Nachrichten Vogtland„NetzWERKE“ in Plauen: Das Programm zum Tag des offenen Denkmals 2026

Am Sonntag, 13. September 2026, öffnen sich in Plauen wieder Türen, Tore und historische Orte, die im Alltag teilweise nur selten zugänglich sind. Zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals lädt die Stadt von 10 Uhr an zu Führungen, Ausstellungen, Vorträgen, Musik und besonderen Einblicken ein. Das diesjährige Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ rückt dabei nicht nur einzelne Gebäude, sondern auch die Verbindungen dahinter in den Mittelpunkt.

Wasserturm Neundorf wird zum Mittelpunkt des Denkmaltages

Kaum ein Bauwerk könnte das diesjährige Motto anschaulicher verkörpern als der Wasserturm in Neundorf. Das technische Denkmal steht für eine Infrastruktur, die für das Funktionieren einer Stadt unverzichtbar war – und deren Architektur bis heute weithin sichtbar ist.

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Im Frühjahr 2026 wurde die Außenhülle des Turmes saniert und instandgesetzt. Auch seine Farbgebung ist dabei nicht zufällig gewählt worden: Grundlage war eine Befunduntersuchung zur historischen Gestaltung. Unterstützt wurden die Arbeiten mit Fördermitteln des Freistaates Sachsen aus dem Landesprogramm Denkmalpflege. Zum Tag des offenen Denkmals wird er nun besonders in Szene gesetzt. Hier findet auch die offizielle Eröffnung mit Oberbürgermeister Steffen Zenner statt.

Von 10 bis 17 Uhr lädt der Verein „Die Neundorfer“ zur Besichtigung ein. Besucher erfahren mehr über Geschichte und Technik des Turmes sowie seine frühere wasserwirtschaftliche, militärische und touristische Nutzung. Ein besonderer Höhepunkt dürfte die 360-Grad-Aussicht von oben werden. Ab 14 Uhr sind Führungen und Erläuterungen nach Bedarf vorgesehen, außerdem übernimmt der Verein die Bewirtung.

Vom Stadtarchiv bis zum Luftschutzmuseum

Doch der Denkmaltag beschränkt sich längst nicht auf den Wasserturm. Über das gesamte Stadtgebiet verteilt lassen sich ganz unterschiedliche Facetten der Plauener Geschichte entdecken. Das Stadtarchiv Plauen im Neuen Rathaus präsentiert von 10 bis 17 Uhr seine Jahresausstellung „Plauener Augenblicke – alte Glasnegative neu inszeniert“.

Im Vogtlandmuseum Plauen in der Nobelstraße sind die Ausstellungen ebenfalls von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Um 11.30 Uhr spricht Dr. Martin Salesch über Ulrich Alexander Boschwitz’ Roman „Der Reisende – eine jüdische Fluchtgeschichte“. Der Vortrag ist Teil des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen.

Nur wenige Schritte entfernt öffnet die Galerie e.o.plauen den historischen Andy-Darby-Garten. Zu sehen ist „Witz². Humor- und Witzzeichnungen von Erich Ohser“, ergänzt durch einen zeitgenössischen Kommentar der Cartoonistin Katharina Greve.

Unter die Erde geht es dagegen im Plauener Luftschutzmuseum Meyerhof. Zwischen 10 und 16 Uhr werden die Fotodokumentation „Plauen unter Tage erleben“ sowie Projekte für das Empfangsgebäude und die Bergkeller vorgestellt. Führungen führen durch das Luftschutzmuseum und den Gräfkeller.

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Foto: Rössel – Stadtpark Plauen

Weisbachscher Garten: Geschichte zwischen Industrie und Landschaft

Auch die Fabrik der Fäden im Weisbachschen Haus beteiligt sich von 10 bis 17 Uhr. Um 13 Uhr spricht Landschaftsarchitektin Franziska Schieferdecker über „Der Weisbachsche Garten – ein Kleinod in der Elsteraue“. Ab 14 Uhr werden jeweils zur vollen und halben Stunde Führungen durch die Anlage angeboten.

Den musikalischen Abschluss bildet um 17.30 Uhr das Konzert „Klangfäden zur Spitzenzeit“ mit Rauca & Pross. Chansons der Weimarer Zeit von Brecht/Weill und Friedrich Hollaender treffen dabei auf jiddische Lieder, Jazz, Choräle und ausgewählte Folksongs.

Für den Vortrag, die Gartenführungen und das Konzert ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Kostenlose Reservierungskarten sind ab 25. August zu den Öffnungszeiten an der Kasse der Fabrik der Fäden erhältlich.

Sieben Jahrhunderte Geschichte im Komturhof

Geschichte zum Anfassen verspricht der Komturhof am Schulberg. Von 11 bis 17 Uhr präsentieren der Förderverein Komturhof und Heinrich von Plauen rund sieben Jahrhunderte Geschichte. Zu sehen sind unter anderem behauene historische Steine, die bei Baumaßnahmen im und am Komturhof geborgen wurden. Hinzu kommt die neue Dauerausstellung „Vergessene Vergangenheit: 800 Jahre Deutscher Orden, von Akkon bis Wien“. Unterhaltung und gastronomische Angebote ergänzen das Programm.

Stadtpark wird zum klingenden Gartendenkmal

Dass Denkmalschutz nicht nur historische Gebäude betrifft, zeigt der Stadtpark Plauen. Zwischen 14 und 17 Uhr verwandelt er sich in ein musikalisches Gartendenkmal. Bei einem musikalischen Parkspaziergang erklingt an verschiedenen Stationen Kammermusik in wechselnden Besetzungen. Der Biergarten am Parktheater ist geöffnet – und wer möchte, kann die Picknickdecke mitbringen und Musik und Parklandschaft miteinander verbinden.

Historische Sticktechnik in der Schaustickerei

Die Schaustickerei Plauen am Obstgartenweg öffnet von 11 bis 16 Uhr. Besichtigt werden können unter anderem der kleine Sticksaal mit seiner Handstickmaschine von 1897, moderne Stickmaschinen sowie Kleinstickmaschinen in der Fabrikantenvilla. Führungen sind an diesem Tag nicht vorgesehen. Dafür lädt der Garten bei Kaffee, Kuchen und kleinen Snacks zum Verweilen ein. Auch der Museumsshop ist geöffnet.

Vom Friedhof zum Baumpark: Geschichte im Arboretum

Ein besonderes Programm erwartet Besucher auf dem Friedhof II und im Arboretum am Preißelpöhl. Von 12 bis 17 Uhr ist die Ausstellung „Grabmale von ehemaligen Mitgliedern des Deutschen Alpenvereins, Sektion Plauen-Vogtland“ zu sehen. Um 12.30 Uhr wird der Film „Vom Friedhof zum Baumpark“ aus dem Jahr 2013 gezeigt. Anschließend geht es mit Bildern und Erzählungen um die Entwicklung und Veränderungen der Anlage. Führungen beginnen um 13 Uhr durch das Gelände, um 14.30 Uhr zu ausgewählten Grabstellen ehemaliger Alpenvereinsmitglieder und um 16 Uhr durch den Apothekergarten. Ab 12 Uhr öffnet zudem das Arboretum-Café.

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Umgebindehaus und Alte Schmiede öffnen ihre Türen

Auch außerhalb des Plauener Zentrums gibt es historische Architektur zu entdecken. Im Umgebindehaus Jößnitz am Kauschwitzer Weg führt Margitta Schier um 11 und 14 Uhr durch das Gebäude. Dazu gibt es musikalische Unterhaltung, Kaffee, Kuchen und Schnittchen sowie frisch gebackenes Brot. Die Alte Schmiede in Kleinfriesen öffnet von 14 bis 17 Uhr ihren Innenhof zur Außenbesichtigung. Andre Golde gibt Interessierten dabei Einblicke in die Geschichte und Wiederherstellung des historischen Ensembles.

Tag des offenen Denkmals 2026 in Plauen

Wann? Sonntag, 13. September 2026
Motto: „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“
Eintritt: Alle Veranstaltungen sind kostenfrei.

Wasserturm Neundorf: 10–17 Uhr geöffnet, Besichtigung, Geschichte und Technik, 360°-Aussicht; ab 14 Uhr Führungen nach Bedarf

Stadtarchiv Plauen: 10–17 Uhr, Ausstellung „Plauener Augenblicke – alte Glasnegative neu inszeniert“

Vogtlandmuseum: 10–17 Uhr geöffnet; 11.30 Uhr Vortrag „Der Reisende – eine jüdische Fluchtgeschichte“

Galerie e.o.plauen: 10–17 Uhr, historischer Andy-Darby-Garten und Ausstellung „Witz²“

Fabrik der Fäden: 10–17 Uhr geöffnet; 13 Uhr Vortrag zum Weisbachschen Garten; ab 14 Uhr Gartenführungen; 17.30 Uhr Konzert „Klangfäden zur Spitzenzeit“

Luftschutzmuseum Meyerhof: 10–16 Uhr, Führungen durch Meyerhof und Gräfkeller sowie Einblicke in „Plauen unter Tage“

Komturhof: 11–17 Uhr, historische Fundstücke und Ausstellung zu 800 Jahren Deutscher Orden

Stadtpark Plauen: 14–17 Uhr, musikalischer Parkspaziergang mit Kammermusik

Schaustickerei: 11–16 Uhr, historische und moderne Stickmaschinen, Garten und Bewirtung

Friedhof II/Arboretum: 12–17 Uhr, Ausstellung, Film und Führungen um 13, 14.30 und 16 Uhr

Umgebindehaus Jößnitz: Führungen um 11 und 14 Uhr, Musik und Bewirtung

Alte Schmiede Kleinfriesen: 14–17 Uhr, Außenbesichtigung und Informationen zur Geschichte

Wichtig: Für Vortrag und Führungen im Weisbachschen Garten sowie das Konzert in der Fabrik der Fäden werden wegen begrenzter Plätze kostenlose Reservierungskarten benötigt. Diese sind ab 25. August an der Kasse der Fabrik der Fäden erhältlich.

Programm & aktuelle Änderungen: www.plauen.de/denkmaltag

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