Im Job abliefern, in der Freizeit etwas für sich tun und sich dabei bitte auch noch entspannen. Selbst die Pause kann zur nächsten Aufgabe werden, wenn man alles richtig machen will. Genau da setzt Dr. Leon Windscheid mit seinem Live-Programm „Alles perfekt“ an.
Am 19. November 2026 kommt der Psychologe, Autor und ZDF-Moderator in die Freiheitshalle nach Hof und einen Tag später, Freitag, 20. November 2026, in die Sparkassen-Arena Zwickau. Zwei Stunden lang geht es um überhöhte Ansprüche, alte Glaubenssätze und die Frage, wie viel leichter der Alltag werden kann, wenn man sich öfter ein „gut genug“ erlaubt.
Wer ist Dr. Leon Windscheid?
Seinen ersten großen Fernsehauftritt hatte Windscheid ausgerechnet in einer Sendung, in der am Ende jede Antwort stimmen muss. 2015 gewann er bei Günther Jauchs „Wer wird Millionär?“ die Million. Heute steht der 1988 in Bergisch Gladbach geborene Psychologe selbst vor der Kamera und stellt Fragen, auf die es selten eine einzige richtige Antwort gibt.
Windscheid beschäftigt sich beruflich damit, psychologische Forschung verständlich zu machen. Zu seiner wissenschaftlichen Arbeit gehören Studien über Frauen in Führungspositionen. Heute vermittelt er Erkenntnisse aus der Psychologie in Büchern, Podcasts, Fernsehsendungen und auf der Bühne.
Im Podcast „Betreutes Fühlen“ spricht Windscheid mit Comedian Atze Schröder über Gefühle und darüber, wie sie unseren Alltag prägen. Auch sein Buch „Besser Fühlen“, das Platz eins der SPIEGEL-Bestsellerliste erreichte, widmet sich der Frage, was wir über unsere Gefühle lernen können.
Im ZDF geht Windscheid bei „Terra Xplore“ mit Experimenten und Erkenntnissen aus Psychologie und Hirnforschung der Frage nach, was Menschen antreibt und prägt. Im Gesprächsformat „Auf der Couch“ bringt er zwei Gäste mit gegensätzlichen Ansichten zusammen. Auch seine früheren Bühnenprogramme „Altes Hirn, neue Welt“ und „Gute Gefühle“ sind in der ZDF-Mediathek zu finden.
„Alles perfekt“ in Zwickau: Wenn selbst die Pause zur Aufgabe wird
Woher kommt die innere Stimme, die nach einem langen Tag trotzdem fragt, ob man genug geschafft hat? Warum fällt es uns manchmal so schwer, ausgerechnet das zu tun, was uns guttun würde? Und welche Sätze aus der Kindheit bestimmen noch heute, was wir von uns erwarten?
In „Alles perfekt“ verbindet Windscheid solche Alltagsfragen mit psychologischer Forschung. Er schaut darauf, wie sich überhöhte Ansprüche festsetzen und wie Veränderung in kleinen Schritten aussehen kann. Dabei darf das Publikum über die eigenen Eigenheiten lachen. Gerade die vertrauten Situationen machen den Stoff greifbar, etwa wenn aus der guten Absicht, sich mehr zu bewegen, schon wieder ein Punkt auf der Liste der Dinge wird, die man besser machen müsste.


Leon Windscheid im Interview: Wann ist gut genug wirklich genug?
Ein Abend über Perfektionismus muss selbst ziemlich gut vorbereitet sein. Deshalb ging es im Interview mit Leon Windscheid darum, ob er selbst Druck verspürt vor einer Show und welchen Psychologie-Ratschlag er nicht gut findet:
Wenn man mit einem Programm gegen Perfektionsdruck auf Tour geht, kann man das eigentlich selbst loslassen?
Mir gibt es eine Gelassenheit, weil ich einfach weiß, wie viel Energie vom Publikum bei mir ankommt. Ich sage den Leuten auch immer zum Start: „Ey, ich bin hier, dass wir uns zwei richtig schöne gemeinsame Stunden machen. Die Welt ist verrückt genug. Da ist so viel Druck da draußen. Die zwei Stunden die gönnen wir uns heute Abend.“ Es ist nicht so, dass ich einfach nur erzähle. Es kommt so viel vom Publikum zurück, dass ich in dem Moment gar nicht mehr aufgeregt bin, sondern eigentlich voller Vorfreude. Ich kann viel ehrlicher, viel näher erzählen, was ich erzählen möchte. Insofern ist da eigentlich kein Druck, sondern wirklich große Vorfreude.
Zwei Stunden mit den Menschen zu kommunizieren, ist etwas anderes, als ein Programm abzuspulen. Macht das die Sache leichter?
Ich passe die Inhalte auch die ganze Zeit an. Einmal ja, weil sich neue Sachen in der Forschung ergeben. Es geht um Gefühle und Liebe. Es geht um Zufriedenheit. Es geht um Ängste, die Menschen haben und mit denen man vielleicht anders umgehen kann. Es geht ganz viel darum, was uns Druck macht. Da passieren die ganze Zeit neue Dinge. Was jetzt gerade auf dieser Welt passiert, war vor zwei Jahren noch anders, vor einem Jahr noch ganz anders. Deswegen ist es gar nicht so, dass man da rausgeht und etwas abspult. Man nimmt die Menschen wirklich mit. Und ich habe das Gefühl, dass sehr nette Menschen zu dieser Show kommen. Da ist so Stimmung in den Hallen. Die Leute haben Lust, die haben Spaß, die interessieren sich für Psychologie. Man muss dafür nicht studiert haben oder vorher irgendwelche Bücher lesen.
Gibt es einen Psychologie-Ratschlag, den du am liebsten aus dem Internet verbannen würden? Oder einen gut gemeinten Satz, den du nicht mehr hören kannst?
Da gibt es so viele, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. „Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Ja, natürlich können wir mitbestimmen, wie wir uns fühlen. Aber nicht jeder hat eine Schmiede.(lacht) Das sind so Sachen, die machen mich sauer. Oder so Sätze wie: „Du musst deine Angst bekämpfen.“ Nein. Du musst deine Angst verstehen. Oder „Du musst immer glücklich sein. Be happy.“ Das sind Dinge, bei denen ich denke: Das ist so falsch. Und das ist schade, weil Leute das hören und denken, sie sind dann das Problem oder der Fehler, wenn sie das nicht so hinbekommen.
Nachgefragt bei…Leon Windscheid
| Lieblingsessen: Pommes mit Salat |
| Lieblingsmusik: 90er |
| Lieblingswort: Hoffnung |
| Lieblingsort: …ganz kleiner Campingplatz in Südfrankreich |
| Lieblingsmoment: Rauskommen auf die Bühne. |
Verlosung:
Der Vogtlandstreicher.de verlost 2 x 2 Tickets für die Show am 20. November 2026 in Zwickau. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Das Gewinnspiel läuft vom 8. November 2026 bis zum 13. November 2026 um 0 Uhr. Die Teilnahme erfolgt per E-Mail mit Angabe von Name und Wohnort an gewinnspiel@vogtlandstreicher.de mit dem Betreff „Leon“. Unter allen Einsendungen wird ausgelost und die Gewinner werden bis spätestens 15. November 2026 per E-Mail informiert. Die Teilnahmedaten werden nur für die Dauer des Gewinnspiels gespeichert und anschließend gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Den Fokus auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.
Leon Windscheid: Über Perfektionsdruck, Gelassenheit und falsche Glücksversprechen

