Zwischen bewaldeten Hängen und dem Wasser des Hohenwartestausees liegt ein Campingplatz, dessen Konzept vor allem von einem lebt: Ruhe. Statt Animation und Dauerprogramm setzt die Familie Fröhlich auf Natur, Entschleunigung und einen Urlaub, bei dem das Thüringer Meer selbst die Hauptrolle spielt.
Seit 2013 führt Dörte Fröhlich den von ihrem Vater übernommenen Campingplatz Linkenmühle. Gemeinsam mit ihrem Mann Jan Fröhlich und vier Angestellten kümmert sie sich während der Saison von April bis Oktober um die Gäste.
Nach einem zunächst eher verhaltenen Saisonstart fällt die Zwischenbilanz positiv aus. „Die Saison läuft bisher gut. Im Frühjahr war es durch die kalten Temperaturen etwas verhalten, aber inzwischen ist der Campingplatz gut ausgelastet und wir sind mit den aktuellen Gästezahlen zufrieden“, berichtet Dörte Fröhlich.
Rund 10.000 Übernachtungen pro Jahr zählt der Campingplatz, der im Saale-Ora-Kreis liegt. Im Durchschnitt bleiben die Gäste knapp vier Tage, während der Sommermonate werden daraus häufig eine Woche bis zehn Tage. Die meisten Urlauber reisen aus Deutschland an, etwa zehn Prozent kommen aus Nachbarländern wie den Niederlanden, Österreich und der Schweiz.
Camping am Thüringer Meer: Natur statt Dauerbespaßung
Die Zielgruppe ist klar: Naturliebhaber, Familien und Menschen, die bewusst Ruhe suchen. „Entschleunigung im Einklang mit der Natur“ lautet das Motto des Familienbetriebs. Dafür bietet die Lage unmittelbar am Hohenwartestausee ideale Voraussetzungen. Das rund 3,5 Hektar große Gelände ist terrassenförmig und naturnah angelegt. Insgesamt stehen 210 Stellplätze zur Verfügung. 160 davon werden von Dauercampern genutzt, weitere 50 sind für Urlauber und Gäste aus der Region vorgesehen. Auch bei der Gestaltung des Platzes spielt Naturverbundenheit eine wichtige Rolle. Die Betreiber achten auf eine umfangreiche Bepflanzung und darauf, mit dieser zugleich die heimische Artenvielfalt zu unterstützen.
Vom Naturcampingplatz zum digitalen Gastgeber
Dass Natururlaub und Digitalisierung keine Gegensätze sein müssen, zeigt sich an der Linkenmühle besonders deutlich. In den vergangenen Jahren hat die Familie umfangreich in die Modernisierung des Platzes und in digitale Angebote investiert. Buchungen lassen sich inzwischen vollständig online erledigen. Eine digitale Gästemappe bündelt Informationen für Urlauber, ein KI-Chatbot unterstützt bei Fragen und selbst die morgendlichen Brötchen können per App bestellt werden. Dank des Breitbandausbaus verfügt der Campingplatz inzwischen über einen Glasfaseranschluss und bietet seinen Gästen WLAN.
Investiert wurde zudem in die Infrastruktur auf dem Gelände. Beim Neubau des Sanitärtraktes stand insbesondere die Kinder- und Familienfreundlichkeit im Mittelpunkt. In den Rezeptionsbereich wurde außerdem ein kleiner Laden integriert, in dem lokale und regionale Produkte angeboten werden. Für die nachhaltige Betriebsführung wurde der Platz mit der Ecocamping-Zertifizierung ausgezeichnet. Hinzu kommt eine 4-Sterne-Klassifizierung.
Gute Auslastung – aber Probleme beginnen vor dem Campingplatz
Während auf dem Gelände selbst kontinuierlich modernisiert wird, sehen Dörte und Jan Fröhlich außerhalb des Campingplatzes noch deutlichen Handlungsbedarf. Fehlende oder unzureichende touristische Ausschilderungen sowie Lücken im Rad- und Wanderwegenetz sind ein Thema. Ein besonderes Problem ist nach Angaben der Betreiber der Zustand der Gemeindestraße von Paska zum Campingplatz. Hinzu kommt eine fehlende regelmäßige Busverbindung in Richtung Ranis und Pößneck. Gerade für eine Urlaubsregion, die mit Naturerlebnissen, Wandern und Radfahren wirbt, sind solche Verbindungen von Bedeutung. Denn ein attraktiver Campingplatz allein reicht langfristig nicht aus: Auch der Weg dorthin und die Möglichkeiten, die Region ohne eigenes Auto zu entdecken, gehören zur touristischen Qualität. Mehr Infos: HIER
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Camping-Idyll Linkenmühle am Hohenwartestausee: Natururlaub und digitalem Komfort

