Nachrichten Vogtland33.000 Tanzwütige und dröhnende Bässe an der Bleilochtalsperre: So war das SonneMondSterne Festival 2026 – mit SMS-Bildergalerie

alle Fotos & Videos: Ricardo Rössel
Vier Tage Ausnahmezustand an der Bleilochtalsperre, unzählige Drops, kilometerlange Campingstraßen und eine Community, die elektronische Musik lebt: Das SonneMondSterne Festival 2026 hat einmal mehr gezeigt, warum es zu den wichtigsten Festivals in Deutschland gehört. Rund 33.000 Besucher feierten von Mittwoch bis Sonntag auf dem ausverkauften Gelände in Saalburg-Ebersdorf – so viele wie nie zuvor möglich, denn die Kapazitätsgrenze war erneut erreicht. Mehr als 140 Acts sorgten auf mehreren Bühnen für nahezu durchgehenden Ausnahmezustand.

Schon am Mittwoch begann das Festivalgefühl. Erstmals wurde der Anreisetag mit einer offiziellen Warm-up-Party aufgewertet, bevor am Donnerstag das Kick-off mit Acts wie Tekkschuster, TiefundTon, Face2Face, Taktstörer und weiteren Künstlern den Übergang ins eigentliche Festival einläutete. Das eigentliche Gelände öffnete wie gewohnt am Freitag, der Campingplatz war allerdings bereits seit Mittwoch fest in Raver-Hand.

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Das eigentliche Festival beginnt längst auf dem Campingplatz

Wer glaubt, das SMS spiele sich nur auf den offiziellen Bühnen ab, war noch nie dort. Zwischen Zelten, Pavillons und selbst gebauten Konstruktionen entstand auch 2026 wieder eine zweite Festivalwelt. Überall bauten Crews, Labes und Kollektive ihre eigenen Mini-Floors auf, DJs legten bis in die Morgenstunden auf und verwandelten die Campingplätze in ein riesiges Open-Air-Labyrinth aus Licht, Bass und Gemeinschaft.

Legendär bleibt dabei das Tiefdruckgebiet, das längst Kultstatus erreicht hat. Meterhohe Palettenkonstruktionen, aufwendige Dekorationen und eine Atmosphäre irgendwo zwischen Underground-Club und Festivaldorf machten den Floor erneut zu einem der beliebtesten Treffpunkte abseits der offiziellen Stages. Auch zahlreiche regionale DJs sorgten dort für Stimmung – darunter N8tkind, der mit seinen Sets zeigte, dass Festivalmagie nicht nur von den großen Headlinern lebt.

Freitag: Zwischen Mainstream-Ekstase und kompromisslosem Techno

Musikalisch zeigte sich der Freitag extrem vielseitig. Auf der Mainstage sorgten Scooter und The Chainsmokers für riesige Menschenmengen und hymnische Festivalmomente. Gleichzeitig bewies das SMS erneut, dass es trotz großer Mainstream-Acts seine Wurzeln in der elektronischen Clubkultur nicht vergisst.

Besonders gefeiert wurde der 44-Label-Takeover im MainCircus. Dort übernahmen Kobosil und zahlreiche Artists seines Labels das Kommando. Mit dabei waren unter anderem Somewhen sowie Ueberrest B2B Azzel 447 – hinter Azzel verbirgt sich übrigens Comedian & Podcaster Felix Lobrecht, der längst auch in der Technoszene erfolgreich unterwegs ist. Das Ergebnis: kompromisslose Sets, düstere Atmosphäre und ein Publikum, das Stunde um Stunde komplett im Tunnel verschwand. Auch Cloudy übernahm mit zahlreichen Tracks.

Samstag: Hard Techno bis zum Sonnenaufgang

Der Samstag gehörte den Fans harter Klänge. Die Mainstage startete mit Acts wie Natte Visstick. und wurde mit Acts wie Bunt dann wieder melodischer. Viele zog es zu Klangkuenstler, Vieze Asbak, A.N.I., oder Mika & Davyboi bouncy zu Techno am SMS Beach. I Hate Models hatte abgesagt, wofür Natte Visstick nochmal übernahm. Schranz, Industrial Techno und Hard Techno dominierten vielerorts das Klangbild und sorgten für einen Sound, der kilometerweit über die Bleilochtalsperre hallte.

Ein traditioneller Höhepunkt durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen: Punkt 3 Uhr verwandelte das große Festivalfeuerwerk den Nachthimmel über dem See in ein Meer aus Farben, während synchron dazu die Drops über das Gelände rollten. Wer danach noch Energie hatte, feierte einfach weiter. Auf der Second Stage endete die Nacht erst gegen 6 Uhr mit dem legendären Serving Breakfast, wenn die Sonne langsam über dem Wasser aufging und die letzten Tänzerinnen und Tänzer den neuen Tag begrüßten.

Zwischen Mainstage und Underground

Die Mainstage bietet internationale Festivalgrößen und massentaugliche Shows, während die kleineren Zelte deutlich tiefer in die verschiedenen Spielarten elektronischer Musik eintauchen. Dadurch findet nahezu jeder seinen eigenen Soundtrack für das Wochenende.

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Trotz der rund 33.000 Besucher zog die Polizei eine ausgesprochen positive Bilanz. Mit lediglich 89 registrierten polizeilichen Vorfällen wurde sogar ein neuer Tiefstwert in der Festivalgeschichte erreicht. Am Ende blieb genau das, wofür das SonneMondSterne seit fast drei Jahrzehnten steht: Tage ohne Uhrzeitgefühl, Nächte voller Bass, Sonnenaufgänge auf staubigen Dancefloors und das Gefühl, dass elektronische Musik weit mehr ist als nur ein Genre. Sie ist für viele ein Zuhause auf Zeit.

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Ricardo Rössel
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