Titelfoto: Niners Academy
Plauen, Chemnitz, Madrid. Drei Städte, die den bisherigen Weg von Finn Thönelt ziemlich treffend beschreiben – und zwischen denen sportlich Welten zu liegen scheinen. Der erst 15-jährige Plauener wurde für das Jugendprogramm von Real Madrid ausgewählt und wird künftig in Spanien leben, trainieren und zur Schule gehen. Für Thönelt ist es der bislang größte Schritt einer Karriere, die gerade erst begonnen hat.
Dass ein Nachwuchsspieler aus dem Vogtland die Chance erhält, seine Ausbildung bei einem der international bekanntesten Basketballvereine fortzusetzen, ist außergewöhnlich. Gleichzeitig kommt dieser Schritt keineswegs aus dem Nichts.
Die ersten Schritte im Basketball führen ins Vogtland
Thönelts Geschichte beginnt im Plauener Basketball. Seine Verbindung zum BC Vogtland ist auch in den offiziellen Aufzeichnungen des Basketballverbandes Sachsen dokumentiert. Beim Bundesjugendlager 2025 wurde er bereits als Spieler der NINERS Chemnitz und des BC Vogtland geführt.
Schon früh deutete sich an, dass aus dem groß gewachsenen Nachwuchsspieler mehr werden könnte. Bereits 2021 stand Thönelt für das Diesterweg-Gymnasium Plauen bei „Jugend trainiert für Olympia“ auf dem Feld. 2025 wurde er bei der Plauener Ehrung des Sports für seine Leistungen im Basketball ausgezeichnet.
Vor rund zwei Jahren folgte eine Entscheidung, die für einen jungen Jugendlichen alles andere als selbstverständlich ist: Thönelt verließ Plauen und wechselte nach Chemnitz ins Internat. Dort bekam er die Möglichkeit, sein Talent unter professionelleren Bedingungen weiterzuentwickeln und sich im leistungsorientierten Nachwuchsbasketball zu beweisen. Seine Heimat verlor er dabei nicht aus den Augen.

Bei den NINERS Chemnitz geht die Entwicklung steil nach oben
Bei der NINERS Chemnitz Academy nahm Thönelts Entwicklung weiter Fahrt auf. In der JBBL, der Jugend-Basketball-Bundesliga, konnte er sich mit einigen der stärksten Nachwuchsspieler Deutschlands messen. Spätestens 2025 rückte er auch überregional stärker in den Fokus. Beim Bundesjugendlager in Heidelberg spielte Thönelt für die Mitteldeutsche Auswahl. Dort gehörte er zu den vom Deutschen Basketball Bund gesichteten Talenten. Der Basketballverband Sachsen hob anschließend ausdrücklich die Sichtungen der beiden Chemnitzer Spieler Liam Böhme und Finn Thönelt hervor. Der nächste Schritt ließ nicht lange auf sich warten.
Dirk Bauermann lädt Finn Thönelt nach Heidelberg ein
Im April 2026 gehörte der Plauener zu gerade einmal 23 Spielern des Jahrgangs 2011, die zum Burkhard-Wildermuth-Camp nach Heidelberg eingeladen wurden. Die Auswahl trafen mit Dirk Bauermann und Steffen Hamann zwei prominente Namen des deutschen Basketballs. Das Camp fand im Umfeld des traditionsreichen Albert-Schweitzer-Turniers statt und brachte einige der interessantesten deutschen Talente dieses Jahrgangs zusammen. Für Thönelt war die Einladung ein weiteres Signal: Der Junge aus Plauen war endgültig auf dem Radar des deutschen Nachwuchsleistungssports angekommen.
Auch seine Leistungen im Verein blieben nicht unbemerkt. Im Frühjahr nominierte ihn die NINERS Academy für den JBBL „Rookie of the Year Award“. Die Chemnitzer bezeichneten die Nominierung als besondere Auszeichnung für seine Leistungen während der Saison.
Mit 15 Jahren im deutschen U16-Kader
Im Sommer wurde die Entwicklung noch einmal rasanter. Bundestrainer Dirk Bauermann nominierte Finn Thönelt für die deutsche U16-Auswahl. Im Juni nahm er am Lehrgang des Deutsch-Französischen Jugendwerks in Kienbaum teil und gehörte zum Aufgebot für die Länderspiele gegen Frankreich.
Im Kader standen Talente aus Nachwuchsprogrammen von ALBA Berlin, ratiopharm ulm, den Hamburg Towers, den Telekom Baskets Bonn oder der Porsche Basketball-Akademie Ludwigsburg. Damit war seine Zeit beim DBB längst nicht beendet. Im Juli nominierte Bauermann den Plauener erneut. Thönelt gehörte sowohl beim Lehrgang in Oldenburg als auch bei der anschließenden Vorbereitung mit internationalen Turnieren in Istanbul und im spanischen Cáceres zum deutschen U16-Aufgebot. Für Deutschland traf er dort unter anderem auf Spanien, Frankreich und Serbien – und damit auf genau jene Basketballnationen, deren Nachwuchsarbeit europaweit Maßstäbe setzt.
Trotz der Entwicklung in Chemnitz blieb das Vogtland ein Teil seiner sportlichen Geschichte. In diesem Sommer arbeitete Thönelt auch wieder in seiner Heimat an seiner Form. Tobias Thoß begleitete ihn unter anderem im Athletik- und Basketballtraining und unterstützte ihn auf seinem Weg in Richtung U16-Nationalmannschaft.
Real Madrid wird zur nächsten Station
Mit dem Wechsel in das Nachwuchsprogramm von Real Madrid beginnt für Finn Thönelt ein völlig neues Kapitel. Er wird seinen Lebensmittelpunkt nach Spanien verlagern und dort sportliche Ausbildung und Schule miteinander verbinden.
Der Name allein verdeutlicht die Dimension dieses Schrittes. Real Madrid gehört nicht nur im Fußball, sondern ebenso im Basketball zur europäischen Elite. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Spieler, die es in die Nachwuchsstrukturen des Clubs schaffen.
Für einen 15-Jährigen bedeutet der Wechsel deshalb weit mehr als einen neuen Verein. Neue Sprache, neue Schule, neues Land, ein internationales Leistungsumfeld und die Entfernung von Familie und Heimat gehören ebenso dazu wie tägliches Training auf höchstem Nachwuchsniveau. Es ist eine große Chance – und gleichzeitig eine enorme Herausforderung.
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Von Plauen zu Real Madrid: Basketball-Talent Finn Thönelt vor dem größten Schritt seiner jungen Karriere

