Vorhang auf für ein Wochenende voller Theaterzauber! Das Theater Hof feiert am 19. und 20. September 2026 gleich zwei Premieren, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Gaetano Donizettis komische Oper „Evviva Mamma!“ einen herrlich turbulenten Blick hinter die Kulissen wirft, erzählt das Schauspiel „Baby Dronte“ von einer ungewöhnlichen Freundschaft, großen Gefühlen und einem kleinen Wesen, das plötzlich alles verändert.
„Evviva Mamma!“: Wenn hinter dem Vorhang die Eitelkeiten tanzen
Was geschieht eigentlich, wenn auf einer Opernbühne nicht die Musik, sondern die Eitelkeit den Ton angibt? Wenn Sängerinnen um das Rampenlicht kämpfen, ein Tenor auf seinen großen Auftritt pocht und plötzlich eine resolute Mutter das gesamte Ensemble aufmischt? Die Antwort liefert Gaetano Donizettis komische Oper „Evviva Mamma! Sitten und Unsitten am Theater“, die am Samstag, 19. September, um 19.30 Uhr im Großen Haus des Theaters Hof Premiere feiert.
Im Mittelpunkt steht eine Opernproduktion, die bereits während der Proben aus allen Nähten platzt. Die dramatische Geschichte von Romulus und Ersilia soll auf die Bühne gebracht werden, doch hinter den Kulissen spielt sich das eigentliche Drama ab. Die Sängerinnen streiten um Aufmerksamkeit, der Komponist verteidigt seine Musik, die Darstellerin der Hosenrolle fühlt sich unwohl und der ehrgeizige Tenor wartet ungeduldig auf seinen großen Moment. Und dann erscheint Mamma Agata.
Die temperamentvolle Mutter der Zweiten Sopranistin – ausgerechnet von einem Bariton verkörpert – lässt sich von niemandem aufhalten. Als die Hauptdarstellerinnen und Hauptdarsteller schließlich beleidigt das Weite suchen, sieht sie ihre große Stunde gekommen. Kurzerhand bietet sich die musikalisch wenig begabte Mamma selbst als Retterin der Oper an. Doch bevor sich der Vorhang überhaupt heben kann, droht dem gesamten Opernhaus das Aus.
Eine Liebeserklärung an den ganz normalen Theaterwahnsinn
Donizettis 1827 uraufgeführtes Werk ist weit mehr als eine musikalische Komödie. Es ist eine Satire auf die Mechanismen des Theaterbetriebs, auf künstlerische Eitelkeiten, verletzte Egos und die manchmal haarsträubenden Zustände hinter den Kulissen. Mit brillanter Musik, scharfem Witz und einer gehörigen Portion Selbstironie nimmt der Komponist jene Welt aufs Korn, der er selbst angehörte. Das Ergebnis ist zugleich eine augenzwinkernde Liebeserklärung an das Theater – mit all seinen Eigenheiten, Absurditäten und wunderbaren Unzulänglichkeiten.
Für die Hofer Inszenierung zeichnet Lothar Krause verantwortlich. Bühne und Kostüme gestaltet Aylin Kaip, die musikalische Leitung übernimmt Michael Falk. Aufgeführt wird das Werk unter seinem Originaltitel „Le convenienze ed inconvenienze teatrali“ in einer deutschen Fassung von Stefan A. Trossbach. Das Libretto stammt von Gaetano Donizetti. Das Publikum erlebt die Uraufführung der Hofer Fassung in deutscher und italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Eine Werkeinführung findet jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn statt.
„Baby Dronte“: Ein kleines Wesen, das eine große Freundschaft auf die Probe stellt
Am Sonntag wechselt das Theater Hof die Tonart. Statt Opernchaos und Rampenlicht stehen nun zwei gestrandete Seeleute, ein rätselhaftes Ei und ein außergewöhnlicher kleiner Vogel im Mittelpunkt. Mit „Baby Dronte“ feiert am 20. September um 15 Uhr im Studio ein Schauspiel für Kinder ab vier Jahren seine Hofer Erstaufführung. Die Geschichte basiert auf dem Bilderbuch von Peter Schössow und beginnt mit einem Unglück auf hoher See.
Käpt’n Lüttich und sein Smutje haben ihren Schlepperkahn Krautsand in einem Sturm verloren. Gestrandet am Ufer, müssen die beiden zunächst mit ihrer misslichen Lage zurechtkommen. Doch als der Käpt’n am nächsten Morgen ein seltsames Ei im Sand entdeckt, nimmt das Schicksal eine unerwartete Wendung. Er nimmt seinen Fund mit nach Hause. Über Nacht schlüpft daraus ein ungewöhnlicher Vogel: eine kleine Baby Dronte.
Von Freundschaft, Verantwortung und dem Mut, anders zu sein
Was zunächst wie eine wunderbare Entdeckung erscheint, bringt das vertraute Leben der beiden Seeleute durcheinander. Denn das unerwartete Findelkind braucht Zuwendung und Verantwortung. Plötzlich stehen Käpt’n Lüttich und sein Smutje vor Entscheidungen, auf die sie nicht vorbereitet sind. Wie geht man mit einem Wesen um, das anders ist? Was bedeutet es, füreinander einzustehen? Und kann das Richtige manchmal etwas sein, das nicht den üblichen Regeln entspricht? Mit Witz, Fantasie und viel Wärme erzählt „Baby Dronte“ von einer Freundschaft, die sich erst bewähren muss, und von dem Glück, gemeinsam Neues zu entdecken. Die Inszenierung richtet sich an Kinder ab vier Jahren und lädt zugleich dazu ein, über Zusammenhalt, Fürsorge und den Umgang mit dem Unbekannten nachzudenken.
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Zwei Premieren am Theater Hof: Wenn die Oper im Chaos versinkt und ein kleiner Vogel die Herzen erobert

