Nachrichten VogtlandSchmidts Nacht 3.0: Bart, Bett und Boxershort – ausgeplaudert statt auswendig geantwortet

Wie küsst man eigentlich einen Mann mit Bart? Was trägt ein Sozialbürgermeister drunter? Und schläft eine Prokuristin bekleidet? Fragen, die vermutlich auf keiner seriösen Tagesordnung stehen. Bei der dritten „Schmidts Nacht“ im Schallander wurden sie trotzdem geklärt. Jörg Schmidt, Therese Langhof-Thomas und Lars Hanf machten aus dem Talkabend erneut eine herrlich lokale Mischung aus Musik, Neugier und gepflegter Indiskretion.

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Zum dritten Mal hatte Jörg Schmidt in den Schallander auf dem ehemaligen Sternquellgelände in Plauen eingeladen. An seiner Seite wieder das inzwischen bestens eingespielte Moderationsteam mit Resi und Lars.

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Als CDU-Landtagsabgeordneter gab Schmidt zunächst einen kurzen Einblick in das aktuelle politische Geschehen in Dresden. Doch lange blieb es nicht bei der Politik. Schließlich lebt der Abend von seinen Gästen – und davon, dass Gespräche gern dorthin abbiegen, wo vorher niemand einen Wegweiser aufgestellt hat.

Die Shanty-nen liefern die ersten Hinweise

Bevor die Gäste selbst zu Wort kamen, waren zunächst wieder die Shanty-nen gefragt. Der weibliche Marinechor hatte für jeden Gast eigens ein Lied gedichtet und machte daraus gleichzeitig ein kleines Ratespiel für das Publikum. Wer genau hinhörte, konnte anhand der musikalischen Hinweise schon erahnen, wer als Nächstes seinen Auftritt haben würde. Diesmal führten die Spuren zu Plauens Sozialbürgermeister Tobias Kämpf, Barbier Martin Schneider, Stephanie Müller vom Unternehmen Keßler Bau und Fotograf Chris Gonz.

Was danach folgte, lässt sich wohl am besten als Gespräch mit eingebautem Überraschungsmoment beschreiben. Denn Schmidt, Langhof-Thomas und Hanf verstehen es durchaus, ihren Gegenübern Informationen zu entlocken, die in einer offiziellen Vita eher nicht auftauchen.

Ein Bürgermeister und die Frage nach der richtigen Unterhose

So erfuhr das Publikum unter anderem, welche Unterhosen ein Sozialbürgermeister zu welcher Gelegenheit trägt. Tobias Kämpf dürfte damit eine kommunalpolitische Informationslücke geschlossen haben, von deren Existenz bis zu diesem Abend vermutlich niemand wusste.

Auch Barbier Martin Schneider konnte mit Fachwissen glänzen, das weit über Rasur, Konturen und Bartpflege hinausgeht. Denn wer beruflich mit Bärten zu tun hat, kennt offenbar auch die Antwort auf eine ganz andere Frage: Wie bekommt man kein rotes Gesicht, wenn man einen bärtigen Mann küsst?

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Und bei Stephanie Müller von Keßler Bau führte das Gespräch schließlich in eine Richtung, mit der eine Prokuristin bei einem öffentlichen Auftritt vermutlich nicht zwingend rechnet: Es ging um ihre nächtliche Kleiderordnung. Mehr sei an dieser Stelle aus Gründen der Restprivatsphäre nicht verraten.

Auch Chris Gonz komplettierte die Runde und fügte sich in einen Abend ein, bei dem weniger das klassische Interview als vielmehr der spontane Schlagabtausch im Vordergrund stand.

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Lokal, frech und ziemlich nah dran

Genau diese Mischung scheint zunehmend ihr Publikum zu finden. Die Besucherzahl von „Schmidts Nacht“ wächst von Ausgabe zu Ausgabe. Das Konzept ist denkbar einfach: Menschen aus der Region treffen auf Menschen aus der Region. Ohne große Distanz, dafür mit Humor und einem ausgeprägten Interesse an Geschichten. Oder anders gesagt: von Plauenern für Plauener – wobei das Vogtland insgesamt ruhig noch etwas mehr Selbstbewusstsein vertragen könnte. Zumindest, wenn es nach Therese Langhof-Thomas geht. Die augenzwinkernd zur „inoffiziellen Landrätin der Region“ erhobene Resi formulierte an diesem Abend gleich noch einen kleinen vogtländischen Arbeitsauftrag: „Wir müssen daran arbeiten, dass wir mit unserem Vogtland auch so patriotisch werden wie die Erzgebirgler mit ihrem Landstrich.“ Vielleicht ist „Schmidts Nacht“ dafür gar kein schlechter Anfang. Denn hier wird nicht abstrakt über Heimat gesprochen. Hier stehen Menschen im Mittelpunkt, die in Plauen und im Vogtland leben, arbeiten, gestalten – und offensichtlich auch genügend Humor besitzen, wenn das Gespräch einmal deutlich persönlicher wird als geplant. Nach drei Ausgaben hat das Format jedenfalls seinen eigenen Ton gefunden: lokal, spontan, musikalisch und wohldosiert frech. Und zwischendurch gibt es die eine oder andere Lektion Allgemeinwissen – dieses Mal zu Plauener Straßennamen und der Namensgeber.

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