Manchmal braucht es keinen großen Plan, sondern einfach den richtigen Moment. Bei Lillian Kelly scheint genau der jetzt gekommen zu sein. Mit 20 Jahren veröffentlicht sie ihren ersten eigenen Song – und beginnt damit ein Kapitel, bei dem noch ziemlich viel offen ist.
Der Name Kelly trägt eine Menge Musikgeschichte in sich. Lillian ist die Tochter von Joey Kelly und damit in einer Familie aufgewachsen, in der Musik nie weit entfernt war. Auf der Bühne stand sie schon früher. Doch nun geht sie einen entscheidenden Schritt allein. Am 28. August 2026 hat sie mit „You give me every reason“ ihren ersten eigenen Song veröffentlicht.
Jetzt steht nicht mehr nur die Frage im Raum, woher sie kommt, sondern vielmehr, wohin sie selbst musikalisch möchte. Im Interview spricht sie über ihren Weg zur Musik:
Mit „You give me every reason“ hast du gerade deinen ersten eigenen Song veröffentlicht. Wie fühlt es sich an, plötzlich einen Titel herauszubringen, auf dem nur dein Name steht?
Ich bin unglaublich froh, endlich meinen ersten Song veröffentlicht zu haben, und kann es selber noch gar nicht richtig glauben. Der Gesang begleitet mich schon einige Jahre und bereitet mir unglaublich viel Freude. Daher freue ich mich umso mehr, meine eigene Musik nun endlich mit den Leuten zu teilen. Es fühlt sich für mich sehr besonders und genau richtig an, meine eigene Musik zu machen.
Musik begleitet dich eigentlich schon dein ganzes Leben. Weißt du noch, wann du zum ersten Mal gemerkt hast: Ich möchte wirklich selbst Musik machen?
Ich liebe die Musik und vor allem das Singen. Mir selber war schon früh klar, dass es ein großer Traum von mir ist, den Gesang irgendwann in eigener Form mit anderen Menschen zu teilen und meiner Leidenschaft nachzugehen. Da der Gesang schon sehr lange Teil meines Lebens ist, gab es für mich nicht diesen einen Moment, der mich davon überzeugt hat, auch an eigene Musik zu denken. Es war mehr ein Gefühl, dass ich nur noch auf den richtigen Moment gewartet habe, um endlich meine Musik zu releasen. Ich bin sehr froh, diesen Schritt nun endlich gegangen zu sein und meinen ersten eigenen Song „You give me every reason“ veröffentlicht zu haben.
Du hast schon mehrfach auf großen Bühnen gestanden. Trotzdem hat es bis 2026 gedauert, bis dein erster eigener Song erschienen ist. Warum gerade jetzt?
Der Zeitpunkt des Song-Releases hat sich genau richtig für mich angefühlt. Zum einen, weil es in meine aktuelle Lebenssituation passt, da ich nach meinem Abitur die Möglichkeit hatte, mich noch mehr auf meine eigene Musik zu fokussieren und intensiv daran zu arbeiten. Zum anderen ist mit meinem ersten eigenen Song ein absolutes Herzensprojekt entstanden, in welches ich viel Liebe gesteckt habe. Daher habe ich versucht, alles so perfekt wie möglich umzusetzen, und das hat seine Zeit gedauert.

Dein Vater hat dich auf dem Weg zu einer Studioaufnahme für den Song begleitet. Wie wichtig ist sein Rat für dich – und gibt es musikalische Entscheidungen, bei denen du ganz bewusst sagst: Papa, das mache ich jetzt allein?
Meine Eltern unterstützen mich auch auf meinem musikalischen Weg zu einhundert Prozent und lassen mich das ausüben, was ich am meisten liebe. Ich weiß ihre Unterstützung unglaublich zu schätzen. Zu wissen, dass sie jederzeit an meiner Seite stehen und ich bei allen Entscheidungen nach ihrem Rat fragen kann, gibt mir unglaublich viel Kraft. Ich kann so viel sagen: Meine Eltern sind meine größten Fans. Das weiß ich unglaublich zu schätzen, und ihr Support ist alles andere als selbstverständlich für mich.
Was war aufregender: den Song aufzunehmen – oder an dem Morgen aufzuwachen, an dem plötzlich jeder ihn hören konnte?
Die Aufnahme des Songs als auch der Release-Tag waren auf unterschiedliche Art und Weise unglaublich aufregend für mich. Ich wollte für meinen ersten eigenen Song, welcher sehr persönlich ist, die bestmögliche Version kreieren und ihn auf eine Art und Weise singen, bei der ich meine Gefühle zu diesem Song gut ausdrücken kann. Trotz dieser Anforderung an mich selbst habe ich versucht, gelassen an die Studioaufnahme heranzugehen. Ich wusste, dass ich keinen Druck habe und im Studio ganz ich selbst sein kann. Über die Stunden, die während der Aufnahme vergangen sind, ist die Aufregung immer weiter abgeflacht, und ich habe angefangen, diesen besonderen Moment sehr zu genießen.
Der Release-Tag war für mich ebenfalls sehr aufregend und emotional. Meine erste Single mit der Welt zu teilen, bedeutet mir sehr viel. Ich habe an diesem Tag so unglaublich viel Liebe gespürt und Feedback bekommen von Menschen, die mir nahestehen – aber auch von Menschen, die mich mit Nachrichten im Internet sehr berührt haben. Das ist alles andere als selbstverständlich. Ich bin jeder einzelnen Person unglaublich dankbar, die diesen Tag für mich so besonders gemacht hat.
Welche Künstlerinnen oder Künstler haben dich musikalisch geprägt?
Ich höre privat sehr unterschiedliche Musik und habe eigentlich rund um die Uhr immer Musik laufen. Besonders inspirierend finde ich Olivia Rodrigo. Ich liebe ihre Songs und singe diese auch sehr gerne. Ebenfalls sehr inspirierend finde ich Lana Del Rey. Ich liebe ihre Lieder und ihren Vibe in der Musik. Vor allem, weil ich mit ihrem Lied „Summertime Sadness“ immer wieder an einen Roadtrip erinnert werde, welchen ich gemeinsam mit meiner Familie erlebt habe. Es sind viel zu viele Künstler und Lieder, welche mich auf unterschiedlichste Art und Weise berühren, um sie jetzt alle aufzuzählen. Musik ist für mich etwas ganz Besonderes. Wenn ich es mit meinem Lied schaffe, dieses Gefühl in anderen Menschen auszulösen oder Menschen mit den Gefühlen zu verbinden, über die ich in meinem Lied singe, habe ich für mich alles erreicht.
Deine erste Single ist auf Englisch. Ist Englisch auch künftig deine musikalische Sprache oder kannst du dir genauso eigene deutschsprachige Songs vorstellen?
Meine erste Single ist auf Englisch, da ich es liebe, englisch zu singen. Allerdings würde ich in Zukunft nicht ausschließen, auch mal Texte auf Deutsch zu schreiben.
Ist „You give me every reason“ zunächst ein einzelner Herzenssong – oder liegen bereits weitere eigene Titel bereit?
Mit meiner ersten eigenen Single habe ich den Schritt zur eigenen Musik endlich geschafft. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber ich kann so viel sagen: Es wird nicht bei dieser einen Single bleiben, denn dafür liebe ich das Singen viel zu sehr.
Gibt es einen Traum, den du dir als Solokünstlerin unbedingt erfüllen möchtest – ein eigenes Konzert, ein Album, eine bestimmte Bühne oder vielleicht ein Duett?
Mein Traum in der Musik ist es, meinem Herzen zu folgen und das zu machen, was sich richtig anfühlt und was ich liebe. Ich versuche, mir dabei so wenig Druck wie möglich zu machen und echte Gefühle zu vermitteln. Ich denke, alles andere wird mich diesbezüglich finden. Ob es Menschen sind, die sich in meiner Musik wiederfinden können und sie in ihrer Playlist abspielen lassen, zukünftige Duettpartner oder vielleicht sogar mal ein eigenes Album. Über all diese Sachen habe ich mir, um ehrlich zu sein, noch gar nicht wirklich viele Gedanken gemacht, denn vorerst ist es mir wichtig, meinen Weg in die Musik zu finden. Ich bin mir sicher, dass der Rest, der für mich bestimmt ist, mich dann auch finden wird.
Nachgefragt bei…Lillian Kelly
| Lieblingsessen: Mein Lieblingsessen wechselt immer mal wieder. Aktuell esse ich gerne frittiertes Sushi mit Hähnchen gefüllt. Ebenfalls ein „All-Time-Favorite“ von mir ist Pasta mit Garnelen in einer Tomaten-Sahne-Soße. Vor allem, wenn ich diese zu Hause selbstgemacht von meiner Mama essen kann. |
| Lieblingsmusik: Ich habe tatsächlich gar keine Lieblingsmusik, da ich finde, dass es viel zu viele gute Songs und Künstler gibt, um sich zu entscheiden. Was mir aber direkt in den Kopf kommt, wenn ich dieser Frage höre, ist The Weekend, da ich im August noch gemeinsam mit meiner Mama auf einem Konzert war, welches mich unglaublich fasziniert hat. |
| Lieblingswort: Mein Lieblingswort ist Mausi, ich liebe diesen „Spitznamen“ sehr. Mein Lieblingsort ist Zuhause mit meiner Familie und überall dort, wo Menschen sind, die ich liebe. |
| Lieblingsort: / |
| Lieblingsmoment: Mein Lieblingsmoment ist Weihnachten, denn dort kommt meine Familie zu Hause zusammen und wir feiern im Kreise meiner Liebsten ein wunderschönes Fest, welches ich mit so vielen Emotionen verbinde. Kurz vor Weihnachten kommt mein großer Bruder Leon immer aus den USA nach Hause, um an Weihnachten bei uns zu sein. So ,dass wir vier Geschwister Luke, Leon, Lisann und ich wie früher alle wieder bei meinen Eltern sind. Weihnachten war bei uns schon immer ein Fest mit der Familie, welches ich so sehr liebe und mit dem Erwachenwerden immer mehr zu schätzen weiß |
Seit fast zwei Jahrzehnten die neutrale Stimme im Vogtland. Mit Leidenschaft und Nähe zu Menschen und Themen, auch weit über die Region hinaus. Nah am Puls der Zeit. Und stets mit dem Anspruch, Politik zu lesen, Kunst und Kultur näher zu bringen und am Schleizer Dreieck nicht vom Bike zu fallen.
Lillian Kelly: “Es wird nicht bei dieser einen Single bleiben, denn dafür liebe ich das Singen viel zu sehr.”

