Nachrichten VogtlandPhilipp Poisel: „Gute Zeiten“: Vertrauter Klang, wenig Überraschung – Albumrezension

Dieses eigentümlich brüchige Singen, die Nähe, die Sehnsucht. Man erkennt ihn sofort. Auch auf seinem neuen Album „Gute Zeiten“. Zwölf Songs sind auf Philipp Poisel fünftem Studioalbum. Als Inspiration nennt die Albumankündigung Sizilien – das Meer, die Piazzas und jene kleinen Glücksmomente, die selbst unruhige Zeiten erträglicher machen. Ein schöner Ausgangspunkt für einen Musiker, der Gefühlen schon oft eine besondere Sprache gegeben hat.

Wer Poisel mag, wird sich hier schnell zurechtfinden. Die Musik klingt geschmeidig, seine Handschrift bleibt unverkennbar. Doch Wiedererkennen allein trägt ein Album nur bedingt. Die Songs ziehen angenehm vorbei, ohne dass sich einer nachhaltig festsetzt. Es fehlt dieser Moment, in dem aus einem schönen Lied plötzlich ein persönliches wird.

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Dabei hat Poisel auf seinen bisherigen Alben durchaus Lust gezeigt, sich auszuprobieren. Man muss längst nicht jeden seiner Wege gleichermaßen mögen, um diese Offenheit zu schätzen. „Gute Zeiten“ wirkt dagegen über weite Strecken allzu bequem im eigenen Klang eingerichtet.

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Sein Gesang gehört zu seiner Identität; seine Eigenheiten können Nähe und Verletzlichkeit vermitteln. Hier verschwinden allerdings manche Worte, der Zugang zu den Liedern fällt dadurch schwerer.

Das macht „Gute Zeiten“ keineswegs zu einem schlechten Album. Man kann es gern hören, sich darin einrichten, es nebenher laufen lassen. Aber gerade wer Poisels Musik schätzt, wünscht sich mehr als eine angenehme Begleitung.

Fazit:

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„Gute Zeiten“ hat viel von dem, was Philipp Poisel ausmacht – und zu wenig von dem, was seine besten Songs unvergesslich macht. Das Album fließt geschmeidig dahin, doch kein Stück setzt sich nachhaltig fest. Wer aber seinen Sound liebt, findet hier vertraute Wärme.

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Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Ihr Fokus liegt auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.

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