Nachrichten VogtlandKatastrophenschutzübung zwischen Vogtland und Leipzig fordert rund 130 Einsatzkräfte

Fotos: LRA Vogtlandkreis
Das Vogtland und der Raum Leipzig haben am vergangenen Samstag bei einer groß angelegten Katastrophenschutzübung ihre Zusammenarbeit unter realistischen Bedingungen trainiert. Während vogtländische Einheiten des Katastrophenschutzes in den Landkreis Leipzig nach Borna ausrückten, kamen gleichzeitig Kräfte aus dem Leipziger Land ins Vogtland.

Im Mittelpunkt der Übung im Norden Sachsens stand ein komplexes Szenario mit mehreren Anschlägen auf kritische Infrastruktur in der Stadt Leipzig. Parallel dazu wurde im Szenario auch das Sana Klinikum Borna durch einen Bombenanschlag beschädigt. Die Folge: zahlreiche Verletzte und hoher Zeitdruck für die Rettungskräfte.

Insgesamt wirkten rund 130 Einsatzkräfte aus dem Sanitätsbereich an der Übung mit, darunter auch Helferinnen und Helfer aus dem Vogtland. Unterstützt wurden sie von mehr als 40 Kameradinnen und Kameraden örtlicher Feuerwehren sowie 50 Statistinnen und Statisten.

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Die angenommene Lage stellte die Einsatzkräfte vor einen sogenannten MANV – einen Massenanfall von Verletzten. Insgesamt galt es, 50 verletzte Personen zu versorgen, aus dem Gefahrenbereich zu bringen und einen Behandlungsplatz aufzubauen.

„Die Einsatzkräfte hatten relativ schnell einen guten Überblick über die Lage und konnten entsprechend handeln“, erklärte Peter Gebhardt, Hauptsachbearbeiter Katastrophenschutz, der die Übung auf Landkreisebene begleitete.

Feuerwehrkräfte aus Leipzig reisen ins Vogtland

Bereits in den frühen Morgenstunden trafen Einheiten des zweiten Löschzuges aus dem Leipziger Land in Plauen ein. Dort richtete das THW Plauen einen Bereitstellungsraum ein, in dem sich die Kräfte zunächst auf die bevorstehenden Einsätze vorbereiteten. Kurz darauf erfolgte die Alarmierung nach Eich. Im Brand- und Katastrophenschutzzentrum Vogtland trafen die Einsatzkräfte auf Mitglieder des zweiten vogtländischen Löschzuges.

Vor Ort wartete eine umfangreiche Schadenslage mit mehreren parallelen Einsatzschwerpunkten auf die Beteiligten. Neben einem Verkehrsunfall mussten die Kräfte auch einen Tiefbauunfall bewältigen, Personen aus Höhen retten und gleichzeitig Maßnahmen zur Brandbekämpfung durchführen.

An der Abarbeitung der verschiedenen Einsatzlagen beteiligten sich insgesamt 30 Kräfte aus dem Raum Leipzig sowie 14 Kameradinnen und Kameraden aus dem Vogtland.

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Tiefbauunfall entwickelt sich zum Schwerpunkt der Übung

Besonders intensiv entwickelte sich laut den Verantwortlichen die Bearbeitung eines simulierten Tiefbauunfalls. „Dieser Unfall wurde wesentlich intensiver bearbeitet, als ursprünglich geplant“, sagte Übungsplaner und Inspektionsbereichsleiter Mitte, Rüdiger Maetzig.

Im dargestellten Szenario war ein Fahrzeug in eine Baugrube geraten. Der Pkw kippte dabei über den Einstieg der Grube, während sich eine verletzte Person am Grund befand. Zusätzlich galten die Wände der Grube als einsturzgefährdet. Die beteiligten Feuerwehren sicherten die Situation gemeinsam ab, stabilisierten die gefährdeten Bereiche und begannen anschließend mit der Rettung der eingeschlossenen Person.

Katastrophenschutzübung sollte Priorisierung trainieren

Die Verantwortlichen hatten die Lage bewusst umfangreich und anspruchsvoll angelegt. Ziel der Übung war es unter anderem, die Einsatzkräfte bei parallelen Schadenslagen zu Entscheidungen unter Belastung zu zwingen. „Die Lage war absichtlich umfangreich konzipiert. Ziel war es, die Einsatzkräfte zum ernsthaften priorisieren zu bewegen“, erläuterte Katastrophenschutz- und Übungsplanerin Linda Völker.

Zum Abschluss der gemeinsamen Katastrophenschutzübung zog Kreisbrandmeister Gerd Pürzel eine positive Bilanz. Vor allem die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Landkreisen habe im Mittelpunkt gestanden. „Ich danke allen Anwesenden für ihre Zeit und ihr Engagement. Ich glaube, die Übung war optimal, um die Einsatzkräfte auch ein wenig an die Grenzen zu führen und zugleich die landkreisübergreifende Zusammenarbeit zu beproben“, resümierte er.

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