Nachrichten VogtlandBryan Adams in Leipzig: Große Hits und pure Rockenergie in der ausverkauften Arena

Kurz nach 20 Uhr braucht es einen Moment, bis alle wissen, wohin sie schauen müssen. Bryan Adams steht auf einer kleinen Bühne mitten im Innenraum der ausverkauften Quarterback Immobilien Arena in Leipzig. Ganz nah an den Menschen, nur mit seiner Akustikgitarre. Die Freude über diesen unvermittelten Auftakt ist spürbar. Schon bei den ersten Songs wird laut mitgesungen. Mit „Can’t Stop This Thing We Started“ und „Straight From the Heart“ beginnt der Kanadier sein Konzert am Samstagabend dort, wo seine Musik seit Jahrzehnten ankommt – mitten im Publikum.

Auf der Hauptbühne bleibt die Ausstattung übersichtlich. Eine große Leinwand, Scheinwerfer und Platz für die Band. Bryan Adams baut seine „Roll With the Punches“-Show auf Songs, die auch ohne aufwendige Inszenierung eine Halle tragen. Dafür stehen Musiker neben ihm, die den Songs Druck und Beweglichkeit geben. Pat Steward am Schlagzeug zieht den Blick immer wieder auf sich. Sichtbar körperlicher Einsatz, schnelle Schlagfolgen hinter denen Muskelkraft, aber ebenso Präzision steckt. Zusammen mit Gitarrist Keith Scott sorgt er dafür, dass die Rocknummern auch in der großen Arena ihren Biss behalten.

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Bryan Adams trifft die Töne – und den Nerv des Publikums

Adams selbst singt mit jener rauen, sofort erkennbaren Stimme, die seine Songs erfolgreich gemacht hat. Sie sitzt an diesem Abend sicher, die Töne kommen verlässlich. Auch dort, wo die Musik zurückgenommen wird und der Gesang stärker für sich stehen muss, trägt sie. Gerade der Wechsel zwischen zupackendem Rock und offen ausgesungenen Balladen macht den Reiz des Repertoires aus. „Run to You“, „Somebody“ und „18 til I Die“ stehen für die direkte, gitarrengetriebene Seite. „Please Forgive Me“, „Heaven“ und „(Everything I Do) I Do It for You“ setzen andere Akzente. Das Publikum geht diesen Weg mit. Die Stimmung ist von Beginn an gelöst. Viele dieser Lieder sind längst Teil persönlicher Erinnerungen geworden.

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Leuchtarmbänder und ein Boxhandschuh über den Köpfen

Einige gezielte Showeffekte gönnt sich der Abend dennoch. Die Leuchtarmbänder an den Handgelenken der Besucher lassen die gesamte Arena im Takt rot, weiß und blau aufblinken. Dadurch wird der Zuschauerraum selbst Teil des Bühnenbildes: Licht zieht sich bis in die Ränge und verbindet die Menschen miteinander. Zum Titelsong „Roll With the Punches“ schwebt ein großer Boxhandschuh über dem Publikum. Eine spielerische Umsetzung des Tourmottos.

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Die Setlist spannt einen weiten Bogen durch Adams’ Karriere. Neben den großen Rockhits finden auch „When You’re Gone“, „Here I Am“ und „Have You Ever Really Loved a Woman?“ ihren Platz. Dabei hilft die musikalische Qualität der Band, das umfangreiche Hitrepertoire lebendig zu halten. Später im Programm folgen „Cuts Like a Knife“, „The Only Thing That Looks Good on Me Is You“, „Back to You“ und „Summer of ’69“. Den Abschluss bildet „All for Love“, solo und akustisch. Damit führt der Abend zurück zu der unmittelbaren Form seines Anfangs. Gut zwei Stunden lang zeigt Bryan Adams in Leipzig, wie viel eine Stimme, starke Songs und eine eingespielte Band bewegen können.

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Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Ihr Fokus liegt auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.

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