Mehr Platz zum Lernen, ein barrierefreier Zugang und ein moderner Anbau. Die Grundschule Wurzbach soll für rund 5,5 Millionen Euro umfassend saniert und erweitert werden. Im Sommer 2029 soll das Schulgebäude nach aktuellem Planungsstand wieder in Betrieb gehen. Bei einem Infoabend im Wurzbacher Kino stellte das Landratsamt die Entwürfe vor. Dabei ging es auch um Verbesserungen am vorübergehenden Schulstandort im Regelschulgebäude.
Etwa 20 interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über die Zukunft der Grundschule zu informieren. Gemeinsam mit der Schulleiterin und den beteiligten Planern gehörten sie zu den Ersten, die einen Blick auf die Pläne für den künftigen Gebäudekomplex werfen konnten.
Sanierung der Grundschule Wurzbach: Anbau schafft mehr Platz
Das aus den 1980er-Jahren stammende Grundschulgebäude wird generalsaniert und durch einen Anbau ergänzt. Marian Seidel vom Hochbauamt der Kreisverwaltung erläuterte beim Infoabend die vorgesehenen Maßnahmen.
Der moderne und effizient gestaltete Anbau soll die Grundfläche nahezu verdoppeln und ausreichend Platz für große Schulräume schaffen. Dafür wird das aufgeschüttete Gelände im Übergangsbereich zwischen Schulgebäude und Schulhof abgetragen. Das Gebäude verfügt anschließend über drei vollwertige Geschosse.
Eine wichtige Frage aus dem Publikum betraf den verbleibenden Platz auf dem Schulhof. Dazu erklärte Landrat Christian Herrgott: „Wir haben den Neubau so geplant, dass er für die Schule gut und sinnvoll nutzbar ist und der Schulhof so groß wie möglich bleibt“.

Barrierefreier Zugang und neuer Eingangsbereich
Mit der Sanierung wird auch die Erschließung des Gebäudes neu geordnet. Ein Plattformlift soll das bestehende Schulhaus und den Anbau barrierefrei zugänglich machen. Der bisherige Eingangsbereich wird von der Straße weg in den Eckbereich des Anbaus verlegt. Auch das Treppenhaus erhält einen neuen Standort: Es wird künftig an der Seite des Gebäudes liegen und nicht mehr in dessen Mitte. Ein zusätzliches außenliegendes Treppenhaus dient als zweiter baulicher Rettungsweg.
Die vorgestellten Entwürfe des Planungsbüros thomaarchitekten sehen auf der dem Schulhof zugewandten Seite des Neubaus großzügige Fensterflächen vor. Sie sollen viel Tageslicht in die Räume bringen. Ein entsprechender Sonnenschutz ist ebenfalls eingeplant. Wie die Fassade im Detail aussehen wird, steht noch nicht abschließend fest. Über die genaue Ausführung und die Farbgestaltung wird derzeit gemeinsam mit der Schulleiterin beraten. Die gezeigten Ansichten geben damit den aktuellen Planungsstand wieder.

Neuer Zaun am vorübergehenden Schulstandort
Bereits zu Beginn des Infoabends griff Landrat Christian Herrgott ein Thema auf, das seit dem Umzug der Grundschule in das Regelschulgebäude für Irritationen gesorgt hatte – den Bauzaun am dortigen Schulhof. Er trennt den Aufenthaltsbereich der Kinder aus Sicherheitsgründen von der vorbeiführenden öffentlichen Straße. Viele Eltern und Schüler wünschen sich eine optisch ansprechendere Lösung. Der Förderverein der Schule hatte sich deshalb intensiv darum bemüht, mithilfe von Spenden einen anderen Zaun zu finanzieren. Herrgott dankte dem Verein und den Spendern ausdrücklich für ihren Einsatz. Das Angebot, den Zaun aus Spenden zu bezahlen, nahm er jedoch nicht an. Stattdessen übernimmt das Landratsamt die Kosten.
„Unser Ziel ist es, gemeinsam die bestmögliche Lösung für die Schülerinnen und Schüler zu finden. Deshalb wird das Landratsamt die Kosten für den neuen Zaun übernehmen. Wir wollen dieses große und für Wurzbach wichtige Projekt im guten Miteinander umsetzen und das soll nicht an einem Zaun scheitern“, versicherte er. Den Aufbau soll die Stadt übernehmen. „Das Angebot der Stadt, für den Aufbau des neuen Zauns zu sorgen, nehmen wir sehr gern an“, erklärte Herrgott. Außerdem sollen die Spielgeräte vom Schulhof der Grundschule zeitnah an das Regelschulgebäude versetzt werden.
Wiedereröffnung der Grundschule für Sommer 2029 geplant
Die ersten Entkernungsarbeiten im Grundschulgebäude haben bereits im September 2026 begonnen. Im Frühjahr 2027 sollen weitere Rückbauarbeiten folgen. Dann ist auch der Beginn der Arbeiten zur Errichtung des Anbaus vorgesehen. Die Fertigstellung ist für 2029 geplant. Für mögliche Schwierigkeiten bei der Sanierung des bestehenden Gebäudes wurde nach Angaben des Landrats ein zeitlicher Puffer berücksichtigt. „Beim Sanieren im Bestand kann es immer zu Überraschungen kommen, deshalb haben wir bei diesem umfangreichen Projekt natürlich auch einen Puffer mit eingeplant. Der Inbetriebnahme des Schulgebäudes im Sommer 2029 sollte nach jetzigem Stand also nichts entgegen sprechen“, versicherte der Landrat.
Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Ihr Fokus liegt auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.
Grundschule Wurzbach: 5,5 Millionen Euro für Sanierung und Anbau bis 2029

