Titelfoto: G. Petzold
In der Galerie Forum K in Plauen wird Kunst ab dem 21. August zum Wechselspiel: Mit „PING PONG – Perspektiven im Dialog“ zeigt die multidisziplinäre Künstlerin Gulnara Petzold eine Ausstellung, die sich nicht auf eine Kunstform festlegen lässt – und genau darin ihren Reiz entwickelt. Bis zum 11. September 2026 sind die Arbeiten an der Neundorfer Straße 4 zu erleben.
PING PONG: Kunst als permanenter Perspektivwechsel
Der Ausstellungstitel ist dabei weit mehr als ein griffiger Name. Er beschreibt das Prinzip, nach dem Petzolds Arbeiten miteinander kommunizieren. Wie bei einem schnellen Ballwechsel verändern sich die Perspektiven: von Fotografie zu Video, vom unbewegten zum bewegten Bild, vom öffentlichen Raum zur privaten Nähe. Entscheidend ist dabei nicht ausschließlich das einzelne Kunstwerk. Spannend wird vielmehr jener unsichtbare Raum, der zwischen den Arbeiten entsteht.
PING. Ein Bild.
PONG. Ein Klang.
Und dazwischen die Wahrnehmung des Betrachters.
Petzold bewegt sich bewusst an den Grenzlinien klassischer Genres. Fotografie, Video, Malerei und elektronische Musik werden nicht als voneinander getrennte Disziplinen behandelt, sondern greifen ineinander. Ihre Räume sollen deshalb nicht ausschließlich gesehen, sondern ebenso gehört und körperlich erfahren werden.
Wenn eine Ausstellung ihren eigenen Sound bekommt
Besonders markant ist Petzolds Verbindung von visueller Kunst und Musik. Ihre Arbeit als bildende Künstlerin ist eng mit ihrer Tätigkeit als Sound-Artist und Musikproduzentin verwoben. Atmosphärische Klanginstallationen verändern die Wirkung des Raumes und geben den visuellen Arbeiten eine zusätzliche Ebene.
Klang kann Distanz schaffen oder Nähe herstellen. Ein bewegtes Bild verändert die Wahrnehmung eines statischen Objekts. Und während digitale Arbeiten mit Flüchtigkeit spielen, bringen analoge Objekte Materialität und Haptik zurück in eine zunehmend digitale Bilderwelt. So entwickelt sich ein permanentes Spannungsfeld: analog gegen digital, Nähe gegen Distanz, Stillstand gegen Bewegung, privat gegen öffentlich – allerdings nicht als Kampf um die Vorherrschaft, sondern als Dialog.
Von „Bierbauch und Mamabauch“ bis „Kosmos Blumenwelten“
Wie unterschiedlich diese künstlerischen Spielfelder aussehen können, zeigen bereits die im Zusammenhang mit der Ausstellung präsentierten Arbeiten. Die Videoarbeit „Multi-ABC-Ping Pong“ von 2009 zerlegt Gesichter und Kommunikation in visuelle Fragmente. Die Fotografie „Bierbauch und Mamabauch“, ebenfalls aus dem Jahr 2009, stellt Körper und gesellschaftliche Wahrnehmung gegenüber. Mit „Abenteuer in der Auguststrasse Berlin“ von 2011 tritt ein weiterer fotografisch-filmischer Blick hinzu.
Dass Petzolds Arbeit keineswegs ausschließlich in digitalen Medien stattfindet, zeigt dagegen die aktuelle Malerei „Kosmos Blumenwelten“ aus dem Jahr 2026. Gerade dieses Nebeneinander verschiedener Zeiten, Techniken und Ausdrucksformen macht das Prinzip der Ausstellung greifbar.
Gulnara Petzold: Von Berlin ins Vogtland
Gulnara Petzold wurde 1984 in Greifswald geboren und lebt und arbeitet heute im Vogtland. Sie ist multidisziplinäre Künstlerin, Musikproduzentin und Kunstpädagogin. Studiert hat sie an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Anders, wo sie zur Meisterschülerin ernannt wurde. Auch über die bildende Kunst hinaus ist Petzold international vernetzt: Sie gehört dem Netzwerk female für elektronische Musik sowie dem Netzwerk Kultur Dresden an. Elektronische Musik von ihr erschien unter anderem bei sound.re.natura, key label und Associate Records.
PING PONG – Perspektiven im Dialog
Künstlerin: Gulnara Petzold
Ausstellung: PING PONG – Perspektiven im Dialog
Zeitraum: 21. August bis 11. September 2026
Ort: Galerie Forum K – In der Alten Likörfabrik
Adresse: Neundorfer Straße 4, 08523 Plauen
Öffnungszeiten: Donnerstag 15 bis 17 Uhr, Sonntag 14 bis 16 Uhr
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PING PONG in der Galerie Forum K: Gulnara Petzold bringt Bilder und Klänge ins Spiel

