Nachrichten VogtlandMazze Wiesner: “Musik ist mein bester Therapeut und Seelenheiler.”

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Er hat seinen ihren Erfolg nicht über Nacht erreicht, sondern sich diesen mit Leidenschaft, harter Arbeit und unzähligen Live-Auftritten erspielt. Der Sänger, Songwriter und Multiinstrumentalist aus Thüringen steht seit vielen Jahren auf der Bühne und hat sich mit authentischem Deutschrock, gefühlvollen Balladen und einer markanten Stimme eine treue Fangemeinde aufgebaut.

Im Alter von zwölf Jahren gab es die Initialzündung für seinen Traum, Musiker zu werden. Das erste Instrument stand damals längst in seinem Kinderzimmer, ein hellblaues Mickey-Mouse-Schlagzeug, das ihm seine Eltern zum sechsten Geburtstag schenkten. Da hatte noch der Fußball Priorität, sogar ein Wechsel zum FC Carl-Zeiss Jena war im Gespräch.

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Zur Jugendweihe kaufte er sich ein „richtiges“ Schlagzeug und gründete kurz darauf die Schülerband „Die sibirischen Wölfe“ in seiner Heimatstadt Eisenberg. Fortan bestimmte die Musik seine ganze Freizeit. Weil ein Bandmitglied ausfiel, brachte er sich selbst das Gitarre spielen bei, später lernte er Bass und einige weitere Saiteninstrumente. Außerdem spielt er Klavier und Akkordeon. Schon früh beschäftigte er sich mit digitaler Aufnahmetechnik und jobbte in den Ferien, um sich ein eigenes kleines Studio einzurichten. Während seiner Zivildienstzeit sprang er als Schlagzeuger in der Band seines Vaters ein. Später ging er zum Pädagogikstudium nach Erfurt und wurde Grundschullehrer mit Schwerpunkt Musik.

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1990 mit seinem ersten Schlagzeug

Als im Jahr 2017 die Dinnershow „Moments“ im Chemnitzer Kraftverkehr aus der Taufe gehoben wurde, gründete er die Band „The Matt Lawner Five“ und  zog mit  ihr den roten musikalischen Faden zwischen den vielen artistischen Acts. Seitdem stellt er hier seine große musikalische Bandbreite unter Beweis und spielt Coversongs quer durch die Rockgeschichte, zunehmend ergänzt von eigenen Songs. Die lange Proben- und Spielzeit der Show war auch der Grund, weshalb Wiesner 2018 Chemnitzer wurde. Bis heute ist er als Musiker und musikalischer Leiter bei „Moments“ engagiert, auch nachdem die Show nach Dresden wechselte.

Einem breiten Publikum wurde Mazze Wiesner durch seine Teilnahme bei „The Voice of Germany“ bekannt, wo er für „Halt mich“ von Grönemeyer“ vier Buzzer bekam. Sein Auftritt überzeugte die Coaches ebenso wie das Publikum. Im Interview spricht Mazze Wiesner über seinen bisherigen Weg und sein bevorstehendes Konzert zum zehnjährige Band-Jubiläum am 19. September 2026 im Carlowitz Congresscenter Chemnitz.

1996 stand ein zwölfjähriger Junge am Stausee Hohenfelden und sah Peter Maffay auf der Bühne. Wenn du heute an diesen Abend zurückdenkst – woran erinnerst du dich?

Ich kannte Peter Maffay gar nicht wirklich bis dahin. Es war ein Geburtstagsgeschenk von meiner Tante Heidi. Dann waren wir da und ich war schon ziemlich aufgeregt – mein allererstes großes Konzert! Ich erinnere mich an die Wucht, mit der die Band den ersten Song “Siehst du die Sonne” gepowert hat und den enormen Impact von Bertram Engels Schlagzeugspiel an diesem Abend. Maffay selbst war unglaublich charismatisch und diese Band spielte aus meiner Sicht überirdisch gut zusammen und klang auch fantastisch. An diesem Abend habe ich beschlossen, das will ich auch mal machen, wenn ich groß bin. Nach dem Konzert war ich körperlich völlig fertig und bin im Auto meiner Tante eingeschlafen. Während dessen haben meine Tante  und ihre Freundinnen im Schlamm auf der Parkwiese versucht, dass Auto wieder rauszubekommen. Das hat am Ende auch geklappt, aber alle sahen dementsprechend aus – nur der “kleine” Mazze schnarcht seelenruhig und überglücklich über das gerade Erlebte auf dem Rücksitz. Ein prägendes Ereignis für mich! 

Du hast Fußball gespielt, Lehrer studiert und hättest viele sichere Wege einschlagen können. Warum war Musikerwerden trotzdem nie verhandelbar?

Beim Musik machen auf der Bühne – egal ob vor ein paar Leuten oder einer Riesen Crowd komme ich in einen Zustand, was bisher nichts anderes erreicht hat. Ich fühle mich verbunden mit mir, der Welt und denke nicht nach, sondern bin ganz und gar in dem Moment. Das absolute Glücksgefühl und im Einklang mit allem, was ist und mich umgibt. Musik machen (damit meine ich sowohl das eigene Musizieren als auch das gleichzeitige Hören von dem, was man da macht) hat mir aus allen und ich betone aus allen “Krisen” und schweren Zeiten geholfen. Musik ist mein bester Therapeut und Seelenheiler. Beim Musikmachen fühle ich mich am Stärksten in meinem Potential als Mensch, der genau das hier in seinem irdischen Sein vollziehen und zelebrieren soll und darf und das eben nicht nur für sich, sondern für die Gemeinschaft. Deshalb ist Musikerwerden & – sein nicht verhandelbar für mich.

Du wirst oft als „Deutschrockpoet“ bezeichnet. Was bedeutet Poesie für dich eigentlich? Schöne Worte oder ehrliche Worte?

Die Bezeichnung stammt aus einer Rezension von meinem 2ten Album “5vor12”. Seither benutze ich das auch, weil es das ganz gut trifft finde ich. Ich sitze schon ne Weile über meinen Texten und versuche immer wieder neu verschiedene Wege, die Lyrics wohlklingend auf die Musik zu schneidern, ohne das es hackt. Für mich schließen sich schöne und ehrliche Worte nicht aus. Poesie ist für mich meine lautmalerische Sprache, mit denen ich meiner Musik ein anderes Gewand “nähe”, die die Musik im besten Fall auf eine andere Art begreiflich macht.

Gibt es Themen, über die du bewusst noch keinen Song geschrieben hast, weil sie dir zu nah gehen?

Bisher nicht. Eher im Gegenteil. Es ist eher so, dass ich mich frage, ob ich den Song veröffentliche oder nur für mich haben will. Das kommt tatsächlich schon mal vor.

Vier Buzzer bei “The Voice” – kannst du dich noch an den allerersten Gedanken damals erinnern? Und wenn du heute nochmal für einen “ersten Eindruck” singen müsstest – welchen Song würdest du heute wählen?

Als ich realisierte hatte, dass tatsächlich alle vier Stühle zu mir zeigen und ich die freie Auswahl habe, war der kleine Junge in mir mega stolz und fühlte sich bestätigt in der Annahme, dass ich als Musiker und Sänger doch einen Wert habe. Wenn ich den Eindruck vertonen müsste, würde ich wahrscheinlich Van Halen mit “Jump” wählen.

Inzwischen standest du selbst mit Peter Maffay auf der Bühne. Hast du etwas von ihm gelernt, das nichts mit Musik zu tun hat?

Mich hat schon immer sein Umgang mit seiner Crew und seinem direkten Umfeld fasziniert. Da gibt es keine Star Allüren, die er sich angesichts seines großen Erfolges und Bekanntheitsgrades sicher “leisten” könnte, aber das komplette Gegenteil ist der Fall! Dieser Respekt und die Augenhöhe zu wahren zu allen Leuten und zu erkennen, dass man nur glänzen kann, wenn alle ihren Job mit Herz und Leidenschaft machen ist eine gute Lehre, die ich nur zu gern für mich übernommen habe.

Du bist nicht in Chemnitz geboren und scheinst du eng verbunden bzw. gerne da zu leben. Was schätzt du an der Stadt?

Die Stadt ist auf den ersten Blick nicht so glamourös und hipp, aber sie hat tolle Menschen, von denen ich viele als meine Freunde wissen darf. Und diese Freunde haben mir Ecken gezeigt, die sich lohnen zu entdecken. Chemnitz ist definitiv eine Liebe auf den zweiten oder dritten Blick und wesentlich bunter und vielfältiger als die Einfahrt der Leipziger Straße vermuten lässt.

Zehn Jahre Band bedeuten auch zehn Jahre Freundschaften, Konflikte und Kompromisse. Was hält euch eigentlich zusammen? 

In erster Linie wollen wir alle zusammen eine gute Zeit auf und hinter der Bühne verbringen. Das Geheimnis liegt auch ein bisschen daran, dass alle ihr Egos kennen und gekonnt mal zur Seite legen, wenn es zu viel wird. Das ist eine Eigenschaft, die ich bei all meinen Bandkollegen und Technikern sehr schätze. Die gemeinsame Vision, mit diesem Projekt viele Menschen zu erreichen und zu bewegen, hat uns eng zusammen geschweißt und treibt mich und uns nach wie vor an, immer weiter zu machen.

Das Jubiläumskonzert im September – warum sollte man unbedingt kommen?

Dieses Konzert wird es nur einmal geben. Keine Tour dazu oder eine Wiederholung. Es gibt nur diese Premiere mit allen Überraschungen, die wir uns nur für diesen Abend einfallen lassen haben. 

Was machst du immer als erstes, wenn du nach einem Konzert von der Bühne kommst?

Ich umarme meine Bandkollegen und bedanke mich für die Leistung von allen und freue mich wie ein Kleinkind, wenn es ein gelungenes Konzert war.

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Nachgefragt bei…Matthias “Mazze” Wiesner
Lieblingsessen: Kartoffelbrei mit Gurkensalat und Fischfilet
Lieblingsmusik: Rock, Blues, Soul, Funk
Lieblingswort: trotzdem
Lieblingsort: Madeira
Lieblingsmoment: Die letzten Sekunden eines Konzertintros bevor man endlich selbst anfängt zu spielen!

Tickets für das Konzert am 19.9. gibt es bei Eventim / Weitere Informationen gibt es unter WIESNER | ROCK / Zehn Jahre Mazze Wiesner & Band – Das Jubiläumskonzert / Beginn 20 Uhr / Carlowitz Congresscenter Chemnitz, Carlowitz Saal

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