Nachrichten VogtlandWaldbrand bei Meßbach gelöscht: Feuerwehr beendet Löscharbeiten im „Schwarzen Holz“

Titelfoto: Stadt Plauen
Nach mehr als einer Woche ist die eigentliche Brandbekämpfung im „Schwarzen Holz“ bei Meßbach beendet. Die Feuerwehr hat ihre Löscharbeiten in dem rund sieben Hektar großen Waldgebiet eingestellt. Damit endet ein außergewöhnlicher Großeinsatz, der seit dem Abend des 11. August zeitweise rund 200 Einsatzkräfte forderte und Feuerwehren sowie Hilfsorganisationen aus weiten Teilen des Vogtlandes zusammenführte.

Vollständig abgeschlossen ist das Kapitel allerdings noch nicht. Das Brandgebiet wird in Abstimmung mit dem Waldbesitzer weiterhin kontrolliert. Zudem laufen umfangreiche Aufräumarbeiten. Das Betretungsverbot für das „Schwarze Holz“ bleibt deshalb bis auf Weiteres bestehen.

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Sieben Hektar Wald betroffen – Löscharbeiten sind beendet

Am 11. August um 18.18 Uhr war die Feuerwehr zu einem Vegetationsbrand am Touristenweg in Meßbach alarmiert worden. Schon kurze Zeit später zeichnete sich ab, dass daraus einer der aufwendigsten Feuerwehreinsätze des Sommers im Vogtland werden würde.

Das Feuer breitete sich im schwer zugänglichen „Schwarzen Holz“ auf insgesamt rund sieben Hektar aus. Steile Hänge, dichter Bewuchs, Totholz und später immer wieder aufflammende Glutnester machten die Bekämpfung schwierig.

Inzwischen ist die Situation so weit stabilisiert, dass die Feuerwehr ihre Löscharbeiten beenden konnte. Die betroffene Fläche bleibt dennoch unter Beobachtung. Gemeinsam mit dem Waldbesitzer soll sichergestellt werden, dass mögliche Auffälligkeiten früh erkannt werden und bei Bedarf kurzfristig reagiert werden kann.

Betretungsverbot im „Schwarzen Holz“ bleibt bestehen

Wer nun wieder im betroffenen Waldgebiet unterwegs sein möchte, muss sich noch gedulden. Die Allgemeinverfügung des Vogtlandkreises zum Betretungsverbot bleibt bis auf Weiteres in Kraft.

Der Waldbesitzer ist derzeit damit beschäftigt, das Gebiet zu beräumen und entstandene Schäden zu beseitigen. Dabei kommt auch schweres Forstgerät zum Einsatz. Neben den laufenden Arbeiten können geschädigte Bäume und die Folgen des Brandes weiterhin Gefahren darstellen. Das Betreten des gesperrten Bereiches ist deshalb aus Sicherheitsgründen untersagt.

Vom Flächenbrand zum Kampf gegen Glutnester

Die vergangenen Tage hatten gezeigt, wie langwierig ein Waldbrand auch dann noch sein kann, wenn keine großen Flammen mehr sichtbar sind. Nachdem eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert worden war, verlagerte sich die Arbeit zunehmend in den Waldboden.

Immer wieder wurden dort tief sitzende Glutnester entdeckt. Feuerwehrleute mussten Erde aufgraben, Wurzeln und Baumstümpfe freilegen und die heißen Stellen mit Wasser ablöschen.

Zusätzliche Löschrucksäcke und Einreißhaken wurden dafür aus benachbarten Landkreisen angefordert. Später kamen ein Forstrückegerät und eine Bodenfräse hinzu. Damit konnten Randbereiche bearbeitet sowie tief brennende Baumstümpfe und weiteres Material freigelegt werden.

Drohnen überwachten das Brandgebiet mit Wärmebildkameras

Eine zentrale Rolle spielte während des gesamten Einsatzes die Drohnentechnik der Johanniter-Unfall-Hilfe. Das Gebiet wurde aus der Luft mit optischen Kameras und Wärmebildtechnik kontrolliert. So konnten Stellen mit auffällig hohen Temperaturen identifiziert werden. Die Feuerwehr konzentrierte ihre Arbeit anschließend gezielt auf diese Bereiche.

Besonders in der späteren Einsatzphase entstand daraus ein eng verzahntes System: Drohnen fanden Wärmequellen, Kreisregner wurden entsprechend umgesetzt und Feuerwehrleute öffneten verdächtige Stellen am Boden, um die Glut vollständig zu erreichen.

Löschhubschrauber holten Wasser aus der Talsperre Pirk

Eine besondere Dimension erreichte der Waldbrandeinsatz am 12. August. Wegen des schwer zugänglichen Geländes wurden zwei Löschhubschrauber der sächsischen Polizei angefordert. Sie nahmen ihr Löschwasser aus der Talsperre Pirk auf und warfen es gezielt über dem Brandgebiet ab. Auch am folgenden Einsatztag unterstützte noch ein Hubschrauber die Arbeiten.

Die Luftunterstützung allein konnte den Brand allerdings nicht endgültig löschen. Entscheidend blieb die Kombination mit den Bodentrupps, die unmittelbar nach den Wasserabwürfen in die betroffenen Bereiche vordrangen und versteckte Glutnester bearbeiteten.

THW baut kilometerlange Löschwasserversorgung auf

Auch die Versorgung mit ausreichend Wasser erforderte erheblichen logistischen Aufwand. Das Technische Hilfswerk errichtete eine etwa 2,3 Kilometer lange stabile Löschwasserleitung, um Wasser bis in die Nähe des Einsatzgebietes zu transportieren. Später kam eine zusätzliche Versorgung über das Gewerbegebiet Oberlosa hinzu. Tanklöschfahrzeuge brachten von dort Wasser im Pendelverkehr zur Einsatzstelle. Kreisregner – darunter zusätzliche Technik aus dem Landkreis Bautzen – hielten Teile der Brandfläche über längere Zeit kontinuierlich feucht.

Da sich das Brandgebiet in einem Trinkwassereinzugsgebiet befindet, durfte kein Löschschaum eingesetzt werden. Die Brandbekämpfung musste deshalb ausschließlich mit Wasser und mechanischer Arbeit erfolgen.

Bis zu 200 Einsatzkräfte kämpfen Tag und Nacht gegen den Waldbrand

Was zunächst als Vegetationsbrand begann, entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zu einem Großeinsatz. Sämtliche Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Plauen wurden alarmiert, später kamen zahlreiche Einheiten aus dem Vogtland und darüber hinaus hinzu.

Zum Höhepunkt waren nach Angaben der Stadt rund 200 Einsatzkräfte und Helfer beteiligt. Über mehrere Tage und Nächte wurden die Mannschaften regelmäßig ausgetauscht. Unterstützung kam unter anderem von Feuerwehren aus Adorf, Auerbach, Bad Elster, Eichigt, Falkenstein, Klingenthal, Markneukirchen, Muldenhammer, Neumark, Oelsnitz, Pausa, Pöhl, Rosenbach-Mehltheuer, Treuen und Zeulenroda. Beteiligt waren außerdem die Plauener Berufsfeuerwehr, das THW, die Johanniter, Polizei Sachsen, Rettungsdienst und Rettungszweckverband, Katastrophenschutz, Vogtlandkreis und Wasserwacht Pirk sowie weitere Einheiten.

Regen bringt schließlich zusätzliche Entspannung

Nachdem die Einsatzkräfte über Tage mit Hitze, Trockenheit und zeitweise auffrischendem Wind zu kämpfen hatten, brachte der einsetzende Regen ab dem 16. August zusätzliche Unterstützung. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Schwerpunkt ohnehin bereits von der akuten Brandbekämpfung auf die Nachsorge verschoben. Immer weniger neue Wärmequellen wurden entdeckt, die Zahl der Einsatzkräfte konnte schrittweise reduziert und schließlich mit dem Rückbau der umfangreichen Löschtechnik begonnen werden. Nun ist die eigentliche Brandbekämpfung abgeschlossen.

Steffen Zenner dankt Einsatzkräften und Helfern

Plauens Oberbürgermeister Steffen Zenner würdigte nach Abschluss der Löscharbeiten insbesondere das Zusammenspiel der zahlreichen Organisationen. „Ein großes Dankeschön gilt allen Helferinnen und Helfern vor Ort – ob von den Freiwilligen Feuerwehren, der Berufsfeuerwehr, dem Technischen Hilfswerk, dem Katastrophenschutz, dem Rettungsdienst, der Polizei oder dem Kreisbrandmeister des Vogtlandkreises“, so Zenner.

Der Einsatz habe erneut gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit über Organisations- und Behördengrenzen hinweg sei. Gerade Wind und hohe Temperaturen hätten die Brandbekämpfung zusätzlich erschwert.

Nach dem Feuer beginnt die Arbeit am Material

Auch wenn im Wald nicht mehr aktiv gelöscht wird, ist der Einsatz für die Feuerwehr damit organisatorisch noch nicht vollständig beendet. Die über Tage verwendete Technik muss zurückgebaut, gereinigt, überprüft und wieder einsatzbereit gemacht werden. Nach einem Großeinsatz dieser Dimension betrifft das eine erhebliche Menge an Schläuchen, Armaturen, Löschgeräten und weiterer Ausrüstung.

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„Schwarzes Holz“ bleibt vorerst gesperrt

Mit dem Ende der Löscharbeiten findet der tagelange Großeinsatz bei Meßbach seinen vorläufigen Abschluss. Aus einem sich rasch ausbreitenden Vegetationsbrand wurde ein kräftezehrender Kampf gegen tief sitzende Glutnester, der Feuerwehrleute und Helfer über viele Tage beschäftigte. Nun folgen Kontrolle, Beräumung und Aufarbeitung. Für Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer bleibt dabei eine Regel vorerst bestehen: Das „Schwarze Holz“ darf weiterhin nicht betreten werden.

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