Manchmal beginnt ein Aufbruch mit geschlossener Zimmertür und aufgedrehter Musik. Draußen die anderen, drinnen das Gefühl, irgendwie falsch zu sein. Julia Meladin kennt die Geschichten hinter solchen Momenten – und gibt ihnen eine Melodie. Mit „Stille Maus“ rückt die Sängerin Menschen ins Licht, die sonst leicht übersehen werden. Im November geht es für sie selbst wieder ins Scheinwerferlicht: Die „Rosarote Mauer Tour 2026“ startet am 3. November im Leipziger Täubchenthal und führt sie anschließend durch Deutschland und Österreich.
„Stille Maus“: Wenn Musik der einzige Rückzugsort ist
Pferdeschwanz, alte Brille, bloß nicht auffallen. Die Figur in „Stille Maus“ steht am Rand einer Welt, in der alle anderen ihren Platz scheinbar längst gefunden haben. In der Schule bleibt sie allein, die Pausen verbringt sie auf der Toilette. Zu Hause warten Streit und Tränen. Also Musik an. Laut genug, um für einen Moment alles andere auszublenden.
Julia Meladin erzählt diese Geschichte mit einem Blick für die kleinen Szenen, in denen große Verletzungen stecken. Wer sich versteckt, muss schließlich längst nicht unsichtbar sein wollen. Manchmal fehlt einfach ein Mensch, bei dem man sich zeigen kann.
„Rosarote Mauer“: Neue Farben hinter der Fassade
Rosa gehört übrigens längst zu ihrem visuellem Kosmos bei Outfits, Plakaten und Merch. Mit „Rosarote Mauer“ bekommt die vertraute Farbe eine weitere Bedeutung. Der Titel lenkt den Blick auf das, was hinter einem sorgfältig aufgebauten Bild verborgen bleibt. Die gleichnamige Single begleitet den nächsten Abschnitt ihrer musikalischen Entwicklung. Im November und Dezember bringt sie ihre Songs wieder auf die Bühne. Die Tour knüpft an ihre Konzerte von 2025 an.
03.11.26 – Leipzig / Täubchenthal
04.11.26 – AT-Wien / Szene
05.11.26 – AT-Graz / PPC
06.11.26 – AT-Telfs / Rathaussaal
08.11.26 – Lindau / Club Vaudeville
09.11.26 – München / Backstage
10.11.26 – Frankfurt/M. / Zoom
03.12.26 – Bochum / Zeche
04.12.26 – Köln / Kantine
05.12.26 – Hamburg / Grünspan
06.12.26 – Berlin / Columbia Theater
Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Ihr Fokus liegt auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.
Julia Meladin: Von der „Stillen Maus“ zur „Rosaroten Mauer“ – Tourstart in Leipzig

