alle Fotos: Michael Pauser
Bizarre Streichertöne, alles Schöne und Gediegene missen lassend, eröffneten das 9. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie am Mittwoch im Reichenbacher Neuberinhaus und am Freitag in der Greizer Vogtlandhalle. Der elektrisierende Auftakt war nur der Gipfel des Eisbergs.
Zum Ende der sinfonischen Saison 2025/2026 stand mit Gustav Mahlers 2. Sinfonie, der sogenannten „Auferstehungssinfonie“, ein Werk auf dem Programm, das die letzten Fragen menschlichen Seins, Werdens und Vergehens nicht allein sacht anreißen oder sanft berühren möchte; diese Musik steht im Verdacht, Wissenschaft, Philosophie, Religion Konkurrenz machen zu wollen.
Dass dieses Ansinnen in den folgenden 90 Minuten über dem Reichtum an Klangfarben und sinfonischer Fortspinnungsakrobatik nicht eine Sekunde lang in Vergessenheit geriet, war ein Vorzug der von Florian Ludwig mit großem Atem und Liebe zum Detail geleiteten Aufführung. Es war alles da: das gelegentlich locker das Maßlose erreichende Mahlersche Pathos, die zu Rate gezogenen Wiener und alpenländischen Tonwelten, die Kunst der Instrumentation, die Freude am Experiment.
Doch in allem schwang ein Hauch des Vergeblichen, eine übermächtige Melancholie mit – selbst im zweiten Satz, der in Ländler-Melodik schwelgt. Auch das grandiose Chorfinale, bauend auf Friedrich Klopstocks Lied „Auferstehn“, konnte die Schwermut des Stücks nicht aus der Welt schaffen.
Das Publikum spendete eine Viertelstunde stehend Beifall. Sein Lob galt dem Dirigenten, dem der üppig bestückten Partitur nichts schuldig bleibenden Orchester, dem gut 150 Köpfe zählenden, kraftvoll und klangschön agierenden Chor, der die Singakademien Chemnitz und Gera sowie den Monteverdichor Würzburg vereinte, und den sich wohltuend behutsam ins Geschehen einfügenden Solistinnen Christiane Libor (Sopran) und Jasmin Etminan (Mezzosopran).


Vogtland Philharmonie begeistert mit Mahlers monumentaler Auferstehungssinfonie
