Nachrichten VogtlandVom verwunschenen Fabrikgarten zur grünen Oase: Weisbachscher Garten wird revitalisiert

Titelfoto: Stephanie Rössel
Mitten im Herzen der Plauener Elsteraue beginnt ein weiteres Kapitel der Industriegeschichte: Seit dem 3. August laufen die Bauarbeiten zur denkmalgerechten Revitalisierung des Weisbachschen Gartens. Die historische Gartenanlage neben der Fabrik der Fäden soll bis zum Frühjahr 2027 zu neuem Leben erweckt werden und künftig als besonderer Ort der Ruhe, Geschichte und Natur wieder Besucher empfangen.

Rund 151.000 Euro investieren Stadt und Fördermittelgeber in das Projekt. Der rund 4300 Quadratmeter große Garten gehörte einst zum Anwesen der Unternehmerfamilie Weisbach und ist eng mit der Entwicklung der Plauener Spitzen- und Textilindustrie verbunden. Bis 2023 wurde die Anlage mit großem Engagement von Bernhard Weisbach gepflegt und unter anderem zum Tag des offenen Denkmals für Besucher geöffnet.

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Bereits seit 2015 befindet sich der Garten gemeinsam mit dem Weisbachschen Haus im Eigentum der Stadt Plauen. Nun soll die historische Anlage dauerhaft gesichert und behutsam für eine zukünftige öffentliche Nutzung vorbereitet werden.

Öffnung im Frühjahr 2027 geplant

Nach Abschluss der Arbeiten soll der Weisbachsche Garten im Frühjahr 2027 wieder zugänglich sein. Eine dauerhafte Öffnung ist allerdings nicht vorgesehen, um die empfindliche historische Anlage zu schützen. Geprüft wird derzeit, die Öffnungszeiten künftig mit der benachbarten Fabrik der Fäden zu verbinden. Zusätzlich sind fachkundige Führungen durch die historische Gartenanlage geplant.

Grundlage der Arbeiten bildet eine umfangreiche gartendenkmalpflegerische Zielplanung, die 2024 erstellt wurde. Das von der Hans-Leopold-Hartenstein-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz finanzierte Gutachten dokumentiert die Geschichte des Gartens, bewertet seinen heutigen Zustand und definiert konkrete Maßnahmen für die denkmalgerechte Wiederherstellung.

„Die besondere Herausforderung besteht darin, den ehemals privaten Fabrikgarten behutsam in eine halböffentliche Anlage zu überführen, ohne seinen romantischen, kleinteiligen Charakter zu verlieren. Auch künftig soll der Garten ein Ort der Ruhe, Erholung und Naturerfahrung bleiben“, erklärt Grit Roth von der Grün- und Umweltplanung.

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Foto: S. Rössel

Historische Wege, Rosen und Fledermäuse

Im Mittelpunkt der Bauarbeiten stehen die Wiederherstellung des historischen Wegenetzes sowie die Sanierung der alten Bruchsteinmauern. Außerdem entstehen neue Verbindungen zum Vorplatz der Fabrik der Fäden, bestehende Sitznischen werden restauriert und neu gestaltet.

Ergänzt wird die Anlage durch:

  • neue Stauden- und Rosenpflanzungen,
  • ein Schmuckbeet entlang der Bleichstraße,
  • die Begrünung des historischen Eiskellers,
  • die Umgestaltung des Eiskellers zu einem geschützten Fledermausquartier.

Besonderes Augenmerk gilt dem Erhalt der historischen Gartensubstanz aus den ersten beiden Gestaltungsphasen um 1900. Historische Sichtachsen, Raumstrukturen und prägende Solitärbäume sollen wieder sichtbar werden.

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Foto: M. Löffler – Am Dienstag wurden die Pläne für die Anlage vorgestellt.

Während sich der nördliche Gartenteil künftig stärker am repräsentativen historischen Erscheinungsbild orientiert, bleibt der südliche Bereich naturnah und erinnert weiterhin an seinen ursprünglichen Nutzgartencharakter. „Mit der Revitalisierung entsteht ein weiterer wichtiger Baustein zur Aufwertung der Elsteraue und zur Vermittlung der Industriegeschichte der Stadt. Bereits im Winter erfolgten umfangreiche Pflegemaßnahmen am wertvollen Gehölzbestand, darunter die Verkehrssicherung sowie die Pflege prägender Altbäume“, sagt Bürgermeisterin Kerstin Wolf.

Große Förderung für das Gartenprojekt

Bereits die abgeschlossenen Gehölzpflegemaßnahmen im Wert von rund 35.000 Euro wurden vollständig durch die Hans-Leopold-Hartenstein-Stiftung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz finanziert. Die nun laufende Revitalisierung mit einem Gesamtvolumen von rund 151.000 Euro wird zur Hälfte aus dem Fonds zur Förderung wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Projekte in den neuen Bundesländern nach § 5 Mauergrundstücksgesetz des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus unterstützt. Zusätzliche Fördermittel der Hans-Leopold-Hartenstein-Stiftung wurden der Stadt bereits in Aussicht gestellt. Über deren Annahme muss der Plauener Stadtrat jedoch noch entscheiden.

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