Nachrichten VogtlandNeuer Radweg zwischen Reißig und Jößnitz ist freigegeben – 4500 Gehölze werden gepflanzt

Freie Fahrt zwischen Reißig und Jößnitz: Der neue Geh- und Radweg entlang der Reußenländer Straße ist fertiggestellt und ab sofort nutzbar. Rund 800 Meter misst die neue Verbindung, die Radfahrer und Fußgänger künftig sicher zwischen den beiden Plauener Ortsteilen führen soll. Ganz abgeschlossen ist das Projekt allerdings noch nicht. Im Herbst beginnt ein umfangreiches Pflanzprogramm mit insgesamt mehr als 4500 Gehölzen.

Der neue kombinierte Geh- und Radweg wurde durch die VSTR AG Rodewisch gebaut. Er ist 2,50 Meter breit und durchgehend asphaltiert. Die Baukosten belaufen sich auf rund 530.000 Euro und werden zu 100 Prozent über das Förderprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“ finanziert.

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Beleuchtung reagiert auf Radfahrer und Fußgänger

Auch bei Dunkelheit soll die neue Verbindung sicher genutzt werden können. Dafür wurde der Radweg mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet, deren Leuchten über Bewegungsmelder aktiviert werden.

„Der 2,5 Meter breite, asphaltierte kombinierte Geh- und Radweg bietet Radfahrern nun eine sichere Verbindung zwischen den Ortsteilen. Die Strecke ist mit Leuchten ausgestattet, die per Bewegungsmelder aktiviert werden“, erklärt Plauens Energie- und Klimaschutzmanagerin Paula Pour.

Dadurch stehe das Licht zur Verfügung, wenn es tatsächlich benötigt werde. Gleichzeitig werde ein energiesparender und umweltschonender Betrieb ermöglicht. Der Netzanschluss und damit die Inbetriebnahme der Beleuchtung sollen nach Abschluss des Radwegbaus voraussichtlich im September erfolgen.

Radroute 3 in Plauen wächst weiter

Der neue Radweg ist zugleich ein weiteres Teilstück der Radroute 3. Zu dieser gehört auch der bereits 2024 fertiggestellte Radweg zwischen Jößnitz und Steinsdorf. Schritt für Schritt entsteht damit eine durchgängige Verbindung, die sowohl für den täglichen Radverkehr als auch für Freizeitradler interessant ist. Gerade entlang der Reußenländer Straße verbessert der neue Abschnitt die Bedingungen deutlich, da Radfahrer und Fußgänger nun einen eigenen Weg abseits des motorisierten Verkehrs nutzen können.

Warum für den Radweg zunächst Bäume weichen mussten

Besonders im Bereich ab dem Ortsausgang Reißig waren die Rodungsarbeiten vor Beginn des Radwegbaus deutlich sichtbar. Die vergleichsweise große Fläche hatte jedoch einen weiteren Grund: Zwischen dem neuen Weg und dem bestehenden Wald soll ein breiter und ökologisch wertvoller Waldrand entstehen.

Die Planung wurde nach Angaben der Stadt mehrfach mit der zuständigen Naturschutz- und Forstbehörde sowie den Forsttechnikern abgestimmt und angepasst. Ziel war es, schützenswerte Bäume zu erhalten, gleichzeitig aber ausreichend Platz für den Radweg und den neuen Waldrand zu schaffen. Im weiteren Verlauf rückt der Radweg von der Straße ab. Dadurch konnte unter anderem der schützenswerte Eichenbestand entlang der Reußenländer Straße erhalten werden.

Mehr als 1500 heimische Gehölze für einen neuen Waldrand

Auf einer Fläche von rund 3500 Quadratmetern entsteht zwischen Radweg und bestehendem Wald eine neue Waldrandbepflanzung. Allein dort werden mehr als 1500 heimische Gehölze gesetzt. Vorgesehen sind unter anderem Weißdorn, Hundsrose und Schlehe. Bei der Auswahl wurde Wert auf klimaangepasste und ökologisch wertvolle Arten gelegt. Sie sollen künftig Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum bieten und die Artenvielfalt in diesem Bereich erhöhen.

Gleichzeitig erfüllt der neue Waldrand eine wichtige Schutzfunktion. Die flächige Bepflanzung kann Wind abbremsen und dadurch den dahinterliegenden Fichtenbestand insbesondere bei Stürmen schützen. Ökologisch soll der Bereich damit gegenüber der bisherigen Fichten-Monokultur deutlich aufgewertet werden.

Neuer Wald entsteht bei Syrau

Mit dem Radwegprojekt ist noch eine zweite größere Ausgleichsmaßnahme verbunden. In Syrau wird auf rund 4700 Quadratmetern neuer Wald angelegt. Die Fläche grenzt unmittelbar an den bestehenden Plauener Stadtwald und erweitert diesen. Bei der Erstaufforstung sollen hauptsächlich Stieleichen und Hainbuchen gepflanzt werden. Beide Baumarten gelten aufgrund ihrer vergleichsweise guten Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und Trockenheit als wichtige Arten für einen klimastabileren Wald der Zukunft. Auch die neue Waldfläche erhält einen entsprechend gestalteten Waldrand. Insgesamt werden im Zuge der Maßnahmen am Radweg und in Syrau mehr als 4500 Gehölze neu gepflanzt.

Pflanzungen sind Ausgleich für den Radwegbau

Sowohl die Waldrandgestaltung entlang des Radwegs als auch die Erstaufforstung bei Syrau sind gesetzlich vorgeschriebene und genehmigte Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe durch den Bau. Dabei erfolgt ein möglichst großer Teil des ökologischen Ausgleichs unmittelbar dort, wo der neue Radweg entstanden ist. Die zusätzliche Aufforstung in Syrau dient insbesondere als Ausgleich für die Fläche, die durch den neuen Geh- und Radweg versiegelt wurde.

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530.000 Euro vollständig gefördert

Die Baukosten von rund 530.000 Euro werden zu 100 Prozent über das Förderprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“ getragen. Das Vorhaben ist Bestandteil des Projekts „NKI: Neue Wege (er)fahren in Plauen“ und wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

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