Nachrichten VogtlandKunstvoller Balanceakt: Ausstellung mit Keramik und Grafik von Marion Walther

Titelfoto: K. Schütze
Wenn Licht durch die hohen Fenster fällt und sich sanft auf Skulpturen und Papier legt, entsteht in Bad Elster ein Ort voller Spannung. Zwischen historischer Architektur und zeitgenössischer Kunst entfaltet sich aktuell eine Ausstellung, die Gegensätze miteinander verschränkt und Besucherinnen und Besucher in eine poetisch-surreal anmutende Bildwelt zieht.

Mit der Schau „Balanceakt – Keramik & Grafik“ zeigt die Thüringer Künstlerin Marion Walther ihre neuesten Arbeiten im Königlichen Kurhaus. Am vergangenen Freitag wurde die Ausstellung eröffnet. Keramische Plastiken und grafische Arbeiten treten in einen spannungsreichen Dialog – ein künstlerisches Wechselspiel, das die Galerie Bad Elster in einen Resonanzraum für zeitgenössische Kunst verwandelt.

Keramik und Grafik im Dialog: Figuren zwischen Zerbrechlichkeit und Stärke

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen lebensgroße Köpfe, Büsten und Torsi aus Ton und Porzellan. Diese plastischen Arbeiten werden durch Mixed-Media-Elemente ergänzt sowie durch malerische und zeichnerische Akzente erweitert. So entsteht eine Bildsprache, die bewusst Gegensätze aufgreift: rau trifft auf glatt, hell begegnet dunkel, archaische Formen stehen fragilen Details gegenüber.

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Die Figuren erscheinen wie rätselhafte Wesen, oft mit phantastischen Attributen auf den Köpfen. Diese gedanklichen Konstruktionen verleihen den Skulpturen eine fast surreale Präsenz und lassen Assoziationen zu Identität, Erinnerung und innerer Balance entstehen.

Ergänzend zu den plastischen Arbeiten präsentiert Walther grafische Blätter und Leinwände, in denen figürliche Motive collageartig mit lyrischen Textfragmenten verschmelzen. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges Gesamtbild: Form, Material und Idee verbinden sich zu einer Einheit künstlerischer Ausdruckskraft.

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Foto: K. Wild

Stimmen zur Ausstellung: Leise Gegensätze in stiller Balance

Auch die Ausstellungsverantwortlichen würdigen die besondere Atmosphäre der Schau. Ute Gallert von der Chursächsischen Veranstaltungsgesellschaft beschreibt die Wirkung der Werke mit klaren Worten: „Verletzbarkeit und Ausgewogenheit vernetzen sich hier eindrucksvoll miteinander“ und ergänzt: „Das Spiel mit Licht und Schatten und das Ausloten von angedeuteten Gegensätzen ist ein faszinierender Kern ihrer Arbeiten. Doch diese Gegensätze verhalten sich bei ihr in einer stillen Balance zueinander und lassen so Geheimnisvolles erahnen.“

Marion Walther: Werdegang einer prägenden Stimme der Keramikkunst

Die 1955 in Gotha geborene Künstlerin studierte Kunstpädagogik und Germanistik an der Pädagogischen Hochschule Erfurt und schloss ihr Studium 1978 mit dem Diplom ab. Seit 1979 arbeitet sie freiberuflich als Keramikerin. 1990 gründete sie ihre eigene Werkstatt und zählt zu den Mitbegründern des Kunstwestthüringer e.V., dessen Vorsitzende sie seit 1999 ist.

Darüber hinaus engagiert sie sich seit vielen Jahren im VBK Thüringen sowie beim Aufbau einer Jugendkunstschule und künstlerischer Werkstätten in Mühlhausen. Dieses kontinuierliche Wirken prägt nicht nur ihr eigenes Schaffen, sondern auch die regionale Kunstszene nachhaltig.

Bad Elster Kunst erleben: Öffnungszeiten und Besuchsinformationen

Die aktuelle Schau ist bis zum 2. April zu sehen. Besucherinnen und Besucher können die Ausstellung montags bis freitags von 9.00 bis 17.00 Uhr sowie zu den Veranstaltungen im Königliches Kurhaus Bad Elster besichtigen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.chursaechsische.de.

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