Nachrichten VogtlandVIVA Junge Klassik 2026: Drei Tage voller Musik in der Kreuzkirche Zeulenroda

Titelfoto: Zheng
Manchmal genügt ein Flügel. Manchmal sind es vier Musiker, die jahrhundertealte Klänge zum Leben erwecken. Und manchmal verschmelzen fünf Blasinstrumente zu einem Klangkörper, der zwischen klassischer Eleganz und moderner Ausdruckskraft seine eigenen Wege findet. Genau das steht im Mittelpunkt des Festivals VIVA Junge Klassik 2026, das vom 18. bis 20. September in der Kreuzkirche Zeulenroda seine zweite Auflage erlebt.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr setzt das Kulturforum sein Vorhaben fort, jungen musikalischen Talenten eine Bühne zu bieten und klassische Musik in unterschiedlichen Facetten erlebbar zu machen. Drei Konzerte führen vom Klavierrecital über die Kammermusik des Barock bis zu einem Holzbläserquintett. Erstmals ergänzt ein Mitmachprojekt das Festivalprogramm.

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Ein Klavierabend zwischen Bach, Liszt und Ravel

Den Auftakt gestaltet die Pianistin Xinran Zheng. Ihr Programm spannt einen musikalischen Bogen über mehrere Epochen und unterschiedliche Ausdruckswelten: von der strukturellen Klarheit Bachs über die virtuose Klavierkunst Liszts bis zur farbenreichen Klangsprache Ravels. Die aus der chinesischen Provinz Fujian stammende Musikerin erhielt bereits mit vier Jahren ihren ersten Klavierunterricht. Nach ihrer Ausbildung am Zentralkonservatorium Peking – Gulangyu Klavierschule studierte sie bei Zhang Zhiwei und Tong Bo. Seit 2023 setzt sie ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar in der Klasse von Professor Christian Wilm Müller fort und befindet sich dort inzwischen im Konzertexamen.

Xinran Zheng ist Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe. Ihre Interpretationen zeichnen sich nach Angaben des Veranstalters durch klangliche Differenzierung, stilistische Vielseitigkeit und poetische Ausdruckskraft aus. Mit ihrem Klavierabend eröffnet sie das Festival am Freitag um 19 Uhr.

Ein außergewöhnliches Mitmachprojekt für alle Generationen

Musik entsteht nicht ausschließlich durch Instrumente oder Gesang. Auch Sprache besitzt Rhythmus, Tempo, Dynamik und einen ganz eigenen Klang. Wie daraus ein gemeinsames musikalisches Erlebnis werden kann, soll das neue Festivalformat „Sprache und Rhythmus“ zeigen. Am Samstagvormittag sind Menschen aller Altersgruppen eingeladen, gemeinsam ein Werk eines im Programm nicht namentlich genannten Komponisten einzustudieren und aufzunehmen.

Das Besondere: Niemand muss ein Instrument beherrschen oder singen können. Musikalische Vorkenntnisse sind ausdrücklich nicht erforderlich. Stattdessen geht es um die Freude am gemeinsamen Sprechen, Offenheit und die Bereitschaft, sich auf ein ungewöhnliches Ensembleprojekt einzulassen.

Der Mitmachvormittag findet von 10 bis 12 Uhr statt. Der Unkostenbeitrag beträgt fünf Euro.

Eine barocke Reise von Süd nach Nord: Ensemble Kerasia zu Gast in Zeulenroda

Am Samstagabend führt das Festival zurück in die musikalische Welt des 17. und 18. Jahrhunderts. Das in Graz gegründete Ensemble Kerasia widmet sich der barocken Kammermusik und lässt historische Klangfarben in wechselnden instrumentalen Besetzungen aufeinandertreffen.

Im Mittelpunkt stehen die unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten der Oberstimmen. Mal treten zwei Blockflöten miteinander in einen musikalischen Dialog, mal verbindet sich die Blockflöte mit dem charakteristischen Klang der Barockoboe. Cembalo und Barockvioloncello bilden das harmonische und rhythmische Fundament. Zu hören sind Kompositionen von Georg Philipp Telemann, Johann Joseph Fux und Johann Joachim Quantz. Auch eine Verbindung zur Region gehört zu diesem Konzert: Mit der aus Weckersdorf stammenden Blockflötistin Klara Werner kehrt eine Musikerin mit regionalen Wurzeln für den Festivalabend nach Zeulenroda zurück.

Das Ensemble besteht aus:

  • Klara Werner – Blockflöte
  • Leona Lenger – Blockflöte und Barockoboe
  • Jakob Pungel – Barockvioloncello
  • Christian Prohammer – Cembalo
Von Theatralik bis Ekstase: Fünf Bläser beschließen das Klassikfestival

Zum Abschluss gehört die Bühne einem jungen Holzbläserquintett, das erst 2025 aus dem gemeinsamen Studium an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar hervorgegangen ist. Das Ensemble windessence vereint fünf Musikerinnen und Musiker, die bereits als Solisten Erfolge bei nationalen und internationalen Wettbewerben errungen haben. Ihre kammermusikalische Ausbildung und künstlerische Inspiration erhalten sie von Jörg Schneider, Solooboist der Jenaer Philharmonie.

Die Besetzung vereint fünf unterschiedliche Klangcharaktere:

  • AI-Yin Chou – Querflöte
  • Nathaniel Heine – Oboe
  • Friederike Schick – Klarinette
  • Arabella Davie – Horn
  • Yung-Hao Yang – Fagott

Das Konzert beginnt am Sonntag um 17 Uhr.

Klassische Musik erleben – und miteinander ins Gespräch kommen

Das Festival versteht sich nicht allein als Konzertreihe. Dem VIVA Kulturforum geht es auch darum, jungen Künstlerinnen und Künstlern Begegnungen mit ihrem Publikum zu ermöglichen. Deshalb gehören kleine Speisen und Getränke ebenso zum Festivalkonzept wie die Gelegenheit, in den Pausen und nach den Konzerten miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Verbindung aus musikalischem Nachwuchs, unterschiedlichen Konzertformaten und einer offenen Atmosphäre soll der klassischen Musik in der Kreuzkirche Zeulenroda dauerhaft einen Platz geben.

VIVA Junge Klassik 2026

18. bis 20. September 2026 / Kreuzkirche Zeulenroda, Windmühlenstraße 2a, 07937 Zeulenroda-Triebes

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Einzelkonzert20 €
Alle drei Konzerte50 € (10 € Rabatt)
Kinder bis 12 JahreEintritt frei
13–18 Jahre, Azubis, Studierende10 € je Konzert
Mitmachprojekt5 €

Vorverkauf und Reservierungen: Karten gibt es in der Stadtapotheke Zeulenroda beim Kaufland, der Bücherstube Sommer (Markt 11), im Pfarrbüro (Kirchstraße 17), in der Touristinformation Zeulenroda sowie online über Reservix . Reservierungen per E-Mail: junge-klassik@viva-kulturforum.de

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