Nachrichten Vogtland45.000 Haushalte im Dunkeln – und die Menschlichkeit gleich mit?

Titelfoto: KI-generiertes Symbolbild
Wann ist das eigentlich passiert, dass wir Hass mit Hass beantworten, Lautstärke mit Lautstärke, erst meckern – und dann denken?

45.000 Haushalte in Berlin haben keinen Strom. Für viele Menschen bedeutet das Dunkelheit, Kälte, keinen normalen Alltag. Für manche – etwa jene, deren Gesundheit von medizinischen Geräten abhängt – bedeutet es sogar Lebensgefahr. Kein Internet, kein Telefonempfang, keine Informationen. Kein Anruf, wenn Hilfe dringend gebraucht wird.

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Ausgelöst durch Menschenhand. Offenbar bewusst. Als „Akt der Notwehr und der internationalen Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen“, so heißt es in einem Schreiben, das als Bekennerschreiben bezeichnet wird. Belegt ist das jedoch nicht zweifelsfrei. Die Begriffe, die bislang verwendet werden, lauten: „offenkundig“, „möglich“, „plausibel“.

„Das Leben schützen“, indem man Leben gefährdet – wie schlüssig das ist, darf man gerne überdenken.

Was mich jedoch wirklich erschüttert, sind die Reaktionen, die sich derzeit überall in Statusmeldungen finden. Sätze wie: „Es trifft die richtige Stadt.“ „Politiker schweigen – es gibt keine Zufälle.“ „Sie belügen uns und lachen.“ „1700 Generatoren sichern Energie in der Ukraine statt in Berlin.“

Bitte: innehalten. Atmen. Denken. Keine Stadt ist die „richtige“ Stadt für so etwas. Für die einen ist Schweigen falsch, für die anderen sind öffentliche Stellungnahmen nicht richtig. Generatoren in der Ukraine fehlen übrigens nicht in Deutschland – sie wurden eigens dafür angeschafft.

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Man kann die Dinge unterschiedlich bewerten, man kann anderer Meinung sein. Man kann Dinge richtig finden oder falsch. Das ist legitim. Aber bei all dem sollten wir eines nicht verlieren: unsere Menschlichkeit.

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Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Ihr Fokus liegt auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.

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