Nachrichten VogtlandVogtland Philharmonie: Fulminanter Konzertabend in Greiz und Reichenbach

Foto: Michael Pauser
Eine große Orchesterbesetzung tut sich schwerer, quicklebendig loszulegen, als ein seit Jahr und Tag eingespieltes Trio oder Quartett. Das zäh sich behauptende Vorurteil löste sich beim jüngsten Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie am Mittwoch im Reichenbacher Neuberinhaus und am Freitag in der Greizer Vogtlandhalle in Luft auf.

Spätestens, als George Gershwins Ouvertüre zu seinem Musical „Girl Crazy“ erklang, war der kluge Spruch vergessen. Bei dem Stück geriet der sinfonische Apparat ins Swingen, entfachte einen jubelnden Drive, fand zu einem Tempo, zu einer Explosivität – man konnte glatt meinen, in die besten Zeiten des Broadway-Zaubers geraten zu sein.

Dass Florian Ludwig, seit dieser Spielzeit Chefdirigent im Vogtland, seinen Anteil an dem Geleisteten hatte, war nicht zu übersehen. Keine Schonung kennender Körpereinsatz, gepaart mit knappen, präzisen Gesten, damit wurde der gebürtige Unterfranke auch den übrigen Aufgaben in dem populärer Musik des 20. Jahrhunderts gewidmeten Programm imponierend gerecht. So gelang bei Erich Wolfgang Korngolds frühen „Märchenbildern“ immer wieder ein schlagartiger Wechsel zwischen zarten poetischen Passagen und Takten, in den an Richard Wagner und Richard Strauss geschulte, dramatisch aufgeladene Klangfülle Platz griff.

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Gershwins Tondichtung „Ein Amerikaner in Paris“ hatte den nötigen heißen Puls, bescherte reihenweise unter die Haut gehende Soli und bekannte auch interpretatorisch eindrucksvoll Farbe: Musik, lautete die Botschaft, darf unruhig, hektisch, rasend, anstrengend sein. Mit dem jungen chinesischen Bläser Xianhua Liu hatte der begeistert aufgenommene Abend schließlich noch einen Solisten, der in John Williams filigran angelegtem Tubakonzert einen weichen, tragenden Ton mit frappierender Geläufigkeit und verschmitztem Spielwitz zu verbinden wusste.

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Volker Müller
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