Plauener Parkeisenbahn: Ein Stück Nostalgie wird für die Zukunft konserviert

Die Plauener Parkeisenbahn im idyllischen Syratal trägt ein Stück Ost-Geschichte in sich – und genau diese soll nicht verloren gehen. „Wir wollen die Erinnung an das Gebäude konservieren“, sagen Fotograf Kenny Pool und Betreiber der Freizeitanlage Marcel Kaiser. Sie hatten die Vision das kleine Bahnhofsgebäude, das viele Plauener seit Jahrzehnten mit Kindheitserinnerungen verbinden, in einer ganz besonderen Form bewahren.

Von der DDR-Pioniereisenbahn zum heutigen Ausflugsziel

Die Pioniereisenbahn in Plauen wurde im Oktober 1959 in Betrieb genommen – anlässlich des zehnjährigen Bestehens der DDR. Doch schon 1977 kam das vorläufige Aus: technische Mängel machten den Weiterbetrieb unmöglich. Erst nach erneuten Bemühungen konnten die Züge ab dem 31. Mai 1984 wieder über die Gleise rollen.

Die Strecke der Parkeisenbahn ist oval angelegt und umfasst einen Bahnhof, einen Haltepunkt sowie ein Betriebswerk. Ein besonders markanter Abschnitt ist die Brücke über den Syrabach, die im Jahr 2000 erneuert wurde.

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Bahnhofsgebäude in die Jahre gekommen – Sanierung steht bevor

Das charmante, aber deutlich gealterte Bahnhofsgebäude zeigt inzwischen Spuren der Zeit. Nun bietet das EFRE-Förderprojekt „Haselbrunn mit Dobenauareal“ die Chance, den Bahnhof, den Lokschuppen Plauen und die historische Eisenbahnbrücke umfassend zu sanieren.

„Nur die blauen Stahlträger bleiben erhalten“, erklärt Marcel Kaiser und deutet nach oben. Ab 2026 wird das Ensemble dann in völlig neuer Gestalt erstrahlen.

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Fotos: Stephanie Rössel – Kenny Pool (l.) und Marcel Kaiser zeigen die Aufnahmen erstmals öffentlich
Erinnerungen in Bildern und als virtuelles 3D-Modell

Doch bevor Bagger und Bauarbeiter das Bild des Geländes verändern, haben die beiden beschlossen, die Atmosphäre der Anlage für die Nachwelt festzuhalten. Kenny Pool stieß zufällig im Netz auf die Ankündigung der Bauarbeiten – und griff sofort zur Kamera. Tagelang war er im Areal unterwegs, um jede Ecke zu dokumentieren.

Das Ergebnis ist ein virtuelles 3D-Modell mit digitalem Rundgang, das Besucherinnen und Besuchern in Zukunft den Blick auf das historische Gebäude ermöglichen wird. Mithilfe zusätzlicher Fördermittel konnte dieses Projekt auch finanziell realisiert werden.

Baufortschritt soll begleitet werden

Nicht nur die Vergangenheit soll digital konserviert werden. Auch der Baufortschritt wird bildlich dokumentiert – von den ersten Arbeiten bis zur Fertigstellung. Im Anschluss soll es eine ergänzende Fotoserie geben, die den Wandel des Standorts zeigt. „Sinn war es aber, dass alle sich erinnern können oder sich einen Eindruck verschaffen können, wie es all die Jahre ausgesehen hat“, betont Marcel Kaiser.

Historische Postkarte als nostalgischer Gruß

Als besonderen Akzent kündigt Kaiser zudem an, dass im kommenden Jahr eine historische Postkarte in Schwarz-Weiß erscheinen wird. Damit können sich Plauenerinnen und Plauener ein Stück ihrer Vergangenheit nach Hause holen – ein kleines Andenken an das, was viele mit Ausflügen, Kindheitstagen und der ganz eigenen Atmosphäre der Plauener Parkeisenbahn verbinden.

Die Aufnahmen samt Rundgang sind hier zu sehen: Freizeitanlage Syratal

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