Nachrichten VogtlandEvanescence “Sanctuary”: Musikalischer Zufluchtsort zwischen Dunkelheit und Hoffnung – Album & Tour

Titelfoto: Travis Shinn
Die Band hat ihre Identität bewahrt und sich trotzdem weiterentwickelt – alle Details in der Albumrezension!

Mit Sanctuary melden sich Evanescence eindrucksvoll zurück und liefern ein Album ab, das gleichermaßen vertraut wie modern klingt. Über zwei Jahrzehnte nach dem Durchbruch mit Fallen beweist die Band um Amy Lee, dass sie noch immer in der Lage ist, emotionale Tiefe, musikalische Wucht und zeitgemäße Klangwelten zu einer faszinierenden Einheit zu verschmelzen.

Schon der Albumtitel – dt. „Zufluchtsort“ – verrät die thematische Ausrichtung. In einer Welt voller Unsicherheit, Überforderung und gesellschaftlicher Spannungen sucht die Band nach Hoffnung, Wahrheit und innerer Stärke. Diese Suche zieht sich wie ein roter Faden durch die zwölf Songs und verleiht dem Werk Geschlossenheit.

Musikalisch schlagen Evanescence ein neues Kapitel auf, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen. Die Zusammenarbeit mit Jordan Fish und Zakk Cervini sorgt für einen modernen, druckvollen Sound, der elektronische Elemente und zeitgemäße Metal-Produktionen geschickt mit den charakteristischen Markenzeichen verbindet. Atmosphärische Keyboards, massive Gitarrenwände und orchestrale Akzente treffen auf Amy Lees unverwechselbare Stimme.

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Bereits die Vorabsingles „Afterlife“ und „Who Will You Follow“ machten deutlich, wohin die Reise geht. Während „Afterlife“ mit düsterer Intensität und cineastischer Wucht überzeugt, entwickelt sich „Who Will You Follow“ zu einer kritischen Reflexion über Orientierung und Manipulation in einer zunehmend komplexen Welt. Die Frage nach Vertrauen und Wahrheit verleiht dem Song Aktualität.

Doch Sanctuary lebt nicht allein von seinen Singles. Titel wie „Rapture“, „How Do I Heal“ oder das eindringliche „Forever Without You“ zeigen die ganze Bandbreite von Evanescence. Zwischen fragiler Verletzlichkeit und explosiver Kraft entstehen Momente, die nachhallen. Besonders beeindruckend ist dabei die Balance zwischen modernen Einflüssen und jener emotionalen Intensität, die Fans seit den frühen Tagen der Band schätzen.

Der Gesang wirkt reif, nuanciert und voller Ausdruckskraft. Amy Lee wechselt mühelos zwischen zerbrechlichen Passagen und kraftvollen Ausbrüchen, ohne jemals die emotionale Glaubwürdigkeit zu verlieren. Produktionstechnisch bewegt sich das Album auf hohem internationalem Niveau. Die Songs klingen groß, detailreich und dynamisch, ohne in sterile Perfektion abzudriften. Stattdessen bleibt genügend Raum für Emotionen, Atmosphäre und die charakteristische Dunkelheit.

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Fazit:

Sanctuary ist kein nostalgischer Rückblick auf vergangene Erfolge, sondern ein selbstbewusstes Statement einer Band, die ihre Identität bewahrt und gleichzeitig den Mut zur Weiterentwicklung besitzt. Evanescence gelingt ein Album, das moderne Alternative-Metal-Elemente mit ihrer unverkennbaren Handschrift verbindet und dabei Themen anspricht, die aktueller kaum sein könnten. Für viele Fans dürfte es das stärkste und geschlossenste Werk der Band seit Jahren sein das nach hinten hin immer besser und besser wird.

Der Vogtlandstreicher verleiht 4 von 5 Streichern

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Evanescence werden 2026 wieder auf Tour gehen: Der Auftakt findet in Nordamerika statt, bevor es weiter nach Großbritannien und Europa geht:

Termine in Deutschland 2026
19 SEP 2026 Frankfurt – Festhalle
20 SEP 2026 Dortmund – Westfalenhallen Dortmund
23 SEP 2026 Hamburg – Barclays Arena
25 SEP 2026 Berlin – Velodrom
26 SEP 2026 München – Olympiahalle

Support Poppy und Nova Twins
Alle Termine 2026 auf Evanescence.com

Es wird die erste vollständige UK- und Europatour der Band seit der World’s Collide Tour 2022 sein.
Sängerin Amy Lee steuerte in diesem Jahr Musik zu drei Filmen bei: ‘Afterlife’ für die NetflixSerie Devil May Cry (die kürzlich bei den Hollywood Music in Media Awards als Best Video ausgezeichnet wurde), ‘Hand That Feeds’ (mit Halsey) und ‘Fight Like A Girl’ (feat K-Flay) für den Film Ballerina aus dem John-Wick-Universum. Außerdem komponierte sie Musik für den Kurzfilm The Seventh Turn von Eric Howell (Voice From The Stone).

Bisher hat die Band insgesamt fünf Studioalben veröffentlicht, darunter das mehrfach mit Platin ausgezeichnete The Open Door (2004) und Evanescence (2011), die beide die Spitze der Billboard 200 erreichten. 2021 begeisterte die Band ihre Fans mit The Bitter Truth. Mit einer Besetzung aus Amy Lee (Gesang, Keyboards), Tim McCord (Gitarre), Will Hunt (Schlagzeug), Troy McLawhorn (Gitarren) und Emma Anzai (Bass, Background-Gesang) tourt die Band weiterhin rund um den Globus und spielt einige der erfolgreichsten Shows ihrer Karriere.

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