Nachrichten VogtlandVW-Werk Zwickau: Stadt und Landkreis fordern Klarheit über Zukunft des Standorts

Titelfoto: Volkswagen
Die Diskussion über mögliche weitere Strukturmaßnahmen im Volkswagen-Konzern sorgt auch in Westsachsen für große Besorgnis. Medienberichte zufolge prüft Volkswagen im Zuge eines verschärften Sparkurses tiefgreifende Veränderungen im Konzern. Offiziell bestätigt wurden bislang weder konkrete Maßnahmen noch betroffene Standorte. Dennoch wächst die Unsicherheit – insbesondere am Standort Zwickau.

Das VW-Werk zählt zu den wichtigsten Industriestandorten Sachsens und gilt als zentrale Produktionsstätte für Elektrofahrzeuge im Volkswagen-Konzern. Rund 8000 Beschäftigte sowie zahlreiche Zulieferunternehmen hängen direkt oder indirekt vom Standort ab. Nach aktuellen Medienberichten könnten im Rahmen der Konzernstrategie auch deutsche Werke auf den Prüfstand stehen. Volkswagen selbst verweist bislang lediglich auf laufende Beratungen zu einem Zukunftsplan für mehr Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Gemeinsame Erklärung von Landrat und Oberbürgermeisterin

Vor diesem Hintergrund haben Landrat Carsten Michaelis und Zwickaus Oberbürgermeisterin Constance Arndt eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht: „Die veröffentlichten Berichte über mögliche weitreichende Strukturmaßnahmen im Volkswagen-Konzern sorgen bei den Beschäftigten des Werkes Zwickau, ihren Familien sowie den zahlreichen Zulieferunternehmen in unserer Region für erhebliche Verunsicherung. Auch wenn bislang weder die genannten Maßnahmen noch einzelne Standorte offiziell bestätigt sind, nehmen wir diese Berichte sehr ernst.“

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Die beiden Kommunalpolitiker fordern deshalb eine schnelle und transparente Kommunikation des Unternehmens: „Die Menschen in unserer Region brauchen Klarheit über die Zukunft. Dauerhafte Spekulationen und immer neue Szenarien helfen niemandem – weder den Beschäftigten noch den Unternehmen, die täglich Verantwortung übernehmen und investieren.“

Standort Zwickau gilt als Vorreiter der Elektromobilität

Das Werk in Zwickau wurde in den vergangenen Jahren umfassend auf die Produktion von Elektrofahrzeugen umgestellt und zählt zu den modernsten Automobilwerken Europas. Die Transformation galt konzernintern als Vorzeigeprojekt.

Stadt und Landkreis stellen sich demonstrativ hinter die Beschäftigten sowie die zahlreichen Unternehmen der Automobilzulieferindustrie. Ministerpräsident Michael Kretschmer und Wirtschaftsminister Dirk Panter haben angekündigt, sich für den Erhalt des Werkes einzusetzen. Aktuell laufen Gespräche mit der Volkswagen-Konzernführung.

Masterplan Südwestsachsen soll Wirtschaft breiter aufstellen

Neben dem Erhalt des VW-Standortes sehen Landkreis und Stadt die aktuellen Entwicklungen auch als Auftrag, die Wirtschaftsstruktur langfristig zu diversifizieren: „Die aktuellen Berichte machen zugleich deutlich, vor welcher historischen Herausforderung unsere Region steht. Die wirtschaftliche Zukunft Südwestsachsens darf sich nicht allein an den Entscheidungen eines einzelnen Konzerns orientieren.“

Fahrzeugwerk Zwickau startet Geschäftsfelder

Im Januar hieß es in einer Pressemitteilung von VW: Das Fahrzeugwerk Zwickau übernimmt im Volkswagen Konzern ab sofort die Rolle als zentrales Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft. In Zwickau werden neue Geschäftsfelder der Kreislaufwirtschaft auf Wirtschaftlichkeit geprüft, Standards festgelegt und das Wissen für andere Standorte weltweit zur Verfügung gestellt. Insgesamt plant Volkswagen in den nächsten Jahren Investitionen von bis zu 90 Millionen Euro am Standort. Der Freistaat Sachsen fördert das Gesamtprojekt mit bis zu 10,7 Millionen Euro. Zwickau startet neben der Zentralfunktion zunächst mit der systematischen Demontage von Fahrzeugen zur Rückgewinnung von wertvollen Rohstoffen und zur Weiterverwendung von Komponenten. Bis 2030 ist ein stufenweiser Aufbau der Kapazitäten auf 15.000 Fahrzeuge jährlich geplant. Die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft am Standort Zwickau wurde im Rahmen der Tarifverhandlungen im Dezember 2024 beschlossen

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