Wer am Donnerstagvormittag plötzlich Sirenen hört oder eine Warnmeldung auf dem Smartphone erhält, muss sich keine Sorgen machen: Am 10. September 2026 findet der Bundesweite Warntag statt. Auch der Vogtlandkreis beteiligt sich an dem gemeinsamen Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen.
Neben den Sirenen kommen weitere Warnwege zum Einsatz. Dazu gehören Cell Broadcast auf Mobiltelefonen, Warn-Apps sowie Meldungen über Radio und Fernsehen. Ziel des Warntages ist es, die technischen Systeme zu überprüfen und gleichzeitig die Bevölkerung mit den unterschiedlichen Warnmöglichkeiten vertraut zu machen.
Warntag im Vogtlandkreis: Um 11 Uhr heulen 318 Sirenen
Der bundesweite Probealarm beginnt am Donnerstag, 10. September, um 11 Uhr. Im Vogtlandkreis werden zu diesem Zeitpunkt insgesamt 318 Sirenen ausgelöst. Zu hören ist zunächst das Sirenensignal „Warnung vor einer Gefahr“. Es dauert eine Minute und besteht aus sechs Tönen von jeweils fünf Sekunden Dauer, zwischen denen jeweils fünf Sekunden Pause liegen.
Im Ernstfall hat dieses Signal eine wichtige Bedeutung: Die Bevölkerung soll sich über die aktuelle Gefahrenlage informieren und auf weitere Warnmeldungen und Durchsagen achten. Informationen können beispielsweise über Radio, Warn-Apps und weitere offizielle Informationskanäle verbreitet werden.
Entwarnung beim Warntag erfolgt um 11.45 Uhr
Der Probealarm endet nicht bereits nach der ersten Warnung. Um 11.45 Uhr folgt die Entwarnung. Über die Sirenen ist dafür ein einminütiger Dauerton zu hören. Parallel erfolgt die Entwarnung über das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS). Damit können Bürgerinnen und Bürger beim Warntag 2026 gleich zwei wichtige Sirenensignale kennenlernen: die Warnung vor einer Gefahr und die anschließende Entwarnung.
Es ist zugleich ein großer Praxistest für die Warninfrastruktur. Der Vogtlandkreis arbeitet seit mehreren Jahren daran, sein Sirenennetz zu modernisieren und weiter auszubauen. Derzeit werden die letzten Sirenenanlagen aus bereits im vergangenen Jahr beauftragten Maßnahmen errichtet. Nach Abschluss der laufenden Arbeiten sollen 120 Sirenen auf dem neuesten Stand der Technik sein und in das landkreisweite Warnkonzept integriert werden.
Damit ist der Ausbau allerdings noch nicht beendet. Im Rahmen des Sirenenkonzepts 2035 sollen noch 2026 die Modernisierung beziehungsweise Neuerrichtung von weiteren 25 Sirenenstandorten beauftragt werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen soll voraussichtlich im vierten Quartal 2026 beginnen und sich bis in das zweite Quartal 2027 erstrecken.
Cell Broadcast, Warn-Apps und Sirenen sollen sich ergänzen
Bei größeren Gefahrenlagen setzt der Bevölkerungsschutz bewusst nicht auf einen einzigen Warnkanal. Sirenen sollen ebenso zum Warnmix gehören wie Cell Broadcast, Warn-Apps, Radio und Fernsehen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, möglichst viele Menschen schnell zu erreichen.
Wie wichtig dieses Zusammenspiel ist, zeigen die Ergebnisse des Bundesweiten Warntages 2025. Nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe wurden damals 97 Prozent der Befragten über mindestens einen Warnkanal erreicht.
Am häufigsten wurde die Probewarnung über Cell Broadcast wahrgenommen: 73 Prozent der Befragten erhielten die Warnmeldung auf diesem Weg. Warn-Apps erreichten 67 Prozent, Sirenensignale wurden von 65 Prozent wahrgenommen. Im Jahr zuvor hatte der Anteil bei den Sirenen noch bei 59 Prozent gelegen.
Warum gibt es den Bundesweiten Warntag?
Der Bundesweite Warntag soll einerseits zeigen, ob die technische Warninfrastruktur zuverlässig funktioniert. Andererseits soll die Bevölkerung erfahren, wie eine Warnung im Ernstfall aussieht und welche Bedeutung die unterschiedlichen Signale haben. Der gemeinsame Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen findet seit 2020 in der Regel jährlich am zweiten Donnerstag im September statt. Dabei geht es nicht nur um klassische Sirenen. Das deutsche Warnsystem basiert inzwischen auf mehreren miteinander verbundenen Warnwegen. Gerade Cell Broadcast ermöglicht es beispielsweise, Warnmeldungen direkt auf geeignete Mobiltelefone innerhalb eines betroffenen Gebietes zu senden.
Bürger können Erfahrungen mit dem Warntag 2026 melden
Auch die Bevölkerung kann dazu beitragen, Erkenntnisse über die Funktionsfähigkeit der Warnsysteme zu gewinnen. Am 10. September 2026 wird eine bundesweite Online-Umfrage freigeschaltet. Dort können Bürgerinnen und Bürger angeben, ob und über welchen Weg sie die Probewarnung erhalten haben. Die Umfrage ist über warntag-umfrage.de erreichbar.
Sirenentest und Probealarm auch im Saale-Orla-Kreis
Die Rettungsleitstelle in Gera wird am Donnerstag um 11:05 Uhr das Signal „Probealarm“ auslösen, bei dem über die örtlichen Sirenen dasselbe Signal ertönen wird, wie üblicherweise jeden Samstag um 11 Uhr. Zudem werden im Saale-Orla-Kreis auch die mobilen Warnanlagen getestet, die bei den Feuerwehren in Neustadt, Rosenthal am Rennsteig und Schleiz untergebracht sind. In Schleiz kommt die mobile Warnanlage im Bereich Plauensche Straße, Hofer Straße und Kohlbachstraße zum Einsatz, in Neustadt in der Walkmühlstraße im Ortsteil Molbitz und in Rosenthal voraussichtlich im Ortsteil Harra.

Redaktion
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Bundesweiter Warntag 2026: Allein im Vogtlandkreis heulen 318 Sirenen
