Nachrichten VogtlandHinter Hecken und Gartentoren: Offene Gärten 2026 in Schleiz und Zeulenroda

Titelfoto: Garten von Mandy Körner in Zollgrün
Am 21. Juni 2026 öffnen sich wieder Gartentore zwischen Schleiz, Zeulenroda und den umliegenden Dörfern und gewähren Einblicke in ihre ganz persönliche grüne Paradiese. Jahr für Jahr zeigen die Teilnehmenden, wie vielfältig Gartenkultur sein kann – von romantischen Bauerngärten über moderne Gestaltungsansätze bis hin zu naturnahen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere.

Der besondere Reiz des Gartentages liegt in seiner Vielfalt. Jeder Garten erzählt seine eigene Geschichte und spiegelt die Persönlichkeit seiner Besitzer wider. Besucher erleben, dass es nicht den einen perfekten Garten gibt, sondern unzählige Möglichkeiten, Natur und Gestaltung miteinander zu verbinden.

Auch 2026 erwartet die Gäste eine abwechslungsreiche Mischung. Insgesamt öffnen vierzehn Privatgärten sowie eine Gartenanlage ihre Tore. Drei Gärten sind erstmals dabei und bereichern die Veranstaltung mit frischen Ideen und neuen Perspektiven.

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Kunst trifft Botanik

Einen besonderen Auftakt bildet die Ausstellung der Illustratorin Susanne Jampen. In der Alten Münze in Schleiz präsentiert sie ihre Ausstellung „Löwenzahn und Siebenstern“. Mit großer Präzision und wissenschaftlicher Genauigkeit hält sie heimische Pflanzen auf Papier fest und macht sichtbar, was dem flüchtigen Blick oft verborgen bleibt. Ihre Arbeiten schlagen eine Brücke zwischen Kunst und Naturkunde und zeigen eindrucksvoll, wie faszinierend die Pflanzenwelt direkt vor unserer Haustür ist.

Neue Gartenwelten entdecken

Zu den Neuzugängen des Jahres gehört der Garten von Mandy Körner in Zollgrün. Auf einem historischen Bauernanwesen entstand ein modernes Gartenkonzept, das traditionelle Architektur und zeitgemäße Gestaltung verbindet. Ein Schwimmteich, großzügige Holzdecks und klar strukturierte Pflanzungen schaffen eine Atmosphäre, die Ruhe und Natürlichkeit ausstrahlt.

Ebenfalls erstmals dabei ist die Gartenanlage der Familie Giegling. Der weitläufige Garten beeindruckt mit großen Inselbeeten, seltenen Gehölzen und naturnahen Bereichen. Die Gestaltung zeigt eindrucksvoll, wie sich ein traditioneller Bauernhof zu einer vielseitigen Gartenlandschaft entwickeln kann.

Zusätzliche Akzente setzen hier die Schleizer Töpferfrauen, die ihre handgefertigte Gartenkeramik präsentieren. Kugeln, Vogeltränken, Skulpturen und dekorative Objekte ergänzen die Pflanzenwelt und zeigen, wie Kunst den Garten bereichern kann.

Der dritte neue Garten gehört Gabriele Wenzlaff. Ihr romantischer Vintage-Garten verbindet Rosen, Stauden und Kräuter mit liebevoll ausgewählten Dekorationselementen. Hier entsteht eine Atmosphäre, die an englische Cottage-Gärten erinnert und zum Verweilen einlädt.

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Foto: Garten Familie Giegling in Gräfenwarth
Naturgärten als Zukunftsmodell

Immer mehr Gartenbesitzer setzen auf naturnahe Konzepte. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist der Garten der Familie Härtelt in Wernsdorf. Auf über 1000 Quadratmetern entsteht seit einigen Jahren ein Projektgarten, der Nutz- und Zierpflanzen vereint.

Hochbeete, Waldgarten-Elemente, Gemüseflächen und vielfältige Staudenpflanzungen zeigen, wie nachhaltiges Gärtnern funktionieren kann. Dabei steht nicht nur die Ernte im Mittelpunkt, sondern auch die Förderung von Biodiversität und Bodenleben.

Ähnliche Ziele verfolgt die Familie Respondek. Ihr Garten gilt als Paradies für Nützlinge. Mehr als hundert Rosenstöcke, zahlreiche Clematis, alte Obstsorten, Teiche und Nisthilfen schaffen Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Gartenbewohner. Der Garten beweist eindrucksvoll, dass Artenvielfalt und ästhetische Gestaltung keine Gegensätze sind.

Ein Paradies für Sammler

Ein Höhepunkt für Pflanzenliebhaber ist der Garten von Steffen Janke. Auf rund 5000 Quadratmetern hat sich über viele Jahre eine außergewöhnliche Sammlung entwickelt. Besonders beeindruckend ist die Kakteenkollektion mit etwa 3000 Exemplaren. Hinzu kommen seltene Kartoffelsorten, Kiwibeeren, Pfingstrosen und zahlreiche weitere Kultur- und Zierpflanzen.

Dass Gartenkultur nicht an regionale Grenzen gebunden ist, beweist der Garten der Familie Kolbe. In einem historischen Vierseitenhof entstand ein mediterran inspirierter Topfgarten, in dem Weinpflanzen, Kräuter und blühende Kübelpflanzen eine südländische Atmosphäre erzeugen. Zwischen Naturstein, historischen Gebäuden und üppiger Bepflanzung fühlt man sich eher in der Toskana als im Thüringer Vogtland.

Schon lange dabei ist die Familie Däumler. Ihr Landhausgarten verbindet klassische Gartenelemente mit einer beeindruckenden Pflanzenvielfalt. Hier wird deutlich, wie sich Struktur, Farben und Blühabfolgen zu einem harmonischen Gesamtbild verbinden lassen. Auch weitere Teilnehmer wie Ilona Schlupeck, Silvana Sporbert, Sonja Schneegass und die Familie Oertel tragen mit ihren individuellen Gartenkonzepten zur Vielfalt bei und bieten Raum zum Entdecken. Neben den Privatgärten beteiligt sich der Kleingartenverein „Am Stausee“ Zeulenroda e.V..

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Foto: Garten Familie Däumler in Auma-Weidetal

Der Tag des Offenen Gartens ist weit mehr als eine Schau schöner Pflanzen. Er lebt vom Austausch zwischen Menschen, die ihre Leidenschaft teilen. Besucher erhalten Anregungen für den eigenen Garten, erfahren praktische Tipps aus erster Hand und kommen mit den Besitzern ins Gespräch. Dabei entstehen oft interessante Diskussionen über Pflanzenauswahl, Bodengestaltung, Klimaanpassung oder naturnahes Gärtnern. Viele Ideen, lassen sich auch im kleinen Hausgarten umsetzen.

Ein Blick über die Region hinaus

Wer nach dem 21. Juni noch nicht genug von Gartenkultur bekommen hat, kann eine Woche später weiterreisen. Am 28. Juni öffnen in Oberfranken zahlreiche Gärten ihre Tore. Besonders empfohlen wird der eindrucksvolle Landhausgarten Bunzmann in Tiefengrün.

Mehr Infos: HIER

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