Titelbild & alle Fotos/Videos: Stephanie Rössel
Kopf an Kopf, Reihe an Reihe: Wer am Freitagabend von der Freilichtbühne am Schwanenteich ins Publikum blickte, sah vor allem eines – Menschen. Sehr viele Menschen. Menschen, die Montez‘ Musik mögen, seine Texte kennen und mit seinen Songs ihre ganz eigenen Geschichten verbinden.
Auf seiner Jubiläumstour „15 Jahre Montez“ machte der Sänger und Songwriter gestern Abend Station in Zwickau, wo er im Übrigen zum ersten Mal auftrat. Von „Geisterstadt“ konnte an diesem Abend jedenfalls keine Rede sein. Das Areal war voll – und zwischen Bühne und den dicht gedrängten Reihen entwickelte sich schnell jene besondere Nähe, die bei seinen Fans geschätzt wird.
Der gebürtige Bielefelder steht zwar oben auf der Bühne, schafft es aber erstaunlich schnell, diese unsichtbare Grenze zwischen Künstler und Publikum verschwinden zu lassen. Locker, natürlich, ohne große Star-Attitüde. Statt distanzierter Show wirkt vieles fast so, als würde da jemand gemeinsam mit ein paar tausend „Herzensmenschen“ seine Songs feiern.
Montez in Zwickau: Wenn aus Zuhörern ein Chor wird
Selbst wer sich nicht zum Kreis der Hardcorefans zählt, dürfte an diesem Abend ziemlich schnell feststellen: Erstaunlich viele dieser Lieder kennt man. Melodien, die längst selbstverständlich geworden sind. Refrains, die irgendwo hängen geblieben sind. Und Texte, mit denen vermutlich schon so mancher Liebeskummer zelebriert wurde. „Liebe in Gefahr“, „erste/letzte“, „Glücklich“ oder „Wir tanzen den Regen weg“ – manchmal reichen schon die Titel, um zu verstehen, in welcher Gefühlswelt sich der Künstler musikalisch bewegt.
Es geht um Menschen, die einem verdammt viel bedeuten. Um Beziehungen, die funktionieren – oder eben nicht. Um das, was man lieber „verstecken“ würde, und Gefühle, gegen die manchmal selbst der dickste „Panzer“ nichts ausrichten kann. Und wenn ein paar tausend Menschen diese Geschichten gemeinsam singen, steigt das „Fieber“ vor der Bühne ohnehin noch ein bisschen weiter.
Natürlich darf dabei „Auf & Ab“ nicht fehlen. Jener Song, der ihn 2021 endgültig den großen Durchbruch brachte und Platz eins der deutschen Singlecharts erreichte. Seine Songs handeln von Nähe und Distanz, vom Verlieben und Verlieren. Manchmal melancholisch, manchmal tanzbar, häufig direkt. Seine Texte lassen genügend Platz, um eigene Erlebnisse darin wiederfinden können. Aber manchmal gibt es auf all die Fragen, die Beziehungen so mit sich bringen, eben einfach „Keine Antwort“.
Ein Jubiläum, das auch zurückblicken darf
2026 sind es 15 Jahre, seit Montez sein erstes Album veröffentlichte. Sechs Studioalben, Gold- und Platin-Auszeichnungen und mehr als eine Milliarde Streams über seine verschiedenen Projekte hinweg liegen inzwischen auf diesem Weg. 2025 führte ihn seine erste große Arena-Tour vor insgesamt rund 150.000 Besucherinnen und Besucher. Zahlen, die ziemlich weit entfernt wirken von den Anfängen eines Jungen aus Bielefeld, der bereits als Teenager seine ersten Texte schrieb.
Der Weg nach oben verlief keineswegs geradlinig. Montez blieb dran, schrieb weiter, arbeitete an seiner eigenen Musik und zunehmend auch für andere Künstler. Heute steckt sein Songwriting unter anderem in Musik für Elif, badmómzjay und Helene Fischer.
Auch die alten Songs bekommen in Zwickau ihren Moment
Ein paar ältere Titel schaffen es ebenfalls zurück auf die Bühne. Für die musikalische Zeitreise nimmt er sich reichlich Zeit und liefert ein Konzert in Überlänge. Kein exakt einstudiertes Programm, Raum für gemeinsame Momente und wenn Tausende einen Refrain übernehmen, Arme nach oben gehen und irgendwo zwischen Bühne und den letzten Reihen kaum noch auszumachen ist, wer gerade lauter singt, wird aus dem Konzert für einige Minuten eine ziemlich große Gemeinschaft.
Zahlreiche Plakate in den Reihen bitten um ein Selfie mit ihm. Da werden sogar Tauschgeschäfte angeboten: Biete Fruchtgummi gegen Foto. „Ich mag ja eigentlich nur Schokolade“, gab der 32-Jährige preis. Lachte aber dann und ließ sich trotzdem in Reihe 1 ablichten. Und auf die Frage „Wie viele Lieder muss ich noch schreiben?“ dürfte es nach diesem Abend eigentlich nur eine Antwort geben: Am besten noch viele.
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15 Jahre „Auf & Ab“: Montez baut sich vor der Freilichtbühne Zwickau einen riesigen Chor





















