Nachrichten VogtlandMatthias Reim: „Flashback“ zwischen Gitarrenklängen und altbekannten Textpassagen

Da ist er wieder, dieser Satz. Fast jedenfalls. In „Aus meinem Kopf“ singt Matthias Reim „verdammt ich lieb dich immer noch“ – und plötzlich steht sein größter Hit mit im Raum. Ein kleines Augenzwinkern, ein vertrautes Gefühl, eine Liebeserklärung mit hartnäckigen Nachwirkungen. Wer sein neues Album „Flashback“ nennt, darf sich ruhig selbst zitieren. Die Frage ist nur: Was macht er daraus?

Das vor wenigen Tagen erschienene Album umfasst 15 Titel einschließlich Intro. Es verbindet Rückgriffe auf Reims musikalische Vergangenheit mit neuen Songs. Für diese Albumrezension ist allerdings weniger entscheidend, wie viele Erinnerungen darin stecken, sondern wie gut sie als Ganzes zusammenfinden. Und da macht es einem „Flashback“ nicht immer leicht.

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Matthias Reim „Flashback“: Die Gitarren halten vieles zusammen

Die Grundlage ist vertraut: Das neue Album ist über weite Strecken gitarrenlastig und deutlich vom typischen Reim-Sound geprägt. Wer seine Mischung aus Rock und Schlager mag, muss hier nicht lange nach Orientierung suchen. Eine radikale Neuerfindung findet nicht statt – und sie wäre auch kein Qualitätsmerkmal an sich.

Reim bleibt in seinem musikalischen Zuhause. Gerade diese Wiedererkennbarkeit gibt der Platte Halt. Die Gitarren bilden einen roten Faden, an dem sich die unterschiedlichen Nummern entlangbewegen. Nur setzt das Album zwischendurch so kräftige stilistische Ausrufezeichen, dass der Zusammenhang ins Wanken gerät.

„Aus meinem Kopf“: Der eigene Hit als augenzwinkernder Gast

Zu den charmanten Momenten gehört das Selbstzitat in „Aus meinem Kopf“. Der berühmte Satz bekommt mit „immer noch“ eine kleine Verlängerung – und die genügt, um beim Hören sofort eine Verbindung herzustellen. Das funktioniert ohne lange Erklärung. Man erkennt die Anspielung, schmunzelt und ist für einen Moment zugleich im neuen Song und beim alten Hit. Genau an solchen Stellen bekommt der Albumtitel einen konkreten Sinn: Die Vergangenheit wird nicht bloß erwähnt, sie meldet sich mitten im Lied zu Wort.

Mia Julia bringt den Ballermann mit

Deutlich weniger selbstverständlich fügt sich „Keine Freunde bleiben“ ein. Das Duett mit Mia Julia setzt auf typischen Ballermann-Sound und fällt damit aus dem sonst vorherrschenden Rock-Schlager heraus. Die Nummer mag auf einer Party ihren Platz finden. Innerhalb dieses Albums wirkt sie eher wie ein Ausflug, für den der Rest der Platte kurz warten muss.

Besonders auffällig wird das beim unmittelbar folgenden „Gottverdammte Nacht“. Der Wechsel ist hart. Die beiden Titel stehen direkt nebeneinander, klingen aber nicht nach selbstverständlichen Nachbarn. Das Problem ist dabei nicht, dass Reim unterschiedliche musikalische Möglichkeiten ausprobiert. Es ist der abrupte Übergang, der einen aus dem Hörfluss holt.

Von der Sirene bis zum Spieluhrklang

Auch später liegen zwischen zwei aufeinanderfolgenden Titeln beachtliche klangliche Entfernungen. Von der Sirene in „Alarm“ geht es zum beinahe spieluhrartigen Klang in „Wir waren doch mal Freunde“. Eben noch ein aufrüttelndes Signal, dann diese filigrane Klangfarbe: Der Kontrast lässt aufhorchen.

Solche Wechsel können einem Album Spannung geben. Hier machen sie zugleich deutlich, wie unterschiedlich die einzelnen Stücke inszeniert sind. „Flashback“ verlangt mehrfach einen schnellen Stimmungswechsel, statt den nächsten Song aus dem vorherigen heraus entstehen zu lassen. Man hört die einzelnen Nummern dadurch stärker als den zusammenhängenden Verlauf.

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Fazit:

„Flashback“ lebt von seiner vertrauten musikalischen Handschrift und den kleinen Rückverweisen, die langjährige Hörerinnen und Hörer entdecken können. So bleibt es ein Album, das seinen Urheber selten verleugnet, musikalisch aber einige Umwege nimmt. Reim muss sich nicht neu erfinden. Ein paar geschmeidigere Übergänge hätten diesem „Flashback“ trotzdem gutgetan.

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Die Tour im kommenden Jahr

Die Sommer Tour 2027 wird unter dem Titel „Verdammt, ich lieb’ Dich – Teil 2!“ laufen – Namensgeber ist der legendäre Hit, der Fans und Künstler bis heute auf wundervolle Weise verbindet. „Ich liebe diesen Song nach wie vor“, so der Künstler, der auch heute noch zu den populärsten Stars des Showbiz gehört. „Das, was er bewirkt, wenn ich auf die Bühne gehe, ist Magie!“ 

Tourauftakt ist am 20. Mai 2027 in Hof (Saale). Die Zuschauer dürfen sich garantiert auf alle Hits freuen – ein Best of aus mehr als 35 Jahren voller Highlights und natürlich auch die ganz persönlichen Lieblingssongs aus dem karriereumspannenden Repertoire des Publikumslieblings.

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Die Jubiläums-Tournee – Teil 2

20.05.2027: Hof / Saale, Freiheitshalle
21.05.2027: Dresden, Freilichtbühne Junge Garde
22.05.2027: Dresden, Freilichtbühne Junge Garde
10.07.2027: Leipzig, Parkbühne Leipzig NEU
04.09.2027: Kamenz, Hutbergbühne

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Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Ihr Fokus liegt auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.

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