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Wenn ein Mensch aus großer Höhe oder schwer zugänglicher Tiefe gerettet werden muss, zählt nicht allein die richtige Seiltechnik. Während die Höhenretter den Weg zum Patienten sichern, müssen Rettungsdienst und Notarzt oft schon unter schwierigen Bedingungen mit der medizinischen Versorgung beginnen. Damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt, haben diese Fachdienste in Plauen nun erstmals gemeinsam trainiert.
Gestern fand bei der Berufsfeuerwehr Plauen ein Ausbildungstag der Höhenrettung mit Rettungsdienst und Notärzten statt. Beteiligt waren neben den Plauener Höhenrettern auch Kollegen der Berufsfeuerwehr Zwickau sowie Notärzte und Mitarbeiter des Rettungsdienstes aus dem Vogtlandkreis.
Höhenrettung und Medizin müssen ineinandergreifen
Im Mittelpunkt stand eine Frage, die bei Einsätzen entscheidend werden kann: Wie lassen sich technische Rettung und medizinische Versorgung so miteinander verbinden, dass ein Patient auch aus einer exponierten Lage möglichst sicher und schonend gerettet werden kann?
Denn gerade dort, wo eine normale Trage nicht einfach zum Einsatzort gebracht werden kann, treffen zwei sehr unterschiedliche Fachgebiete unmittelbar aufeinander. Die Höhenretter müssen sichere Zugänge schaffen und Menschen mit speziellen Seil- und Sicherungssystemen bewegen. Gleichzeitig benötigen verletzte oder erkrankte Patienten unter Umständen bereits vor der eigentlichen Rettung medizinische Hilfe.

Hängetrauma, Schrägseil und Patientenrettung
Zum Auftakt vermittelte der Leitende Notarzt Dr. Bernd Krämer theoretisches Wissen zum sogenannten Hängetrauma. Dieses kann entstehen, wenn eine Person längere Zeit nahezu bewegungslos in einem Gurtsystem hängt und dadurch der Blutkreislauf beeinträchtigt wird.
Anschließend ging es in die Praxis. In drei Gruppen durchliefen die Teilnehmer verschiedene Ausbildungsstationen. Trainiert wurden unter anderem das passive Ablassen von Personen, Aufbau und Einsatz eines Schrägseils sowie die Patientenversorgung unter den besonderen Bedingungen einer Höhenrettung.
Dabei konnten Rettungsdienst und Notärzte die technischen Möglichkeiten der Höhenretter unmittelbar kennenlernen – und gemeinsam ausprobieren, welche medizinischen Maßnahmen auch in schwer zugänglichen Bereichen möglich sind.



Wie kommt der Notarzt zum Patienten?
Besonderes Augenmerk galt den Schnittstellen zwischen den einzelnen Fachdiensten. Wann ist es sinnvoll und überhaupt möglich, medizinisches Personal direkt zum Patienten zu bringen? Wie lassen sich Verletzte in exponierter Lage versorgen und immobilisieren? Und wie gelingt anschließend die Übergabe an den Rettungsdienst, ohne die bereits begonnene Versorgung zu unterbrechen?
Genau solche Abläufe lassen sich nur begrenzt theoretisch vorbereiten. Beim gemeinsamen Training konnten die Beteiligten deshalb auch Erfahrungen austauschen, unterschiedliche Vorgehensweisen kennenlernen und mögliche Schwierigkeiten besprechen.
„Bei einem realen Einsatz müssen Höhenrettung, Rettungsdienst und Notarzt als ein Team funktionieren. Genau deshalb ist es wichtig, dass wir nicht erst im Einsatz zusammenkommen, sondern bereits vorher gemeinsam trainieren und die Möglichkeiten und Grenzen des jeweils anderen kennen“, erklärt Christian Flechsig, Leiter der Höhenrettung Plauen.
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Einsatz über dem Abgrund: Höhenretter aus Plauen und Zwickau trainieren gemeinsam

