Zwei Frauen, zwei Künste und eine Begegnung, die erst spät im Leben begann und dennoch tiefe Spuren hinterließ. Wenn Corinna Harfouch am Samstag, 12. September 2026, um 19.30 Uhr die Bühne des König Albert Theaters Bad Elster betritt, stehen nicht allein große Namen der Literatur- und Musikgeschichte im Mittelpunkt. Es geht um Freundschaft, Bewunderung, künstlerische Freiheit – und um zwei Frauen, die sich gesellschaftliche Grenzen nicht einfach setzen ließen.
Unter dem Titel „Erstaunliche Siege von Frauen auf Schlachtfeldern“ widmen sich die vielfach ausgezeichnete Film- und Theaterschauspielerin Corinna Harfouch und die international renommierte Pianistin Hideyo Harada der Schriftstellerin Virginia Woolf und der britischen Komponistin Ethel Smyth.
Virginia Woolf und Ethel Smyth: Eine ungewöhnliche Freundschaft
Als sich Virginia Woolf und Ethel Smyth 1930 begegneten, war Smyth bereits 72 Jahre alt, Woolf fast 24 Jahre jünger. „Zu spät“, soll die Komponistin später über dieses Kennenlernen geschrieben haben. Und tatsächlich trafen hier zwei Persönlichkeiten aufeinander, deren Lebenswege und Temperamente kaum unterschiedlicher hätten sein können.
Was sie verband, war die Kunst – und der Wille, sich von den Erwartungen ihrer Zeit nicht bestimmen zu lassen. Ihre gegenseitige Faszination fand Eingang in Briefe und Tagebücher ebenso wie in literarische Texte und musikalische Werke.
Virginia Woolf fand für ihre Freundin ein kraftvolles Bild: Smyth gehöre zum „Stamm der Pionierinnen, der Wegbereiterinnen“. Sie habe Bäume gefällt, Felsen gesprengt und Brücken gebaut, um jenen den Weg freizumachen, die nach ihr kamen.
Tatsächlich musste sich Ethel Smyth ihren Platz in einer von Männern dominierten Musikwelt erkämpfen. Die Komponistin und Dirigentin engagierte sich zudem in der britischen Frauenbewegung und machte auch aus ihrer Liebe zu Frauen kein Geheimnis. Woolf wiederum veränderte mit ihren Romanen und Essays die moderne Literatur und setzte sich intensiv mit weiblicher Selbstbestimmung, gesellschaftlichen Rollen und geistiger Freiheit auseinander.
In Bad Elster werden daraus keine historischen Porträts hinter Glas. Corinna Harfouch nähert sich Woolf und Smyth über ihre eigenen Worte. Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Gedanken lassen eine Beziehung sichtbar werden, in der Bewunderung, Nähe, Widerspruch und Inspiration nebeneinanderstehen. Harfouchs Rezitation trifft dabei auf die Musik Ethel Smyths. Hideyo Harada bringt deren Klavierwerke zum Klingen und macht so eine zweite Ebene dieser außergewöhnlichen Künstlerfreundschaft hörbar.
Ein Abend über Frauen, die sich ihren Raum nahmen
Der Titel „Erstaunliche Siege von Frauen auf Schlachtfeldern“ lässt dabei durchaus an große Kämpfe denken. Doch die Schlachtfelder dieses Abends liegen vor allem in Kunst und Gesellschaft: dort, wo Frauen um Gehör, Anerkennung und die Freiheit rangen, ihren eigenen Weg zu gehen. Gerade darin liegt die Aktualität der Begegnung zwischen Woolf und Smyth. Es ist eine Geschichte über zwei Künstlerinnen, die Konventionen hinterfragten, Grenzen überschritten und einander in ihrer Eigenwilligkeit erkannten. TICKETS

Redaktion
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Corinna Harfouch in Bad Elster: Von Freundschaft, Freiheit und weiblicher Selbstbestimmung
