Bei ihnen werden selbst unfreiwillige Konzertbesuche und das Älterwerden zum Stoff für Songs: die feisten verbinden Musik mit Wortwitz und einem genauen Blick für die komischen Seiten des Alltags. Hinter dem Duo stehen Mathias „C.“ Zeh und Rainer Schacht, die schon beim Trio Ganz Schön Feist gemeinsam auf der Bühne standen. Als die feisten haben sie ihre musikalische Partnerschaft fortgesetzt – und wurden 2017 mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet. Ihren Stil nennen sie „Zwei-Mann-Song-Comedy“.
Am heute Abend bringen die beiden ihr Programm „Familienfest!“ ins König Albert Theater Bad Elster. Darin treffen neue Lieder auf bekannte feisten-Hits. Besungen werden etwa Menschen, die lieber beim Fußball oder auf einem Metal-Konzert wären, als im Publikum zu sitzen. Und mit „Mein Körper und ich“ nehmen die beiden die körperlichen Begleiterscheinungen des Älterwerdens mit Humor.
Im Interview sprechen sie über zündende Liedideen, Grenzen des Humors und Lachanfälle:
Wenn einer von euch mit einer neuen Liedidee kommt: Woran merkt der andere innerhalb der ersten 30 Sekunden, ob daraus etwas wird – oder ob man besser nie wieder darüber spricht?
Es gibt diesen 30-Sekunden-Sofort-Impuls, dass einer von uns oder beide denken: Das wird was, das wird gut. Meistens ist das dann auch so. Aber eben nur meistens. Ob ein Song so ankommt, wie wir es uns wünschen, entscheidet dann letztendlich das Publikum.
Gibt es für euch beim Humor eine Grenze, bei der ihr sagt: Darüber machen wir keinen Witz?
Natürlich gibt es diese Grenzen. Wir haben keine Lust auf Provokation oder sprachliche Derbheit als Selbstzweck. Das langweilt uns eher. Wenn sich aber eine sprachliche Krassheit aus der Situation der erzählten Geschichte ergibt, dann benutzen wir sie. Beleidigungen sind übel, dafür sind andere zuständig.
Wie unterschiedlich ist euer Humor? Gibt es Dinge, über die der eine lacht und der andere nur verständnislos schaut?
Wenn man in einer 2er-Konstellation dem anderen den Witz erklären müsste, wäre das hinderlich. In unseren Humortöpfen schwimmen so ziemlich dieselben Zutaten. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Wann hat zuletzt während eines Auftritts einer etwas gemacht, womit der andere überhaupt nicht gerechnet hat?
Aus meistens unerfindlichen Gründen überkommt den einen oder anderen von uns auf offener Bühne ein Lachflash. Wenn wir dann abbrechen müssen, ist das oft der Höhepunkt des Abends.
Ihr braucht ein Publikum, das genau zuhört. Merkt ihr schon in den ersten Minuten eines Abends: Heute wird es leicht – oder heute müssen wir arbeiten?
Jedes Publikum, jedes Theater und somit jeder Abend ist anders. Aber nur ein bisschen. Wenn viele „Ersttäter“ bei uns sind, bemerken wir eine ganz hohe Konzentration auf das, was wir singen und erzählen. Die erste Hälfte kann dann etwas ruhiger in der Publikumsreaktion sein. Vielleicht müssen die Erstlinge sich erst einmal entscheiden, ob sie das genauso gut finden, wie ihr Nachbar, der sie mitgebracht hat, immer sagt. Am Ende des Konzertes ist es eigentlich immer gleich: Unser Publikum steht und lässt uns kaum gehen. An dieser Stelle einfach nur dicken Dank dafür!!
Ist es schwieriger geworden, Menschen zum Lachen zu bringen, weil heute viel schneller darüber diskutiert wird, worüber man lachen darf und worüber nicht?
Das ist bei uns nicht so. Es wird nicht oder kaum nachdiskutiert, worüber wir sehr froh sind.
Angenommen, ihr dürftet einen Abend lang mit einem beliebigen Musiker oder einer beliebigen Musikerin auf der Bühne stehen. Wer würde zwischen euch stehen oder sitzen?
Amy Winehouse.
Wenn ihr mit nur einem Song jemandem erklären müsstet, was „die feisten“ ausmacht – welcher wäre es?
Oh, gute Frage, schwere Frage. Das „Gänseblümchen“ ist fast kindlich leicht und positiv. Gleitet geschmeidig über vermeintliche Probleme hinweg. Sagt nicht nur was über unser Liederschreiben, sondern auch ein bissl was über unser Lebensgefühl.
Nachgefragt bei…Mathias „C.“ Zeh und Rainer Schacht
| Lieblingsessen: Rainer: Linsensuppe auf Mutters Art / indische und türkische Linsenvarianten ganz hoch im Kurs! Mathias: Indische Küche |
| Lieblingsmusik: Rainer: Soul der 50er bis 70er Jahre Mathias: Reggae |
| Lieblingswort: Rainer: Lambadabar Mathias: ja |
| Lieblingsort: Rainer: Dachterrasse in der Septembersonne Mathias: in mir selbst |
| Lieblingsmoment: Rainer: der Moment zwischen wachen und schlafen, bzw. zwischen schlafen und aufwachen. Mathias: merken, dass ich gesund bin |
Ausgewählte Tourtermine in der Region
Der Auftritt am 25. September 2026 im König Albert Theater Bad Elster ist bereits ausverkauft. Weitere Gelegenheiten, die feisten live zu erleben, gibt es unter anderem in Aue-Bad Schlema, Chemnitz und Greiz. Für 2027 ist auch ein Auftritt in Plauen angekündigt.
| Datum | Beginn | Ort und Spielstätte | Programm |
|---|---|---|---|
| 25. September 2026 | 19.30 Uhr | Bad Elster, König Albert Theater | „Familienfest!“ – ausverkauft |
| 26. September 2026 | 19.30 Uhr | Aue-Bad Schlema, Kulturhaus Aue | „Familienfest!“ |
| 4. November 2026 | 20 Uhr | Chemnitz, Stadthalle | „Moskito“ |
| 5. November 2026 | 20 Uhr | Dresden, Schlachthof | „Familienfest“ |
| 6. November 2026 | 20 Uhr | Bautzen, Stadthalle Krone | „Familienfest“ |
| 7. November 2026 | 20 Uhr | Greiz, Vogtlandhalle | „Familienfest“ |
| 13. November 2027 | 20 Uhr | Chemnitz, Stadthalle | „Das Feinste der feisten“ |
| 14. November 2027 | 19 Uhr | Plauen, Festhalle | „Das Feinste der feisten“ |
Die Angaben stammen aus dem offiziellen Tourplan. Alle Termine und Verweise zum Kartenverkauf gibt es auf www.diefeisten.de/tourdaten.
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Die Feisten: “In unseren Humortöpfen schwimmen so ziemlich dieselben Zutaten.”

