Nachrichten VogtlandStadtbad Plauen wird erweitert: Baubeginn für neue Schwimmhalle rückt näher – Fertigstellung bis Ende 2028 geplant

Titelfoto: Stadt Plauen
Mit der Erweiterung des Plauener Stadtbades entsteht in den kommenden Jahren eine moderne Wettkampf- und Freizeitschwimmhalle. Das Projekt zählt zu den drei Großvorhaben des Modellprojekts Zukunft Leben und soll den steigenden Bedarf an Schwimmflächen für Schulen, Vereine, Reha-Sport und den öffentlichen Badebetrieb langfristig decken.

Seit wenigen Tagen laufen die ersten vorbereitenden Arbeiten. In den kommenden Wochen werden entlang der Hofer Straße wichtige Versorgungsleitungen für Trinkwasser, Erdgas und Mittelspannung aus dem Baufeld in den Gehweg verlegt. Gleichzeitig beginnt der Rückbau der sichtbaren Edelstahlleitungen für Zu- und Abluft.

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Projektleiter Robert Rödel vom Fachgebiet Hochbau erklärt, dass auch der dazugehörige Stahlbeton-Erdkanal bis auf etwa drei Meter vor dem Bestandsgebäude zurück gebaut wird. Anschließend entsteht ein provisorisches Lüftungssystem, das außen am sogenannten Stiefelgang bis auf das Dach geführt wird. Diese Übergangslösung gewährleistet während der rund zweijährigen Bauphase den Betrieb der bestehenden Lüftungsanlagen. Nach Abschluss der Bauarbeiten verschwinden die bislang sichtbaren Leitungen vollständig.

Der eigentliche Start für den Bau der neuen Schwimmhalle ist für November 2026 vorgesehen. Geplant ist ein moderner Baukörper mit einer Größe von rund 60 mal 40 Metern. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf einem nachhaltigen Energiekonzept. Die neue Halle erhält einen hohen energetischen Standard und wird unter anderem mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie Luft-Wasser-Wärmepumpen zur Energieversorgung ausgestattet.

Moderne Wettkampfschwimmhalle für Plauen

Herzstück des Neubaus wird ein 25 Meter langes und 16,67 Meter breites Wettkampfbecken mit einer Wassertiefe von zwei Metern. Das Becken erfüllt sämtliche Anforderungen für Wettkämpfe und verfügt über eine Gewöhnungstreppe sowie einen vollständig barrierefreien Zugang.

Ein besonderes Ausstattungsmerkmal ist der auf einem Drittel der Beckenlänge installierte Hubboden. Dieser lässt sich auf eine Mindestwassertiefe von 90 Zentimetern anheben und schafft damit ideale Bedingungen sowohl für den Schwimmunterricht als auch für Reha-Angebote, Anfängerkurse und unterschiedliche Trainingsformen.

Die Erweiterung soll vor allem die seit Jahren bestehende hohe Auslastung des Stadtbades deutlich entschärfen. Der Bedarf an Wasserflächen für den Schulunterricht, Vereinssport, Rehabilitationsangebote und den öffentlichen Badebetrieb ist in Plauen kontinuierlich gestiegen.

Oberbürgermeister Steffen Zenner betont die Bedeutung des Projekts: “Bereits heute garantiere Plauen als Oberzentrum, dass jedes Kind schwimmen lernen könne. Zudem sei das Stadtbad regelmäßig Austragungsort zahlreicher Wettkämpfe. Mit der Erweiterung werde künftig auch der Freizeitsport wieder deutlich bessere Möglichkeiten erhalten, ohne lange Wartezeiten oder eingeschränkte Nutzungszeiten schwimmen zu können.”

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Grafik: Bauconzept Planungsgesellschaft mbH
Barrierefrei und bestens ausgestattet

Auch bei den Umkleide- und Sanitärbereichen setzt der Neubau auf Komfort und Barrierefreiheit. Geplant sind zwei große Sammelumkleiden mit insgesamt 94 Schränken, zwei kleinere Sammelumkleiden mit 21 beziehungsweise 35 Schränken, zwei barrierefreie Umkleidekabinen sowie barrierefreie Sanitär- und Duschbereiche Für Wettkämpfe entstehen außerdem Zuschauerbänke mit Platz für 130 Besucher.

Der bisherige Haupteingang des Stadtbades bleibt erhalten. Sowohl die bestehende als auch die neue Schwimmhalle erhalten jeweils eine eigene Drehkreuzanlage.

Damit die ersten Bauarbeiten den laufenden Betrieb möglichst wenig beeinträchtigen, werden diese bewusst während der turnusmäßigen Schließzeit des Stadtbades durchgeführt. Ronny Adler, Geschäftsführer der Bäder Plauen GmbH, freut sich bereits auf die zusätzlichen Kapazitäten. Die Erweiterung werde viele der Belegungsprobleme der vergangenen Jahre lösen und gleichzeitig neue Möglichkeiten für Vereine sowie den öffentlichen Badebetrieb schaffen.

Investition von 14,4 Millionen Euro

Die Kosten für den Anbau belaufen sich auf rund 14,4 Millionen Euro netto. Davon erhält die Stadt Plauen rund 13 Millionen Euro Fördermittel von Bund und Freistaat Sachsen. Die Erweiterung ist Teil des Modellvorhabens Zukunft Leben im Plauener Süden, das insgesamt mit 50 Millionen Euro ausgestattet ist. Die Finanzierung setzt sich wie folgt zusammen:

  • Bund: 25 Millionen Euro
  • Freistaat Sachsen: 20 Millionen Euro
  • Eigenanteil der Stadt Plauen: 5 Millionen Euro

Das Modellprojekt wird im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundes sowie der Städtebauförderung des Freistaates Sachsen gefördert.

Warum sich die Planungen geändert haben

Die Planungen für die Erweiterung reichen bis ins Jahr 2018 zurück. Eine erste Entwurfsstudie sah den Anbau ursprünglich südwestlich des bestehenden Stadtbades vor. Für diese Variante musste zunächst Baurecht geschaffen werden. Deshalb beschloss der Stadtrat im Oktober 2020 die Aufstellung eines Bebauungsplans, der nach einem zweistufigen Verfahren im Januar 2023 als Satzung beschlossen wurde.

Im weiteren Planungsverlauf zeigte sich jedoch, dass der ursprünglich vorgesehene Standort erhebliche Probleme verursachen würde. Umfangreiche Untersuchungen ergaben, dass zahlreiche Wasser- und Abwasserleitungen hätten verlegt werden müssen. Gemeinsam mit dem Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland wurde festgestellt, dass dadurch Mehrkosten von mindestens sieben Millionen Euro netto sowie eine Bauzeitverlängerung von rund zwei Jahren entstanden wären.

Daraufhin prüfte die Stadt verschiedene Alternativen. Um Kosten und Bauzeit zu reduzieren, wurde das Raumprogramm angepasst und der Neubau in den Vorbereich des bestehenden Stadtbades zwischen Bestandsgebäude und Hofer Straße verlegt.

Da dieser Standort mit dem bisherigen Bebauungsplan nicht vereinbar war, musste dieser geändert werden. Ziel war vor allem die Anpassung des Baufeldes, während die geplante Erschließung über Fabrikstraße und Turnstraße sowie die Abbindung der Straße „Am Elsteranger“ unverändert bestehen bleiben.

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Anfang 2026 konnten Bürgerinnen und Bürger sowie Behörden ihre Stellungnahmen zum Änderungsverfahren einreichen. Die Ergebnisse der Abwägung beschloss der Stadtrat am 19. Mai 2026. Schließlich wurde die erste Änderung des Bebauungsplanes in der Stadtratssitzung am 30. Juni 2026 als Satzung beschlossen. Wenn alles planmäßig verläuft, soll die neue Schwimmhalle Ende 2028 eröffnet werden.

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