Nachrichten VogtlandUdo Lindenberg-Tribute in Plauen: Wie Dirk Fröhlich zu „Udo“ wird

Seit 2023 ist ODYSSEE mit dem Udo-Lindenberg-Tribute unterwegs. Im Mittelpunkt steht Frontmann Dirk Fröhlich, der als Sänger und Entertainer in die Rolle des Panikrockers schlüpft. Zum Konzept gehören neben der Musik auch die Annäherung an Lindenbergs Stimme, seine Bewegungen und seine Bühnenkleidung. Von der „Andrea Doria“ bis zum „Komet“ werden die Songs am Samstag, 10. Oktober 2026, um 19.30 Uhr in der Festhalle Plauen zu erleben sein. Kraftvolle Bandarrangements wechseln sich mit sanfteren Unplugged-Versionen ab – ein Programm zum Wiederentdecken, Erinnern und Mitsingen.

Wie wird man eigentlich zu Udo Lindenberg – und wie viel „Udo“ bleibt nach dem Auftritt? Dirk Fröhlich, Frontmann der Tribute-Band ODYSSEE, schlüpft auf der Bühne in die Rolle des Panikrockers. Vorab spricht der Mann mit Hut über sein Vorbild, den Weg zur Bühnenfigur und die Grenze zwischen Lindenberg und Fröhlich.

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Wie hat das mit dir und Udo angefangen? Erinnerst du dich an den konkreten Auslöser, aus dem Gedanken „Ich mag seine Musik“ irgendwann die Idee wurde: „Ich bringe diesen Mann auf die Bühne“?

In meinem achten Lebensjahr knallte „Boogie Woogie Mädchen“ von Udo aus’m Radio und meine Cousine Anja hatte plötzlich Candy Jane auf Vinyl-da war’s passiert. Wir sangen diese beiden Nummern als Acht- und Sieben-Jährige ständig im Chor und sprangen dabei auf den Sofas und drehten dabei enorm auf. Dann später noch die erste Udo-Show im TV-da war ich nicht mehr aufzuhalten-Fan durch und durch. Das allererste Konzert erlebte ich als Zwölfjähriger noch zusammen mit meiner Cousine. Danach sprang sie irgendwann ab und ich blieb mit meiner Leidenschaft für Udo allein. Jede Platte, jedes Konzert im Umkreis sollte ich nun erleben – bis heute, mit einer extrem ausgeprägten Leidenschaft für’s Sammeln: alle Tonträger, alle Zeitungsartikel, alle Poster- von allem alles – so wurde ich zum PANIK-EXPERTEN, wie Udo später mich selbst betitelte.

Erst im hohen Alter, nachdem ich selbst als Sänger, Komponist und Texter meine eigenen Alben und Musikvideos rausgebracht hatte und live als Der Capt’n & Band auf der Bühne stand, spielten wir neben den eigenen Songs auch Cover, die wir mochten. Irgendwann, so um 2019 rum “Ich mach’ mein Ding” von Udo. Das Publikum drehte durch und wollte mehr. Da gab’s plötzlich kein Zurück mehr. Einzig: Corona bremste aus und 2022 legten wir, am Anfang noch etwas holprig los, aber 2024 entdeckte uns schon eine Agentur, die mich als Udo “äußerst lecker” fand. Aus einer Agentur wurden zwei und so sind wir schon ganz gut deutschlandweit unterwegs.

Wie viel Udo war schon da, bevor du angefangen hast? Was an Stimme, Sprechweise und Bewegungen kam von selbst – und welches scheinbar beiläufige Detail hat dich richtig Arbeit gekostet?

Im Grunde war, solange ich denken kann, Udo da. Ich machte die Bewegungen, ich sah schon immer so aus wie er und ich konnte schon immer alle Texte auswendig. Trotzdem kostete es im vergangenen Jahr bis heute andauernd, noch einmal regelmäßigen, nicht nachlassenden Intensiveinsatz mit Vocalcoach – um als Udo das zu bringen, was ein echtes Udo-Publikum auch erwarten darf. Dicht am Original ist der Anspruch und daran arbeite ich hart, fast jeden Tag. Ein Bisschen Talent sollte natürlich nicht fehlen. Aber das meiste ist konzentrierte Arbeit. Richtig viel Mühe verwendete ich auf das Abnehmen : Udo wiegt nun mal nicht so ganz viel und der Capt’n stand mit erheblich mehr Gewicht auf der Bühne. 25 Kilo sind jetzt weg und das war natürlich nicht immer einfach, wenn man Kuchen und Schokolade so sehr liebt, wie ich.

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Nimm uns einmal mit in die letzten Minuten vor einem Auftritt: Wie wird aus Dirk Fröhlich dein Bühnen-Udo? Gibt es einen Moment, eine Geste oder einen Gedanken, mit dem du in die Rolle findest?

Etwa 30 Minuten vor dem Auftritt bin ich fertig geschminkt, trage den Frack und die Streifenhose, dann kommt der Original-Hut und die Original-Sonnenbrille und ich rede nur noch in Udo-Manier. Dirk Fröhlich ist irgendwo im Hintergrund und lächelt sich halb weg. Ich fühle mich extrem wohl so, zünde mir eine große, wohlschmeckende Zigarre an und dann kommt die Ouvertüre vom Paten, die Band auf der Bühne legt ekstatisch los und schon durchzieht mich ein wunderbarer warmer Schauer und es gibt kein Halten mehr…voller Adrenalin-Schub und die Odyssee beginnt. 

Hat Udo bei dir nach dem Konzert Feierabend? Oder erwischst du dich auch beim Einkaufen, am Küchentisch oder im Gespräch mit Freunden bei seiner Sprechweise und seinen Gesten?

Ab und zu sinniere ich im Kreise andächtiger Greise oder Freunde schon mal in Udo-Manier. Vor allem, wenn wir in einer freudigen Runde Eierlikör trinken oder mich die Udo-Coolness in einem schwierigen Alltagsszenario locker rausrettet…

Mit „Der Capt’n & Band“ singst du auch eigene Songs. Wie fühlt es sich an, wenn das Publikum einmal möglichst viel Udo in dir erkennen soll und ein anderes Mal dich als  Künstler?

Meine Songs als Capt’n sind schon mal durchaus udo-ähnlich, dann wieder so gar nicht. Es lässt sich aber eine eindeutige, frühkindliche Prägung wohl niemals so ganz verleugnen. Das war mir in den Anfangsjahren nicht immer unbedingt angenehm, weil die eigene Persönlichkeit auch ganz viel zu sagen hatte und hat. Aber irgendwann wurde mir klar: Etwas Lindenblüte darf man hier oder da mal wahrnehmen – auch das ist der Capt’n, auch das ist Dirk Fröhlich. Auf der Bühne ist der Capt’n ein absoluter sportlich aktiver euphorischer Sänger, der ganz viel mit und im Publikum agiert. Als Udo stehe ich ja eher cool und dynamisch-elastisch auf der Bühne. Da liegt schon ein ganz schöner Unterschied in der Art. Meine allerersten Songs “Voll im Wind” und “Shippin’ àway” machte ich übrigens ausgerechnet zusammen mit Hannes Bauer, dem Gitarristen vom Panik-Orchester. Hannes sagte mir damals: “Du hast so geile Sachen drauf-du musst jetzt ‘ne Band gründen und loslegen!” Und so kam es, dass ein damals 40-Jähriger zur Bühne kam und sich selbst überraschte, obwohl er vorher ja nie selbst Musik gemacht hat, geschweige denn sich auf eine Bühne getraut hätte.

Hast du ihn eigentlich selbst mal getroffen?

Das 1.Mal traf ich ihn, als 13-Jähriger im Januar ’79, in Hannover nach seinem Konzert. Wir quatschten damals ziemlich lang miteinander. Im selben Jahr bin ich dann öfter von zu Hause abgehauen, um von Hildesheim nach Hamburg zu trampen. Aber erst Jahre später durfte ich ihn etwas näher kennenlernen. Für diese Treffen vielfältigster Art werde ich ihm immer dankbar sein. Er ist für mich eine herausragende Person und ein ganz besonderer Mensch – und sein Udoversum ist gigantisch. Kein Mensch hat mich so geprägt wie Udo Lindenberg.

Wenn du am 10. Oktober mit ODYSSEE in Plauen auf der Bühne stehst: welcher Song ist dein eigener Favorit im Programm oder mit welchem verbindest du besonders viel?

Alle von uns dargebotenen Songs sind absolute Lieblingssongs von mir. Ich gehe echt vor Schmerzen in die Knie, wenn ich aus programmtechnischen Gründen (z. B. Bühnenauftrittszeit) Songs rausnehmen muss. Trotzdem ist “Wieder genauso” im Moment für mich ein ganz extrem tiefgehendes Lied. Ich möchte die Gründe gern für mich behalten. Aber auch mit “Honky Tonky Show” verbindet mich eine ganz lange und sehr intensive Freundschaft zu dem Catch-Europameister und Multi-Talent Klaus Kauroff aus der Panik-Familie von Udo Lindenberg. Er war auch beim Capt’n & Band oft als Darsteller auf den Bühnen und auch in vielen Videos mit vertreten. Er starb 2020 und ich vermisse ihn sehr schmerzlich. Ein paar Tage vor seinem Tod sangen wir am Krankenbett mit Tränen in den Augen “Honky Tonky Show”. Wir hielten uns die Hände. Dabei erlebten wir zusammen ganz intensiv die panischen Zeiten und der Song brachte uns noch einmal zum Strahlen und Weinen. Wir grüßten und dankten Udo ein letztes Mal.

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Nachgefragt bei…Dirk Fröhlich, dem fast richtigen Udo
Lieblingsessen: Rock ‘n’ Roll-Shrimps an Seetank mit Schiffszwieback mit Eierlikörsoße
Lieblingsmusik: Udo Lindenberg & Capt’n, von AC/DC bis ZZ/TOP und alles was so dazwischen ist, natürlich auch Beatles, Stones und auch Klassik. Ach nein…es gibt soooo viiiiel geiiiiiile Musik, da wird man nie mit fertig.
Lieblingswort: Bühne
Lieblingsort: Bühne
Lieblingsmoment: Der 2,5 Stundenmoment auf der Bühne und die Begegnungen danach – mit dem Publikum für Gespräche, Fotos u.v.m.
Verlosung:

Der Vogtlandstreicher.de verlost  3 x 2 Tickets für das Konzert am 10. Oktober 2026 in Plauen. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Das Gewinnspiel läuft vom 3. Oktober 2026 bis zum 8. Oktober 2026 um 0 Uhr. Die Teilnahme erfolgt per E-Mail mit Angabe von Name und Wohnort an gewinnspiel@vogtlandstreicher.de mit dem Betreff „Udo“. Unter allen Einsendungen wird ausgelost und die Gewinner werden bis spätestens 9. Oktober 2026 per E-Mail informiert. Die Teilnahmedaten werden nur für die Dauer des Gewinnspiels gespeichert und anschließend gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Ihr Fokus liegt auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.

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