Es gibt Figuren, die bleiben ewig aktuell. Weil sie neugierig sind, widersprechen und sich mit einem „Das ist eben so“ nur ungern zufriedengeben. Bibi Blocksberg gehört dazu. Wer früher ihre Hörspielkassetten umdrehte, sitzt heute womöglich mit den eigenen Kindern im Kino. Auf der Leinwand hat die Junghexe noch immer reichlich Unsinn im Kopf – und das Herz am rechten Fleck. In „Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise“ gerät nun allerdings selbst ihr Verhältnis zur Zeit gehörig durcheinander.
Dabei beginnt alles mit einer ziemlich alltäglichen Panne: Bibi hat die Anmeldung zum Schulpraktikum verpasst. Während Marita bei der Polizei mitarbeiten darf und Florian mit Reporterin Karla Kolumna unterwegs ist, bleibt für sie ein Platz im Museum. Begeisterung sieht anders aus. Zwischen Ausstellungsstücken und Vergangenheit erwartet Bibi vor allem eines: Langeweile.
Doch dann verschwindet eine wertvolle Spieluhr. Bibi und Marita wollen den Diebstahl aufklären und sich dafür in die Nacht des Einbruchs zurückhexen. Ein überschaubarer Zeitsprung, eigentlich. Stattdessen landen die beiden 139 Jahre in der Vergangenheit, auf Schloss Klunkerburg.
Dort lernen sie Fritzi kennen, deren Tante Mathilde es auf die Spieluhr abgesehen hat: ein kostbares Erbstück von Fritzis Mutter. Plötzlich geht es darum, einer neuen Freundin beizustehen und zugleich den Weg nach Hause zu finden. Für ein zunächst ungeliebtes Praktikum ist das eine beachtliche Entwicklung.
Warum Bibi Blocksberg Generationen verbindet
Bibis eigene Geschichte reicht inzwischen mehr als vier Jahrzehnte zurück. Am 4. August 1980 erschien das erste Hörspiel „Hexen gibt es doch“. Erfunden hat die Figur Elfie Donnelly. Aus der kleinen Hexe wurde eine Begleiterin durch Kinderzimmer und Kindheiten.
Vielleicht liegt ihre anhaltende Nähe zum Publikum gerade darin, dass Bibi längst nicht alles richtig macht. Sie ist ungeduldig, überschätzt sich und handelt gelegentlich schneller, als sie denkt. Eine verpasste Anmeldung passt da bestens ins Bild. Ebenso der Wunsch, anschließend selbst etwas in Ordnung zu bringen.
Auch die Geschichte des neuen Films knüpft daran an: Ein gut gemeinter Plan geht schief, aus dem Missgeschick wächst Verantwortung. Freundschaft und Einfallsreichtum werden gebraucht. Das sind Themen, für die sich jede Generation aufs Neue interessiert. Ein fliegender Besen hilft natürlich dabei, die Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Besetzung und Musik: Nala kehrt als Bibi zurück
Nach „Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen“ übernimmt Nala erneut die Titelrolle. FIA spielt Marita, Carmen Diego ist als Fritzi von Klunkerburg dabei. Zum Ensemble gehören außerdem Rosalie Thomass und Friedrich Mücke als Barbara und Bernhard Blocksberg sowie Palina Rojinski als Karla Kolumna. Nilam Farooq spielt die Museumskuratorin Farrah Pahani; Fritzi Haberlandt übernimmt die Rollen Beatrix und Mathilde von Molch.
Regie führt wieder Gregor Schnitzler, das Drehbuch stammt von Bettina Börgerding. Die Songs steuern Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua Lange bei. Zum Film gehören unter anderem die Titel „Nachts im Museum“, „Superstar“ und „Hexentanz“.
Filmtipp für Familien: Gemeinsam zurück in die Kindheit
Für einen Familienausflug ins Kino hat diese Geschichte einen reizvollen Ausgangspunkt: Kinder begegnen einer Heldin, die Fehler machen darf und trotzdem etwas bewegen kann. Erwachsene treffen eine alte Bekannte wieder. Und während Bibi in einer anderen Zeit nach dem Heimweg sucht, dürfte mancher im Publikum kurz an das eigene Kinderzimmer denken.
So steckt in diesem neuen Bibi-Blocksberg-Film schon vom Grundgedanken her eine doppelte Zeitreise. Eine führt auf Schloss Klunkerburg. Die andere zurück zu jenem vertrauten Gefühl, dass sich mit Mut, guten Freunden und einem beherzten „Hex-hex“ vielleicht doch etwas ändern lässt.

Die Filmdaten:
- Kinostart: 24. September 2026
- Genre: Familienfilm, Fantasy, Abenteuer
- Laufzeit: 90 Minuten
- Altersfreigabe: FSK 0, ohne Altersbeschränkung
- Regie: Gregor Schnitzler
- Drehbuch: Bettina Börgerding
- Verleih: LEONINE Distribution
Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Ihr Fokus liegt auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.
Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise: Hex-hex kennt kein Alter

