Ein leiser Wind streicht über Wiesen, Licht bricht sich auf Haut, Formen verschmelzen mit der Landschaft – es ist diese fragile Balance, die das Werk von Klaus Ender so unverwechselbar macht. Die groß angelegte Klaus Ender Ausstellung findet vom 2. Mai bis 1. November 2026 an zwei besonderen Orten statt: im Vogtländisches Freilichtmuseum Landwüst sowie im Topaswelt-Mineralien-Zentrum in Muldenhammer.
Die Vernissage findet am 2. Mai 2026 um 14 Uhr in Landwüst statt, gefolgt von einer Filmvorführung gegen 15 Uhr: „Klaus Ender – Wenn Bilder eine Seele haben…“. Die Finissage beschließt die Schau am 1. November 2026 um 14 Uhr in Muldenhammer.
Die Ausstellung ist in drei Staffeln gegliedert – alle zwei Monate werden neue Werke präsentiert. Insgesamt umfasst die Schau 120 Fotografien, die sich über mehr als fünf Jahrzehnte erstrecken und ausschließlich in klassischer Schwarzweiß Fotografie gehalten sind.
Klaus Ender: Wegbereiter der Aktfotografie in der DDR
Vielen ist Ender durch seine Arbeiten für die Zeitschrift „Das Magazin“ bekannt. Bereits 1975 initiierte er die erste Aktausstellung der DDR und verschaffte dem Genre damit gesellschaftliche Anerkennung.
Seine fotografische Laufbahn begann 1963 auf Rügen, wo er als Saisonbäcker erste Aktaufnahmen machte. Sein Blick auf die weibliche Form war geprägt von Würde und Natürlichkeit – eine Haltung, die ihm früh Erfolg brachte.
1966 erhielt der Autodidakt die Zulassung als freischaffender journalistischer Fotograf. 1979 wurde er vom Weltverband für Kunstfotografie (FIAP) mit dem Titel ARTISTE FIAP (AFIAP) ausgezeichnet. 1982 folgte die Anerkennung als „Bildender Künstler der Fotografie“ durch das Wiener Kultusministerium.
Zu den ausgestellten Arbeiten zählt auch das berühmte Foto „Die Woge“ (1969), das international – bis nach Kanada – gezeigt wurde. 1972 erhielt es auf der X. Internationalen Fotoschau der Ostseestaaten, Norwegens und Islands (IFO) eine Ehrenmedaille.

Enders Fotografien verbinden Körper und Natur zu einer harmonischen Einheit. Landschaften dienen nicht nur als Kulisse, sondern als integraler Bestandteil der Bildkomposition. Seine Modelle erscheinen natürlich, selbstbewusst und individuell. Für ihn war Aktfotografie stets zurückhaltend und respektvoll – fernab von Effekthascherei oder Voyeurismus. Seine Haltung formulierte er selbst klar: „Das Taktgefühl des Aktfotografen entscheidet darüber, ob ein Akt- oder ein Nacktbild entsteht.“
Mehr als Akt: Lyrik, Natur und ein vielseitiges Gesamtwerk
Neben der Aktfotografie war die Natur- und Landschaftsfotografie ein gleichwertiger Bestandteil seines Schaffens. Ab 2002 widmete sich Ender verstärkt der Lyrik, schrieb Gedichte und Aphorismen und gründete einen eigenen Verlag. Seine Publikationen verbinden Bild und Wort zu einer emotionalen Einheit – ein Markenzeichen seiner späten Jahre. Im Jahr 2026 hätte der Künstler sein 60-jähriges Berufsjubiläum gefeiert.
Geboren 1939 in Berlin, wuchs er in Landsberg/Warthe und Wittenberge auf. Seine Karriere führte ihn über Rügen, Binz und Potsdam bis nach Österreich und wieder zurück auf die Insel Rügen. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, arbeitete mit über 50 Verlagen zusammen und erhielt mehr als 60 internationale Auszeichnungen. Seine Ausstellung „Akt & Landschaft“ wurde von über 100.000 Menschen gesehen und war fest im Kulturprogramm der DDR verankert. Klaus Ender verstarb am 18. März 2021. Doch sein Werk bleibt lebendig. 2022 erschien ein Dokumentarfilm über sein Leben und Schaffen.
Weitere Informationen unter: www.klaus-ender.de
Seit fast zwei Jahrzehnten die neutrale Stimme im Vogtland. Mit Leidenschaft und Nähe zu Menschen und Themen, auch weit über die Region hinaus. Nah am Puls der Zeit. Und stets mit dem Anspruch, Politik zu lesen, Kunst und Kultur näher zu bringen und am Schleizer Dreieck nicht vom Bike zu fallen.
Ausstellung “Akt & Landschaft” von Klaus Ender: Eine poetische Reise zwischen Körper und Natur

