Nachrichten VogtlandAngelo Kelly “Alive”: Elf Titel die in keine Schublade passen – roh, persönlich und authentisch

Handgemacht, nicht glattpoliert und ohne Genregrenzen – alle Details in der Albumrezension!

Mit seinem Studioalbum Alive meldet sich Angelo Kelly nicht einfach zurück – er setzt ein Statement. Die Platte sprengt mühelos Genregrenzen und bündelt alles, was ihn musikalisch geprägt hat: Irish Folk, Rock-Attitüde, Pop-Sensibilität und die Erdung akustischer Tradition. Statt sich festzulegen, bewegt sich das Album selbstbewusst zwischen den Welten – und genau daraus zieht es seine Energie.

Produziert wurde kompromisslos analog. Kein digitales Polieren, keine Overdubs, keine nachträglichen Korrekturen. Die Songs entstanden live im Raum, eingespielt in One Takes mit der gesamten Band. Das Ergebnis ist kein Hochglanzprodukt, sondern ein Klangkörper mit Puls. Man hört das Atmen zwischen den Zeilen, spürt die Spannung im Raum. Alive entscheidet sich bewusst gegen sterile Perfektion – und für Präsenz, Reibung und Echtheit.

Der Opener „Are You Alive“ macht sofort klar, wohin die Reise geht. Treibende Gitarren, eine Band, die Druck aufbaut, und darüber Kellys Stimme, die nicht dekoriert, sondern herausfordert. Der Song stellt eine unbequeme Frage: Lebst du wirklich – oder funktionierst du nur noch?

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Mit „Christ Be With Me“ schlägt das Album eine andere Tonart an. Der Titel mag religiös klingen, doch im Kern geht es um Sehnsucht, um Halt, um innere Orientierung. Folk-Elemente verweben sich mit einer hymnischen Weite, ohne ins Pathetische zu kippen. Der Song wirkt getragen – aber nie schwer.

„Back In My Arms“ reduziert das Tempo und setzt ganz auf Atmosphäre. Keine Effekte, kein überladenes Arrangement – stattdessen Raum für Stimme. Kelly singt hier wärmer, verletzlicher, fast greifbar nah. Die Ballade zeigt eine leise Stärke und verzichtet bewusst auf dramatische Zuspitzung. Emotional wirkt sie gerade deshalb.

Was Alive letztlich trägt, ist Kellys Stimme. Sie kann rau und kantig klingen, im nächsten Moment weich und zerbrechlich. Diese Dynamik verleiht dem Album Tiefe. Man hat nicht das Gefühl, ein durchoptimiertes Studioalbum zu hören – eher sitzt man mitten im Proberaum und erlebt Musik im Entstehen. Genau diese Unmittelbarkeit macht das Ganze so wirkungsvoll.

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Fazit:

Mit Alive legt Angelo Kelly ein Album vor, das stilistisch vielfältig, textlich persönlich und produktionsseitig bewusst anders ist. Es ist kein Doppler gewöhnlicher Pop-Alben, sondern ein Werk, das sich aktiv gegen glatte Produktionen und digitale Optimierung stellt. Wer nach einem Album sucht, das Musik, Emotion und musikalische Handarbeit vereint, findet hier einen eigenständigen Ansatz: roh, direkt und spürbar lebendig.

Der Vogtlandstreicher verleiht 4 von 5 Streichern

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