Tschauder und August Wernig dürfen auf Einladung des ADAC im Rahmen der WildCardChallenge beim Finale des Pro Superstock Cups in Hockenheim starten. Dort können sie sich mit den Stammfahrern des Cups messen und bei den Teamverantwortlichen der EURO MOTO auf sich aufmerksam machen. Auch BMW-RR-Cup-Siegerin Jennifer Lehmann erhält diese Unterstützung durch den ADAC.
Jennifer Lehmann führte die Ladies Challenge über die gesamte Saison hinweg an und entschied auch diese Wertung für sich. Platz zwei ging an Patricia Kok, deren Saison nicht ohne Schwierigkeiten verlief. Dennoch behauptete sie sich vor Diana Weber, die das Motorsportjahr 2026 als Gesamtdritte abschloss.
Premierenmeister in der Sportbike-Klasse
Die neue Sportbike-Klasse wurde in ihrer ersten Saison in eine Open- und eine Stockwertung unterteilt. Nach fünf absolvierten Veranstaltungen standen die ersten Gesamtsieger fest: Marlon Braune gewann die Open-Wertung, Johannes Gauerke setzte sich in der Stockklasse durch. Im kommenden Jahr soll die Sportbike-Klasse zu einem festen Bestandteil der IBPM-Zeitpläne werden.
Veranstalter Michael Dangrieß würdigte nach dem Finale sowohl die sportlichen Leistungen als auch das Miteinander im Fahrerlager: „Die Fahrerinnen und Fahrer der IBPM zeigen immer wieder, dass Konkurrenz auf der Strecke mit einem tollen familiären Verhältnis untereinander vereinbar ist. Was die Mädels und Jungs an sportlichen Leistungen abliefern ist meiner Meinung nach einfach grandios! Das alles macht mich sehr stolz und ich möchte an dieser Stelle Danke an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unsere Partner und Sponsoren, die Teams der Rennstrecken und natürlich an meine eigenen Mitarbeiter sagen. Von hier aus gratulieren wir auch den Siegern und Platzierten der Cups und Gastklassen!“
Den offiziellen Schlusspunkt der Saison bildet die Meisterehrung. Sie findet am 21. November 2026 im niedersächsischen Hoyersdorf bei Schöningen statt.
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IBPM-Finale 2026 im Autodrom Most: Titelkämpfe, Stürze und ein historischer Triumph

