Nachrichten VogtlandPeter Maffays kleine Heldin ganz groß: „Anouk“ kommt ins NaturTheater

Eigentlich gibt es für Anouk am Abend kaum etwas Uninteressanteres als ihr Bett. Schlafengehen? Muss das wirklich sein? Noch eine Geschichte vielleicht. Noch ein bisschen wach bleiben. Irgendetwas findet sich bestimmt. Bis eines Tages etwas Merkwürdiges passiert: Anouk kann es plötzlich kaum erwarten, ins Bett zu kommen.

Der Grund dafür liegt hinter einer geheimnisvollen Tür, die sich erst öffnet, wenn Anouk schläft. Dahinter wartet eine Welt, in der die Regeln des Alltags Pause haben – und in der ein ganz normales Mädchen zur Abenteurerin wird.

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Die nächtliche Reisen führen dorthin, wo Kinderfantasie keine Grenzen kennt. Mal geht es in den Dschungel, mal mit Piraten auf Schatzsuche, dann wieder auf einen geheimnisvollen Jahrmarkt mit schillernden Gestalten und überraschenden Begegnungen.

Doch Anouk erlebt nicht einfach nur Abenteuer. Sie trifft andere Kinder, findet neue Freunde und merkt, dass manchmal ein bisschen Mut nötig ist, um anderen zu helfen – und dass vieles leichter wird, wenn man nicht allein davorsteht.

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Foto: R. Mohr

Nur ihre Eltern haben mit Anouks neuen nächtlichen Unternehmungen ein kleines Verständnisproblem. Für sie sind es eben Träume. Eine durchaus vernünftige Erklärung. Wären da nicht die Beweise, die Anouk von ihren Reisen mit nach Hause bringt. Und dann ist da noch ihre Oma. Die scheint erstaunlich wenig überrascht von all dem zu sein…

Die Bühnenproduktion basiert auf den erfolgreichen „Anouk“-Kinderbüchern von Hendrikje Balsmeyer und Peter Maffay. Die Geschichten verbinden fantastische Abenteuer mit Themen, die auch außerhalb von Traumwelten ziemlich wichtig sind: Freundschaft, Mut, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt.

Für die Musicalbühne wurde Anouks Welt mit viel Musik, fantasievollen Kostümen und unterschiedlichen Schauplätzen zum Leben erweckt. Die Bühnenfassung stammt von Georg Veit und Hendrikje Balsmeyer, die Musik von Peter Maffay & Freunden.

Das Musical richtet sich an Kinder ab vier Jahren und ihre Familien – und setzt dabei nicht auf erhobene Zeigefinger, sondern auf Geschichten, Musik und Abenteuer, in denen sich die Botschaften ganz nebenbei verstecken.

Interview mit Peter Maffay:

Herr Maffay, was hat sich für Ihre Tochter Anouk verändert, seit das Musical Premiere gefeiert hat? Wie erlebt sie es, dass ihre Geschichte und ihr Name nun auf der Bühne zu sehen sind?

Meine Frau Hendrikje hat angefangen, Bücher zu schreiben, um Anouk damit ein kleines Geschenk zu machen. Die ursprüngliche Absicht war, dass sie sich diese Geschichtenanschauen und sich darüber freuen kann, wenn sie ein paar Jahre älter ist. Eine Veröffentlichung als Buch war nicht beabsichtigt. Freunde bekamen Wind davon und schlugen vor, daraus ein Buch mit Illustrationen zu machen, weil Kinder das gerne mit ihren Eltern lesen würden. Es war uns immer wichtig, unsere Tochter so wenig wie möglich in eine Sonderposition zu manövrieren. Es ist uns sehr wichtig, dass die Kleine durch mögliche Popularität nicht auf Abwege gerät.

Die Idee zum Musical stammt von Peter Schwenkow. Hätten Sie gedacht, dass es ein so großer Erfolg wird?

Peter Schwenkow ist ein langjähriger Freund von mir. Er war der Initiator des Treffens mit Christian Doll aus Stuttgart. Wir hatten von vornherein ein sehr gutes Gefühl. Ich hatte den Eindruck, dass Christian sehr erfahren mit Kindermusicals ist. Die Proben fanden in Stuttgart statt. Christian hat uns aufgeklärt, welche Rahmenbedingungen zu beachten waren–dass es nicht so gigantisch wie Tabaluga würde, sondern für kleinere Theater konzipiert war, in die auch ganze Schulklassen passen. Die Bühnenbilder und die Gestaltung sind anders. Die Umsetzung des Musicals fand ich sehr charmant, eine gelungene Mischung aus Kreativität und Naivität. Wir haben uns köstlich amüsiert–viel mehr, als ich erwartet hatte.

Im Musical „Anouk“ geht es um Werte wie Freundschaft, Vertrauen, Liebe und Träume. Sind diese Werte angesichts von TikTok und Co. in Gefahr?

Nein, das glaube ich nicht. Es geht darum, kleinen Menschen Werte wie den respektvollen Umgang miteinander zu vermitteln. Werte wie Zuneigung, Empathie, Freundschaft–das sind Werte, die auch angesichts neuer Medien nicht an Bedeutung verlieren. Das sind unsere Regelwerke. Eltern müssen ein gutes Vorbild sein. TikTok hat eher eine ergänzende Funktion. Ich glaube, dass das Netz eine Herausforderung sowohl für die Jugend als auch für die Eltern ist, das richtige Maß im Umgang damit zu finden. Ich glaube nicht, dass die Wertevermittlung irgendwann vom Netz untergebuttert wird. Man muss Kinder bremsen, wenn sie stundenlang im Netz hängen. Es gibt eine andere Realität. Das spiegelt sich in den Geschichten wider. Die Werte, um die es geht, sind so belastbar, die werden uns nicht verloren gehen. Man muss sie sich trotzdem immer wieder vergegenwärtigen

Darf Ihre Tochter TikTok nutzen, wenn sie älter ist?

Meine kleine Tochter ist auf dem Handy jetzt schon fitter als ich. Ich bin oldschool. Es ist enorm, welche Hilfestellungen es gibt. Kinder wachsen in diese Welt hinein, so natürlich, wie wir es eigentlich nicht mehr können. Ich schreibe nach wie vor mit der Hand, tippe nicht pausenlos auf dem Handy herum. Ich bin in einer anderen Welt aufgewachsen. Im Augenblick merke ich noch nicht, dass Anouk zu viel im Netz ist. Es ist immer noch wichtiger, dass man ganz normal kommuniziert und es nicht verlernt.

Wenn man Sie in Konzerten oder im Fernsehen sieht, fällt sofort auf, wie fit Siemit 76 Jahren sind. Gehen Sie jeden Tag ins Gym?

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Das schaffe ich leider nicht. Ich habe eine junge Frau, eine kleine Tochter, einen 22-jährigen Sohn–und ich möchte noch viel Zeit mit ihnen verbringen. Ich hoffe, dass mir das der liebe Gott ermöglicht. Es gibt also viele Gründe, sich fit zu halten

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