Nachrichten VogtlandSiege, Stürze, Führungswechsel in Oschersleben: IBPM vor einem explosiven Saisonfinale in Most

Titelfoto: t.ghrk Fotoservice / MAXX Adrenalin 
Die vorletzte Runde der IBPM 2026 ist entschieden – die Meisterschaften noch lange nicht. Nur knapp zwei Wochen nach dem spektakulären Rennwochenende auf dem Schleizer Dreieck traf sich das Fahrerfeld in der Motorsport Arena Oschersleben wieder. Bei ausgezeichneten Bedingungen lieferten die Piloten in der Börde spannende Duelle, Überraschungen und einige Verschiebungen an den Tabellenspitzen. Das Ergebnis: Vor dem großen Finale im September in Most ist noch kein einziger Titel vergeben.

Superbike open: Tschauder macht Druck auf Krüger

In der Superbike open bekam das Feld Verstärkung durch zwei bekannte Podiumskandidaten: Danijel Peric und Torsten Levsen waren erstmals seit dem Nürburgring wieder dabei. Doch zunächst mussten sich alle Superbiker einem Mann beugen: Norick Tschauder.

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Mit einer Rundenzeit von 1:27,8 Minuten sicherte er sich die Pole Position. Danijel Peric fehlte weniger als eine Zehntelsekunde, während Meisterschaftsleader André Krüger bereits rund eine Sekunde Rückstand auf das Spitzenduo hatte.

Im ersten Rennen machte Tschauder von Beginn an deutlich, dass der Sieg nur über ihn führen würde. Peric konnte das Tempo zunächst mitgehen, kam jedoch nie in echte Schlagdistanz und musste in der zweiten Rennhälfte abreißen lassen. Dahinter lieferte sich Krüger ein hartnäckiges Duell mit August Wernig. Erst in Runde fünf fand der Meisterschaftsführende einen Weg vorbei. Der Rückstand auf Peric war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits zu groß. Dennis Stankowski meldete sich nach seinem Startunfall in Hockenheim und der dadurch notwendigen Schleiz-Pause zurück und belegte Rang fünf.

Im zweiten Rennen blieb Perics Startplatz leer. Nach einem Ausflug in die Reifenstapel im Warm-up trat er nicht mehr an. Tschauder nutzte die Gelegenheit und demonstrierte erneut seine Klasse: An der Spitze fuhr er einem ungefährdeten Sieg entgegen.

Hinter ihm wiederholte sich das Duell zwischen Krüger und Wernig. Wieder dauerte es bis zur fünften Runde, ehe Krüger am Österreicher vorbeikam und Rang zwei festmachte. Stankowski wurde diesmal Vierter, Christian Brück komplettierte die Top Fünf.

Damit wird es vor dem Finale noch einmal interessant. Krüger führt weiterhin mit 254 Punkten, doch Tschauder hat mit der maximalen Ausbeute aus den vergangenen vier Rennen mächtig aufgeholt und liegt inzwischen auf Platz zwei. Unter Berücksichtigung des Streichresultats beträgt Krügers Vorsprung noch 38 Punkte. Ein komfortables Polster – entschieden ist die Meisterschaft damit aber nicht.

Stand Superbike open:

  1. #44 André Krüger (D) – 254 Punkte
  2. #848 Norick Tschauder (D) – 200 Punkte
  3. #67 August Wernig (A) – 194 Punkte
Supersport open: Sturz kostet Nico Busch die Tabellenführung

Noch enger präsentiert sich die Situation in der Supersport open. Tim Holtz setzte mit 1:30,3 Minuten zunächst die Bestmarke im Qualifying. Sechs Zehntelsekunden dahinter folgte Dauerrivale Nico Busch, Martin Simonsen fehlte als Drittem bereits rund eine Sekunde auf die Pole-Zeit.

Im ersten Rennen erwischte Holtz allerdings keinen guten Start. Busch nutzte die Chance und führte zunächst, doch bereits nach einer Runde holte sich Holtz die Spitze zurück. Bis zum Rennabbruch in Runde sechs änderte sich daran nichts mehr. Busch blieb zwar in Sichtweite, konnte jedoch keinen Angriff setzen. Dahinter kämpften Martin Simonsen und Stefan Andersen um Rang drei – mit dem besseren Ende für Andersen. Billy Hilpert wurde Fünfter.

Rennen zwei begann für Holtz deutlich besser. Diesmal saß der Start, und der Pole-Setter kontrollierte das Geschehen an der Spitze. Dahinter entwickelte sich ein Duell zwischen Simonsen und Busch. In der letzten der insgesamt 13 Runden ging Busch allerdings über das Limit und landete in der trockenen Bördelandschaft neben der Strecke. Nach eigenen Angaben war es der erste Rennstreckensturz seines Lebens. Stefan Andersen erbte dadurch Rang drei, Billy Hilpert und Martin Köhler folgten auf den Plätzen vier und fünf.

Für die Meisterschaft hatte Buschs Ausfall erhebliche Folgen: Aus dem Tabellenführer wurde innerhalb eines Rennens der Drittplatzierte. Tim Holtz übernimmt mit 236 Punkten die Spitze, Martin Simonsen liegt nur 17 Zähler dahinter. Auch Busch bleibt mit 212 Punkten mitten im Titelkampf.

Stand Supersport open:

  1. #49 Tim Holtz (D) – 236 Punkte
  2. #12 Martin Simonsen (DK) – 219 Punkte
  3. #127 Nico Busch (D) – 212 Punkte
Supersport Next Generation: Kreimes bleibt der Mann, den es zu schlagen gilt

Gemeinsam mit der Supersport open ging die Supersport Next Generation auf die Strecke. Dort dominiert – wie bereits im vergangenen Jahr – vor allem ein Fahrer: Alan Kreimes mit der Startnummer 14.

In Oschersleben musste er sich allerdings einem Gaststarter beugen. Ex-IDM-Pilot Luca Haflinger war bereits im Training der Schnellste und blieb es über das gesamte Wochenende. Für die Meisterschaft spielte er jedoch keine Rolle.

Im ersten Rennen waren die Positionen früh verteilt: Kreimes gewann die Klassenwertung vor Tristan Brokat und Manfred Klincksiek. Besonders Klincksiek zeigte erneut, dass seine Formkurve deutlich nach oben zeigt.

Am Sonntag bestätigte er das eindrucksvoll. Diesmal war der Mann mit der #75 erster Verfolger von Kreimes und ließ Tristan Brokat hinter sich.

Ganz so dramatisch wie in der Supersport open ist die Meisterschaftslage hier nicht. Entschieden ist sie trotzdem nicht: Kreimes darf sich beim Finale keinen größeren Fehler erlauben.

Stand Supersport Next Generation:

  1. #14 Alan Kreimes (D) – 234 Punkte
  2. #75 Manfred Klincksiek (D) – 211 Punkte
  3. #790 Sebastian Dillner (D) – 153 Punkte
BMW RR Cup: Jenny Lehmann erobert die Spitze zurück

Eine der großen Überraschungen der Saison bleibt Jenny Lehmann. Vier Siege hatte sie bereits vor Oschersleben auf ihrem Konto. Ihr härtester Konkurrent Maik Hornberger hatte sich mit Hartnäckigkeit und Konstanz zwischenzeitlich sogar an die Tabellenspitze geschoben.

In Oschersleben wollte Lehmann die Verhältnisse wieder geraderücken – und begann mit der Bestzeit im Training sowie der Pole Position. Neben ihr starteten Michael Kaufhold und Michael Wimmer, Hornberger ging von Rang fünf ins Rennen.

Im ersten Lauf konnte – abgesehen von Gastfahrer Julian Rösch – niemand Lehmann folgen. Sie gewann von der Pole Position und setzte damit ein weiteres Ausrufezeichen im Meisterschaftskampf. Michael Kaufhold versuchte alles, musste nach einem Ausflug ins Kiesbett jedoch sieben Positionen abgeben. Zweiter wurde Erik Thomsen vor Michael Wimmer.

In der Advanced-Wertung profitierte Sebastian Lorch von Kaufholds Fehler und verwandelte seinen bis dahin zweiten Platz in einen Sieg. Kaufhold kämpfte sich noch auf Rang zwei zurück, Christoph Meurer feierte als Dritter sein erstes Saisonpodium.

Rennen zwei begann für Lehmann deutlich turbulenter. Ein Frühstart brachte ihr eine 20-Sekunden-Strafe ein. Auf der Strecke fuhr sie zwar an der Spitze, musste anschließend aber gegen die Uhr kämpfen. Am Ende reichte es noch für Gesamtplatz vier.

Michael Kaufhold machte es diesmal besser und holte den Sieg vor Michael Wimmer und Maik Hornberger. Damit gewann Kaufhold auch die Advanced-Wertung vor Sebastian Lorch und Christoph Meurer.

Trotz der Strafe holte sich Jenny Lehmann die Meisterschaftsführung zurück. Maik Hornberger besitzt allerdings weiterhin reale Titelchancen, während Erik Thomsen zumindest rechnerisch noch im Rennen ist.

Stand BMW RR Cup – Gesamtwertung:

  1. #92 Jennifer Lehmann (D) – 212 Punkte
  2. #95 Maik Hornberger (D) – 205 Punkte
  3. #77 Erik Thomsen (DK) – 158 Punkte

BMW RR Cup – Advanced-Wertung:

  1. #150 Sebastian Lorch (D) – 169 Punkte
  2. #773 Michael Kaufhold (D) – 169 Punkte
  3. #92 Jennifer Lehmann (D) – 129 Punkte

Damit herrscht sogar Punktgleichheit an der Spitze der Advanced-Wertung.

Ladies Challenge: Lehmann vor Weber und Malo

Patricia Kok blieb in Oschersleben ohne Ergebnis. Ihr Team- und Ehepartner Ashwin van der Flier hatte sich bei einem Sturz verletzt, woraufhin Kok darauf verzichtete, selbst anzutreten, und bei ihm im Krankenhaus blieb. Damit machten die übrigen Fahrerinnen die Ladies Challenge unter sich aus. In beiden Läufen ergab sich dieselbe Reihenfolge:

  1. Jenny Lehmann (BMW RR Cup)
  2. Diana Weber (Supersport open)
  3. Brigitte Malo (Supersport Next Generation)
„Auf der Strecke Gegner, im Paddock Freunde“

Dass die IBPM nicht allein von Rundenzeiten, Punkten und Pokalen lebt, zeigte eine Szene abseits des eigentlichen Renngeschehens. Nach einem Sturz von August Wernig war dessen Motorrad stark beschädigt – eigentlich schien das Wochenende für ihn beendet. Doch die Konkurrenz half. Benötigte Teile kamen von anderen Fahrern und Teams, vor allem von TTSL, sodass Wernigs Motorrad wieder einsatzfähig gemacht werden konnte. Für den Veranstalter war genau diese Aktion eines der Highlights des Wochenendes: „Auf der Strecke Gegner, im Paddock Freunde.“ Sie stehe exemplarisch für den Zusammenhalt innerhalb der IBPM.

Finale in Most: Noch kein einziger Titel ist vergeben

Damit ist alles angerichtet für ein hochspannendes Saisonfinale. Vom 4. bis 6. September 2026 gastiert die IBPM auf dem Autodrom Most. Und die Ausgangslage könnte kaum besser sein: In keiner Klasse und keiner Wertung steht der Meister bereits fest.

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In der Superbike open versucht André Krüger, seinen Vorsprung gegen den heranstürmenden Norick Tschauder zu verteidigen. In der Supersport open liegen Holtz, Simonsen und Busch dicht beieinander. Alan Kreimes darf sich in der Next Generation keinen Ausrutscher erlauben, und im BMW RR Cup trennen Jenny Lehmann und Maik Hornberger gerade einmal sieben Punkte. Oschersleben hat die Meisterschaft nicht entschieden. Im Gegenteil: Lauf fünf hat dafür gesorgt, dass es vor dem Finale richtig eng wird.

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