Aus einem einfachen Holzstamm wird ein Adler, ein Bär, ein Motorrad oder sogar eine ganze Sitzbank: Was für andere Brennholz wäre, ist für Jens Baumann der Ausgangspunkt für Kunstwerke. Mehr als 2500 Skulpturen hat der Revierförster aus Wüstendittersdorf bereits mit der Kettensäge geschaffen. Ab morgen sind einige seiner Arbeiten im Landratsamt in Schleiz zu sehen – und zur Ausstellungseröffnung lässt sich der Künstler sogar bei der Arbeit über die Schulter schauen.
„Carving – ein nicht alltägliches Hobby“ im Landratsamt Schleiz
Unter dem Titel „Carving – ein nicht alltägliches Hobby“ widmet sich die neue Ausstellung im Foyer des Landratsamtes Saale-Orla-Kreis ganz der Kettensägenkunst von Jens Baumann. Damit gibt es zugleich eine Premiere: Erstmals werden im Foyer ausschließlich Skulpturen präsentiert. Auch deren Werkstoff besitzt einen starken Bezug zur Region – sämtliche Arbeiten entstehen aus heimischen Holzarten.
Und kaum jemand dürfte beruflich und privat so eng mit diesem Material verbunden sein wie Baumann. Er arbeitet als Revierförster in Bad Lobenstein. Wenn die Arbeit getan ist, legt er das Holz allerdings längst nicht beiseite. Dann wird aus dem Förster ein Künstler – und aus der Motorsäge ein Werkzeug für erstaunlich filigrane Arbeiten.
Mehr als 2500 Holzskulpturen mit der Kettensäge geschaffen
Mittlerweile kann Jens Baumann auf eine beachtliche Zahl zurückblicken: Weit über 2500 Skulpturen hat er bereits geschnitzt. Die kleinsten Arbeiten messen gerade einmal rund 20 Zentimeter, seine größten Skulpturen erreichen dagegen eine Höhe von bis zu 2,50 Metern. Auch bei den Motiven setzt sich Baumann kaum Grenzen. Mindestens 100 verschiedene Modelle gehören zu seinem Repertoire. Tiere aus heimischer Flora und Fauna entstehen ebenso unter seiner Kettensäge wie Motorräder oder Bänke. Hinzu kommen individuelle Auftragsarbeiten, beispielsweise für Jubiläen und Einweihungen.
Baumanns Kunst steht auch am Grünen Band in Mödlareuth
Eine seiner jüngsten Arbeiten hat einen besonders prominenten Platz in der Region erhalten. Jens Baumann schuf die Skulptur für das neue große Naturschutzprojekt entlang des Grünen Bandes. Das Kunstwerk wurde am ehemaligen Grenzstreifen in Mödlareuth feierlich enthüllt.
Wer nicht nur die fertigen Skulpturen betrachten möchte, sollte vor allem die Ausstellungseröffnung am Dienstag, 8. September 2026, um 10.30 Uhr nicht verpassen. Dann wird Jens Baumann im Landratsamt selbst zur Kettensäge greifen. Bei einer Live-Schnitzvorführung können Besucher erleben, wie aus einem Holzblock Schritt für Schritt eine Skulptur entsteht.
Die Vorführung dürfte zugleich einen ungewöhnlichen Einblick in ein Handwerk geben, bei dem Kraft und Präzision erstaunlich nah beieinanderliegen. Denn wo die Kettensäge normalerweise mit Waldarbeit verbunden wird, dient sie beim Carving dazu, Konturen, Formen und schließlich ganze Figuren aus dem Holz herauszuarbeiten.

Redaktion
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Wenn der Förster zur Kettensäge greift: Jens Baumann zeigt seine Kunst in Schleiz
