Nachrichten VogtlandKraftklub drehen die Zeit zurück: Fünf Alben, fünf Phasen – und 2027 fünf Städte

Titelfoto: P. Gladsome
Collegejacken, schwarze Harringtons, rote Jacken, Parkas und schließlich weiße Anzüge. Man könnte die Geschichte von Kraftklub vermutlich allein anhand ihrer Kleiderschränke erzählen. Man könnte aber auch einfach die Musik aufdrehen. 2027 machen die Chemnitzer beides – und verwandeln 16 Jahre Bandgeschichte in eine einzige große Zeitreise.

„Das war ja keine Phase“ heißt die neue Tour, die Kraftklub für den Sommer 2027 angekündigt haben. Der Titel klingt nach einem Satz, den Eltern irgendwann resigniert sagen müssen. Bei Kraftklub ist er Programm: Fünf Alben sind inzwischen erschienen, fünf deutlich erkennbare Kapitel hat die Band durchlebt – und genau diese sollen bei einer eigens entwickelten Show noch einmal auf die Bühne zurückkehren.

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Kraftklub machen ihre eigene „Eras Tour“

Der Vergleich liegt so nahe, dass ihn die Fans längst selbst gezogen haben: Was Taylor Swift mit ihren musikalischen Epochen vorgemacht hat, bekommt nun seine ziemlich eindeutig ostdeutsche Variante. Nur eben mit weniger Glitzer und vermutlich mehr Moshpit.

Kraftklub gehen zurück zu „Mit K“, ihrem Debütalbum von 2012 und jener Zeit, in der Collegejacken praktisch zur Banduniform gehörten. Es folgen die schwarzen Harrington-Jacken von „In Schwarz“, das Rot von „Keine Nacht für Niemand“, die Parkas der „KARGO“-Ära und schließlich die weißen Anzüge des aktuellen Albums „Sterben in Karl-Marx-Stadt“. Fünf Platten. Fünf Looks. Fünf Phasen. Und dazwischen Songs, die längst mit bestimmten Sommern, Nächten, Festivals und Lebensabschnitten verbunden sind. Genau mit dieser Erinnerung spielt das Konzept.

Von „Mit K“ bis „Sterben in Karl-Marx-Stadt“

Dass diese Rückschau funktioniert, liegt auch daran, dass Kraftklub über die Jahre nie nur Alben veröffentlicht haben. Die Band hat sich um jede Platte eine eigene kleine Welt gebaut. 2012 war da plötzlich diese Gruppe aus Chemnitz, die Indie-Gitarren, Punk-Energie und Rap miteinander vermischte und mit Songs wie „Ich will nicht nach Berlin“ ausgerechnet aus der vermeintlichen Provinz heraus den deutschen Musikbetrieb aufmischte.

Aus dem Überraschungsmoment wurde eine Karriere. Aus Chemnitz wurde bei Kraftklub wieder Karl-Marx-Stadt, zumindest im bandeigenen Kosmos. Und aus fünf Musikern mit Collegejacken wurde eine der Bands, deren Konzerte längst weit über klassische Clubgrößen hinausgewachsen sind. Ende 2025 erschien mit „Sterben in Karl-Marx-Stadt“ das fünfte Studioalbum. Nun folgt keine gewöhnliche nächste Runde, sondern zunächst der Blick zurück: auf alles, was zwischen dem ersten „K“ und den weißen Anzügen passiert ist.

Das Rätsel um den 16. September ist gelöst

Ganz ohne Spielchen wäre es allerdings keine richtige Kraftklub-Ankündigung gewesen. Bei ihren jüngsten Open-Air-Konzerten und anschließend in den sozialen Netzwerken hatte die Band Hinweise gestreut und ihre Fans rätseln lassen. Immer wieder tauchte ein Datum auf: 16. September, 16 Uhr.

Jetzt ist klar, was dahintersteckt. An diesem Tag beginnt um 16 Uhr der offizielle Vorverkauf für „Das war ja keine Phase“. Und die Dimension der angekündigten Konzerte zeigt, wie weit der Weg seit den frühen Chemnitzer Jahren inzwischen geführt hat: Kraftklub sprechen von den bislang größten Shows ihrer Karriere.

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„Das war ja keine Phase“-Tour 2027: Alle Termine

5. Juni 2027 – Basel, St. Jakobshalle
11. Juni 2027 – Köln, RheinEnergieSTADION
26. Juni 2027 – Hamburg, Volksparkstadion
3. Juli 2027 – Leipzig, Festwiese
14. August 2027 – München, Königsplatz

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