Es ist heimisch, ungiftig und ein natürlicher Bestandteil des Gewässers: Das Ährige Tausendblatt ist keine gefährliche Giftpflanze. Weil es sich derzeit in der Talsperre Pöhl jedoch stark ausbreitet und unter Wasser dichte Bestände bildet, weist das Gesundheitsamt des Vogtlandkreises auf ein mögliches Risiko für Schwimmer und Taucher hin. Bewachsene Stellen sollten gemieden werden.
Die Wasserpflanze mit dem botanischen Namen Myriophyllum spicatum wächst fast vollständig unter der Oberfläche. Sie wurzelt im Gewässergrund und bildet lange, verzweigte Triebe mit fein gefiederten Blättern. Lediglich ihre ährenförmigen Blütenstände können aus dem Wasser herausragen.
Nach Angaben des Vogtlandkreises können die Pflanzen bis zu zwei Meter lang werden, sich leicht vermehren und unter Wasser dichte Bestände bilden. Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei beschreibt sogar Exemplare mit einer Länge von mehr als drei Metern. Die Art kommt in Seen, Teichen und langsam fließenden Gewässern vor und verträgt unterschiedliche Bedingungen.
Warum warnt das Gesundheitsamt vor einer ungiftigen Pflanze?
Wer in einen dichten Pflanzenbestand hineinschwimmt oder taucht, kann mit Armen und Beinen zwischen die verzweigten Triebe geraten. Besonders in tieferem Wasser besteht das Risiko, dass Betroffene in Panik geraten, hektisch reagieren oder Schwierigkeiten bekommen, sich aus den Ranken zu lösen. Das Gesundheitsamt empfiehlt deshalb nun sichtbar bewachsene Bereiche zu meiden. Für freie und übersichtliche Wasserflächen gilt diese konkrete Warnung nicht.
Das Ährige Tausendblatt ist keine neu eingeschleppte Pflanze. Es gehört zur heimischen Unterwasserflora und erfüllt im Ökosystem eines Sees wichtige Aufgaben. Wasserpflanzen schaffen Lebensräume und Rückzugsorte für Fische sowie zahlreiche kleine Wassertiere. Außerdem nehmen sie Nährstoffe auf und können zur Sauerstoffversorgung des Gewässers beitragen.
Wasserpflanzenteppiche wurden bereits im August beobachtet
Die stärkere Ausbreitung ist an der Talsperre Pöhl schon seit einigen Wochen bekannt. Bereits Mitte August wurde über punktuell auftretende Wasserpflanzenteppiche gesprochen. Die Pflanze wurde schon damals als grundsätzlich harmlos und nützlich eingeordnet. Für ein ungestörtes und sicheres Badevergnügen sollten die bewachsenen Stellen dennoch gemieden werden. Hinweis der Talsperre Pöhl
So verhalten sich Badegäste richtig
Bewachsene Stellen sind häufig daran zu erkennen, dass Pflanzen bis unmittelbar unter die Wasseroberfläche reichen oder dort zusammenhängende Teppiche bilden. Badegäste sollten zu diesen Bereichen ausreichend Abstand halten und nur an übersichtlichen, pflanzenfreien Stellen ins Wasser gehen. Das gilt besonders für Kinder und unsichere Schwimmer.
Wer beim Schwimmen dennoch mit Wasserpflanzen in Berührung kommt, sollte möglichst ruhig bleiben. Heftiges Strampeln kann dazu führen, dass sich die Triebe stärker um Arme oder Beine legen. Sinnvoller ist es, die Bewegungen zu verlangsamen und vorsichtig in die Richtung zurückzukehren, aus der man gekommen ist.
Aufmerksam bleiben, aber nicht in Panik geraten
Die Mitteilung des Gesundheitsamtes bedeutet nicht, dass die gesamte Talsperre Pöhl gefährlich oder das Baden grundsätzlich verboten ist. Das Ährige Tausendblatt ist ungiftig, heimisch und ökologisch wertvoll. Durch sein derzeit starkes Wachstum kann es an einzelnen Stellen jedoch zu einem ernst zu nehmenden Hindernis für Schwimmer und Taucher werden. Die wichtigste Regel ist deshalb ebenso einfach wie wirksam: Wo sich unter Wasser dichte Pflanzenbestände zeigen, sollten Badegäste nicht hineinschwimmen. Freie, gut einsehbare Bereiche sind die bessere Wahl.

Redaktion
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Ungiftig, aber nicht ungefährlich: Was es mit dem Tausendblatt in der Talsperre Pöhl auf sich hat
