Für Familien im Vogtland gibt es eine gute Nachricht: Die Elternbeiträge für bestimmte Betreuungsangebote sollen trotz gestiegener Kosten nicht erhöht werden. Noch nicht entschieden ist dagegen, wie stark die Abfallgebühren im Vogtlandkreis ab 2027 steigen könnten. Gleichzeitig zeigen die ersten Zahlen für den kommenden Doppelhaushalt, wie angespannt die finanzielle Lage des Landkreises ist.
Die Elternbeiträge im Vogtlandkreis bleiben für den Zeitraum vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. September 2027 stabil. Für eine fünfstündige Betreuung werden weiterhin 61 Euro pro Kind erhoben. Damit soll vermieden werden, dass Familien und insbesondere Menschen mit geringem Einkommen durch die gestiegenen Kosten zusätzlich belastet werden. Die zugrunde liegenden Betriebskosten haben sich dennoch erhöht: Nach Abzug des Landeszuschusses lagen sie 2025 bei 399,44 Euro. Im Jahr zuvor waren es 374,86 Euro. In bestimmten Fällen kann das Jugendamt des Vogtlandkreises die Betreuungskosten für Kinder übernehmen.
Wie stark steigen die Abfallgebühren im Vogtlandkreis?
Bei den Abfallgebühren gibt es dagegen noch keine endgültige Entscheidung. Der vorgelegte Entwurf für die Jahre ab 2027 sieht höhere jährliche Kosten für die Haushalte vor. Konkrete neue Gebührensätze gehen aus der Zusammenfassung der Sitzung allerdings nicht hervor. Die geplante Satzung wurde deshalb zunächst nicht beschlossen. Sie soll überarbeitet beziehungsweise weiter beraten und am 3. Dezember 2026 erneut behandelt werden. Vorgesehen ist, dass die neue Regelung zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Für die Menschen im Vogtlandkreis bedeutet das: Eine Erhöhung der Abfallgebühren steht im Raum, ihre genaue Höhe ist aber noch offen.
Abfallkosten sollen künftig für drei Jahre kalkuliert werden
Verändern soll sich auch die Berechnungsgrundlage. Bislang wurden die Abfallgebühren für einen Zeitraum von fünf Jahren kalkuliert. Wegen der dynamischen Kostenentwicklung soll dieser Zeitraum künftig auf drei Jahre verkürzt werden. Damit können Preisentwicklungen schneller in die Gebührenberechnung einfließen. Gleichzeitig lassen sich die Kosten weniger langfristig festschreiben. Grundlage der späteren Gebühren bildet die Kalkulation der zuständigen Entsorgungsträger.
Rund 500 Millionen Euro für Sozialleistungen
Auch der geplante Doppelhaushalt des Vogtlandkreises für 2027 und 2028 betrifft die Menschen in der Region unmittelbar. Der Gesamtetat für beide Jahre liegt bei etwas mehr als einer Milliarde Euro. Knapp die Hälfte der vorgesehenen Ausgaben – rund 500 Millionen Euro – entfällt auf Sozialtransferleistungen. Zu den wachsenden Belastungen zählen unter anderem die bundesweit steigenden Aufwendungen für Hilfen zur Erziehung. Als wesentliche Gründe werden höhere tarifliche Entgelte und gestiegene Sachkosten genannt. Aus Sicht des Vogtlandkreises reichen die finanziellen Entlastungen durch Bund und Land nicht aus, um diese Entwicklung aufzufangen. Nach dem gegenwärtigen Stand werden deshalb sowohl 2027 als auch 2028 Kassenkredite benötigt, um vorübergehende finanzielle Engpässe zu überbrücken.
Kreisumlage soll vorerst stabil bleiben
Für die kreisangehörigen Städte und Gemeinden zeichnet sich zumindest bei der Kreisumlage vorerst keine weitere Erhöhung ab. Sie soll 2027 und 2028 voraussichtlich bei 34,64 Prozent bleiben. Die Kreisumlage ist ein wichtiger Ausgabenposten in den kommunalen Haushalten. Über sie finanzieren die Städte und Gemeinden einen Teil der Aufgaben des Landkreises. Bleibt sie tatsächlich stabil, verhindert das zwar eine zusätzliche Belastung an dieser Stelle. Dennoch dürften die steigenden Kosten in vielen anderen Bereichen die finanziellen Spielräume der Kommunen weiter begrenzen.

Redaktion
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Elternbeiträge, Abfallgebühren, Millionenhaushalt: Das ändert sich im Vogtlandkreis
