Lederoverall. Fender-Bass. Eine unverwechselbare Stimme. Und jede Menge Rock ’n’ Roll im Blut. Suzi Quatro ist weit mehr als eine Musiklegende – sie ist eine Pionierin. Als in den 1970er-Jahren die Rockmusik noch fest in Männerhand war, stürmte die US-Amerikanerin mit Songs wie „Can the Can“, „48 Crash“, „Devil Gate Drive“ und „If You Can’t Give Me Love“ die internationalen Charts und schrieb Musikgeschichte. Mit ihrer kompromisslosen Bühnenpräsenz und ihrem kraftvollen Sound inspirierte sie Generationen von Musikerinnen und bewies der Welt, dass Rock keine Frage des Geschlechts ist.
Und auch heute noch hat die 76-Jährige nichts von ihrer Energie verloren. Noch immer steht sie mit derselben Leidenschaft auf der Bühne, mit der einst alles im Alter von acht Jahren begann. Am 18. Juli 2026 wird sie im Parktheater Plauen ein Konzert spielen.
Im exklusiven Interview (übersetzt aus dem Englischen) spricht die Rock-Ikone über das Feuer, das in ihr brennt, über Fans, über die Veränderungen der Musikwelt und darüber, warum für sie eines bis heute gilt: Rock ’n’ Roll ist kein Beruf – Rock ’n’ Roll ist ein Lebensgefühl.
Du stehst seit mehreren Jahrzehnten auf der Bühne. Was treibt dich heute noch an?
Die Tatsache, dass ich meinen Job genauso liebe wie am ersten Tag. Dieses Feuer brennt auch nach 62 Jahren noch genauso in meinem Bauch. Es fühlt sich immer noch genauso an. Ich brauche das einfach.
Was bereitet dir heute mehr Freude als mit 25?
Wenn langjährige Fans zu meinen Konzerten kommen und inzwischen ihre eigenen Kinder – manchmal sogar schon ihre Enkel – mitbringen. Das ist eine echte Freude. Und es zeigt, dass der Beat weiterlebt.
Gibt es einen Song, auf den du besonders stolz bist, obwohl er kein großer Hit geworden ist?
Davon gibt es viele. Es ist schwer, nur einen auszuwählen. Ich würde einen von meinen neueren Alben nennen: Vom Album No Control aus dem Jahr 2019 den Song „Strings“. Das ist für mich ein echtes Meisterwerk. Und außerdem die „Broken Pieces Suite“ vom Album von Quatro, Scott & Powell aus dem Jahr 2017.
Was hat sich in der Musikbranche seit den 1970er-Jahren am stärksten verändert – zum Guten oder zum Schlechten?
Das Gute ist das digitale Zeitalter. Dadurch ist deine Musik für Menschen aller Altersgruppen auf der ganzen Welt zugänglich. Das Schlechte ist allerdings ebenfalls das digitale Zeitalter, denn wir Künstler verdienen mit Plattenverkäufen längst nicht mehr so wie früher. Es ist ein zweischneidiges Schwert. Ich bin trotzdem voll dabei, denn das müssen heute alle Künstler sein. Die alten Zeiten vermisse ich schon – als man noch in Plattenläden stöbern und sich bewusst aussuchen konnte, was man kaufen wollte. Aber ich habe die Musikwelt so angenommen, wie sie heute ist.

Welche jüngeren Künstler begeistern dich derzeit?
Noch relativ neu: Ed Sheeran – ein großartiger Songwriter. Ich mag Adele, sie hat eine fantastische Stimme. Und die Foo Fighters.
Warum, glaubst du, sind dir die deutschen Fans über all die Jahrzehnte so treu geblieben?
Ich denke, dass meine Fans auf der ganzen Welt mir die Treue gehalten haben, weil ich echt bin und kein künstlich erschaffenes Produkt. Das macht einen Unterschied. Bei mir gilt: Was du siehst, ist genau das, was du bekommst.
Du hast tausende Konzerte gespielt. Gibt es etwas, das du vor jedem Auftritt immer machst?
Natürlich, ich habe meine feste Routine. Eine Stunde vor dem Soundcheck mache ich mein Stimm-Warm-up. Dann fahre ich zum Veranstaltungsort und richte meine Garderobe ein: Die Kleidung wird in der Reihenfolge aufgehängt, in der ich sie später trage. Stiefel und Gürtel liegen bereit. Das Make-up kommt auf den Schminktisch, der Föhn wird eingesteckt und ist startklar, die Haarbürste liegt daneben. Ein Handtuch hängt über dem Stuhl. Die Setlisten – wenn wir die komplette Show mit zweimal 60 Minuten plus Pause spielen – liegen rechts von mir, das iPad links. Wenn alles vorbereitet ist, mache ich den Soundcheck, esse noch eine Kleinigkeit und beginne etwa 45 Minuten vor der Show, mich fertig zu machen. Sobald ich komplett angezogen und bereit bin, laufe ich hinter der Bühne auf und ab – bis ich schließlich diesen einen Schritt ins Rampenlicht mache.
Stimmt es, dass Elvis Presley der Auslöser dafür war, dass du selbst auf die Bühne wolltest?
Ja. Ich habe ihn mit meiner Familie – meinen vier Geschwistern und meinen Eltern – in Detroit in der Ed Sullivan Show gesehen. Damals saß sonntagabends um acht praktisch jede Familie vor dem Fernseher und schaute diese Sendung. Ich war fünfeinhalb Jahre alt. Elvis kam auf die Bühne und sang „Don’t Be Cruel“. Meine neun Jahre ältere Schwester fing sofort an zu schreien. Ich schaute wieder zum Fernseher und dachte nur: „Das werde ich auch machen.“ Und genau das habe ich getan!
Nachgefragt bei…Suzi Quatro
| Lieblingsessen: italienische Küche – eigentlich jede Art von Pasta |
| Lieblingsmusik: Bei der Musik höre ich alles Mögliche, deshalb kann ich mich nicht auf nur einen Stil festlegen. Aber Rock ’n’ Roll liegt mir natürlich im Blut. |
| Lieblingswort: understanding (Verständnis) |
| Lieblingsort: …mein Zuhause in Großbritannien |
| Lieblingsmoment: …als „Can the Can“ auf Platz eins der Charts ging. Das ist nur schwer zu übertreffen. |
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Suzi Quatro: “Die alten Zeiten vermisse ich schon – aber ich habe die Musikwelt so angenommen wie sie heute ist.”

