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Kaum ein Gebäude in Chemnitz verbindet Architektur-, Industrie- und Designgeschichte so unmittelbar wie die Villa Esche. Entworfen wurde sie 1902 vom belgischen Architekten und Gestalter Henry van de Velde für den Chemnitzer Strumpffabrikanten Herbert Esche. Heute gilt das Haus als herausragendes Zeugnis der europäischen Moderne.
Nach wechselvoller Geschichte und einer dreijährigen, aufwendigen Restaurierung wurde die Villa im Dezember 2001 im Beisein des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau wiedereröffnet. Seither dient sie als Begegnungsstätte für Wirtschaft, Kunst und Kultur. Gleichzeitig entwickelte sie sich zu einer renommierten Veranstaltungs- und Tagungsstätte und beherbergt das erste Henry-van-de-Velde-Museum Deutschlands.
2026 sind damit 25 Jahre vergangen, seit das historische Gebäude seine neue Bestimmung erhielt. Gefeiert wird dieses Vierteljahrhundert am Samstag, 29. August 2026, mit einem Jubiläumsnachmittag, der nicht nur zurückblicken, sondern die unterschiedlichen Facetten der Villa zeigen soll.
Jubiläumsfest mit Musik, Tanz und Überraschungsgästen
Das Programm setzt bewusst auf die Vielfalt, die das Haus in den vergangenen 25 Jahren geprägt hat. Geplant sind Geburtstagsgrüße in Wort, Bild, Musik und Tanz sowie Auftritte von Überraschungsgästen.
Natürlich gehört zu einem 25. Geburtstag auch Kuchen: Nach Kaffee und Geburtstagskuchen wird die erweiterte Neuauflage des Buches „Ein Rundgang durch die Villa Esche“ vorgestellt. Sie nimmt die Besucher mit durch die Geschichte des Hauses und blickt zugleich auf die vergangenen 25 Jahre zurück. Jeder Gast erhält zum Abschluss ein Exemplar als Erinnerung an das Jubiläum.

Wie rettet man ein Architekturdenkmal?
Besonders spannend dürfte das „Schaufenster der Restaurierung“ werden. Handwerksfirmen, die an der Wiederherstellung der Villa beteiligt waren, geben Einblicke in ihre Arbeit. Damit rückt ein Aspekt in den Mittelpunkt, der beim Besuch eines restaurierten Denkmals leicht aus dem Blick gerät: Wie viel handwerkliches Können, Recherche und Detailarbeit notwendig sind, damit historische Architektur erhalten bleibt. Henry van de Velde dachte Architektur nicht isoliert. Räume, Möbel, Stoffe und Gebrauchsgegenstände sollten gestalterisch miteinander korrespondieren. Genau dieser umfassende Designansatz macht das Haus bis heute so außergewöhnlich.
Modenschau bringt van de Veldes Stoffdesigns zurück
Eine ungewöhnliche Verbindung zwischen Architektur und Mode verspricht deshalb ein weiterer Programmpunkt. In einer Modenschau werden Designerkleider aus Stoffen Henry van de Veldes präsentiert. Die Stoffe wurden ursprünglich im Zusammenhang mit der Restaurierung der Villa rekonstruiert. Beim Jubiläumsfest werden sie nun auf eine ganz andere Weise sichtbar – und schlagen zugleich eine Brücke zur sächsischen Textilgeschichte. Gerade in Chemnitz besitzt dieser Programmpunkt eine besondere Pointe: Schließlich entstand die Villa einst für einen erfolgreichen Strumpffabrikanten. Industrie-, Textil-, Architektur- und Designgeschichte treffen hier also auf bemerkenswerte Weise aufeinander.

Das Jubiläum soll auch im Park der Villa Spuren hinterlassen. Dort wird ein Baum gepflanzt und eine neue Stele eingeweiht. Sie ist Maria van de Velde, der Ehefrau Henry van de Veldes, gewidmet und soll künftig an ihre bedeutende Rolle bei der Gestaltung der Parkanlage erinnern.
Jubiläumsfest „25 Jahre Villa Esche“
Wann: Samstag, 29. August 2026
Wo: Villa Esche, Chemnitz
Einlass: 14.30 Uhr
Beginn: 15 Uhr
Im Eintritt enthalten sind ein Kaffeegedeck, eine Kurzführung, das Programm mit Wort, Musik und Tanz sowie ein Exemplar des neuen Buches zur Villa Esche. Tickets bei den bekannten Vorverkaufsstellen.

Redaktion
Vogtlandstreicher - Das Nachrichtenmagazin berichtet 24/7 über die Themen im Vogtland aber auch überregional aus den Bereichen Sport, Kunst und Kultur.
25 Jahre Villa Esche: Chemnitzer Jugendstiljuwel feiert Jubiläum
